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Kreditverhandlungen: Was Handwerker wissen müssen

Bankgespräch, Kreditverhandlung, Rating – es gibt Themen, mit denen sich Handwerksunternehmer lieber beschäftigen.

Aber wer sich gut auf den Termin bei seiner Hausbank vorbereitet, hat eindeutig bessere Karten. Unsere wichtigsten Beiträge zu Krediten, Bankverhandlungen und Förderkrediten.

Die Finanzierungslage der kleinen Unternehmen bleibt schwierig: Sie klagen weiterhin überdurchschnittlich oft über schlechtere Finanzierungsbedingungen, ihre Kreditanträge werden häufiger abgelehnt. Außerdem konnten Sie im Vergleich zu großen Unternehmen seltener ihre Eigenkapitalquote erhöhen oder ihr Rating verbessern und sind auch schlechter zum Thema Rating informiert. Doch jammern ändert nichts. Handwerksblatt.de zeigt Ihnen, was Sie unternehmen können:

Bankgespräche

So bereiten Handwerker ihre Bankgespräche optimal vor

Im Handwerk ist der Aufschwung angekommen. Die Umsätze steigen und die Auftragsbücher sind gut gefüllt. Jetzt investieren die Betriebe wieder in Maschinen, Gebäude und Büroausstattung. Vorher steht fast immer der Termin mit der Bank. Mindestens einen halben Tag sollte sich der Handwerker darauf vorbereiten, sagt Berater Carl-Dietrich Sander.

Erst Hausaufgaben machen, dann zur Bank

Ist die Hausbank zurückhaltend, dann sollte man auch mal bei sich selbst nach den Gründen suchen. Klar, wenn die Eigenkapitalsituation stimmt, gibt es auch keine Probleme mit der Kreditversorgung. Mindestens genau so wichtig ist aber, wie der Handwerker mit Informationen rausrückt. Also: Erst die Hausaufgaben machen, dann zur Bank oder Sparkasse gehen.

Bankgespräche: Über Sicherheiten muss man reden

Bei Kreditentscheidungen spielen Sicherheiten eine wichtige Rolle. Unternehmer sehen sie allerdings durch eine komplett andere Brille als ihre Bank. Omas Häuschen ist im Fall einer Zwangsversteigerung eben kein Vermögen wert. Doch der Seufzer vieler Handwerks-Unternehmer – "Wer keine Sicherheiten hat, ist verloren!" – gilt so einfach nicht.

Bilanzgespräche: Gute Argumente für Handwerker

Einmal im Jahr ist der Tag der Wahrheit. Dann kommen die Zahlen auf den Tisch, dann wird das Unternehmen aus Bankensicht durchleuchtet. Wichtig im Jahresabschluss-Gespräch sind für Handwerks-Unternehmer deshalb gute Vorbereitung und schlüssige Argumente. 

Kredite und die Alternativen

Handwerker können Kreditkosten aktiv beeinflussen

Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen – beim Stichwort Rating halten sich viele Handwerker immer noch an die drei Affen. "Rating ist doch nur für die Bank wichtig. Wenn es für mich wichtig wäre, hätte mein Kundenberater mich doch längst angesprochen, hat er aber nicht", heißt es gerne. Aber wer gute Kreditkonditionen will, muss selbst aktiv werden.

Die Kapitalkur für den Handwerks-Betrieb

Weil Kunden häufig schleppend zahlen und Banken mit ihren Krediten geizen, müssen Mittelständler andere Finanzierungsquellen erschließen, sagt Helmut Rödl, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. 

Alternativen zum Kredit für Handwerksbetriebe

Factoring, Leasing, Private Equity, Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung, Asset Backed Securities – die Palette an alternativen Finanzierungsformen zum Bankkredit ist groß. Aber nicht jede Variante ist für jeden Betrieb geeignet.

Sparkassen-Vorstand: "Wir leben vom Kreditgeschäft"

Der Handwerker wird von der Kreditkrise bei seiner Sparkasse nichts merken, genau wie der Häuslebauer und der Sparer. Das versichert Thomas Heinze, Vorstandsmitglied der Sparkasse Spree-Neiße, gegenüber dem Handwerksblatt. Ausschlaggebend bei der Kreditvergabe sei vor allem die Unternehmerpersönlichkeit und das Konzept – nicht die Branche.

Gefährliche Rechnung: Lebensversicherung statt Tilgung

Lange Jahre war es gängige Praxis, bei einer Investition eine Lebensversicherung als Tilgungsersatz abzuschließen. Aus der Versicherung soll das Darlehen bei Fälligkeit auf einen Schlag zurückgezahlt werden. Das lang anhaltende Zinstief stürzt nun viele Handwerker in Probleme. Die einst errechnete Ablaufsumme der Versicherung wird heute bei weitem nicht erreicht.

Bürgschaftsbanken helfen bei fehlenden Sicherheiten

Die Nachfrage nach Bürgschaften erreichte 2007 ein Rekordniveau. Die Bürgschaftsbanken haben Unternehmen über 1,15 Milliarden Euro in Form von Bürgschaften und Garantien als Sicherheiten zur Verfügung gestellt, ein Plus von 4,7 Prozent.

Text: / handwerksblatt.de

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