Eine Ausbildung im Handwerk und eine anschließende Weiterbildung lohnen sich finanziell.

Eine Ausbildung im Handwerk und eine anschließende Weiterbildung lohnen sich finanziell. (Foto: © auremar/123RF.com)

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Ein Meistertitel bringt so viel ein wie ein Bachelor

Wo Fachkräfte fehlen, entscheidet gute Bezahlung. Eine Studie des LFI zeigt, was im Handwerk wirklich drin ist. Wer gut zahlt und ein angenehmes Betriebsklima bietet, hat die Nase vorn.

Eine aktuelle Studie des Ludwig-Fröhler-Instituts (LFI) zur Vergütung im NRW-Handwerk zeigt: Die Verdienstchancen im Handwerk sind attraktiv. 

Die sieben Handwerkskammern in Nordrhein-Westfalen haben das LFI München beauftragt, eine umfassende Vergütungsstudie zu erstellen. Mehr als 2.500 Betriebe haben teilgenommen und fast 10.000 Gehaltsdaten geliefert. Die Daten stammen von Auszubildenden, Gesellen, Meistern, kaufmännischen Angestellten und Helfern. Mit der Studie wollten die Kammern ein klares Bild der aktuellen Gehälter gewinnen und herausfinden, welche Faktoren die Bezahlung im Handwerk beeinflussen.

Geld als Anreiz für Bewerber

Die Ergebnisse zeigen: Betriebe brauchen Geduld, wenn sie Stellen besetzen wollen. Im Durchschnitt bleibt eine Gesellenstelle neun Monate unbesetzt, eine Meisterstelle acht Monate. Viele Betriebe nutzen die Höhe der Vergütung gezielt, um neue Mitarbeitende zu gewinnen und vorhandene zu halten. Noch wichtiger finden viele Inhaber aber ein gutes Betriebsklima und den persönlichen Kontakt zu ihren Leuten. Trotzdem hebt sich etwa ein Viertel der Betriebe bewusst von der Konkurrenz ab, indem sie überdurchschnittliche Löhne zahlen.

Eine Ausbildung im Handwerk und eine anschließende Weiterbildung lohnen sich finanziell. Gesellen verdienen im Schnitt 700 bis 1.100 Euro mehr als Helfer. Besonders groß ist der Sprung nach der Meisterprüfung: Meister verdienen im Vergleich zu Gesellen im Durchschnitt 1.500 Euro mehr im Monat. Auch wenn Auszubildende im ersten Lehrjahr in anderen Branchen teilweise mehr bekommen, holen die Top-Handwerksberufe ab dem zweiten und dritten Lehrjahr auf – und ziehen teilweise sogar vorbei.

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Meister gleichauf mit Bachelor

Der Meisterbrief ist nicht nur fachlich stark, sondern auch finanziell eine echte Alternative zum Studium. Meister im NRW-Handwerk verdienen im Schnitt etwa 4.500 Euro brutto im Monat. In der Spitze sind sogar 6.000 bis 8.000 Euro möglich. Damit stehen sie Bachelorabsolventen aus der Industrie in nichts nach.

Die Studie zeigt klar: Leistung lohnt sich. Betriebe zahlen mehr, wenn Mitarbeiter mehr Fachwissen mitbringen, mehr Erfahrung haben, Verantwortung übernehmen oder besonders engagiert arbeiten. Außerdem zahlen Betriebe in Stadt und Land ähnlich: Die Auswertung zeigt keine deutlichen Unterschiede bei den Gehältern zwischen städtischen und ländlichen Regionen.

Vergütungserhebung für das nordrhein-westfälische Handwerk Eine kurze Zusammenfassung der Studie finden Sie > hier zum kostenlosen Download.

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Text: / handwerksblatt.de

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