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BG BAU plant mobile Testzentren

Im Bauhandwerk und in der Gebäudereinigung ist das Testen der Mitarbeiter eine logistische Herausforderung. Wie sie gelingen kann, erklärt Dr. Anette Wahl-Wachendorf von der BG BAU im Interview mit dem Handwerksblatt.

Bei Unternehmen aus dem Baugewerbe oder in der Gebäudereinigungsbranche sind die Mitarbeiter selten im Betrieb, sondern fahren morgens auf die Baustelle oder zum Kunden. Wie die Arbeitgeber hier Corona-Tests anbieten können und wie die BG BAU sie dabei unterstützt, erläutert Dr. Anette Wahl-Wachendorf, ärztliche Direktorin des Arbeitsmedizinischen Dienstes (AMD) der BG BAU GmbH.

DHB: Frau Dr. Wahl-Wachendorf, Sie haben eine Hotline zum Thema Corona-Testung eingerichtet, was sind da die häufigsten Fragen?
Wahl-Wachendorf: Genau. Unter der kostenlosen Hotline 030 85781-911 können sich Unternehmen und Beschäftigte der Bauwirtschaft und im Reinigungsgewerbe von Expertinnen und Experten des AMD zum Thema Corona-Tests beraten lassen. Neben Fragen, die die richtige Anwendung der Tests betreffen, erhalten wir vor allem Fragen zur Beschaffung und zur Finanzierung von Schnelltests. 

Dr. Anette Wahl-Wachendorf Foto: © Guido KollmeierDr. Anette Wahl-Wachendorf Foto: © Guido Kollmeier

DHB: Der korrekte Umgang mit den Corona-Tests ist nicht für jeden selbsterklärend. Wie können Sie die Betriebe hierbei beraten?
Wahl-Wachendorf: Zum Thema Corona-Tests bietet der AMD zahlreiche, leicht aufbereitete Schulungsunterlagen an. Und auch auf der BG BAU Website haben wir ein übersichtliches Informationspaket geschnürt. Individuell erhalten die Unternehmen im Rahmen der betrieblichen Beratung von uns Unterstützung. 70 Zentren beziehungsweise Stützpunkte stehen dafür in ganz Deutschland verteilt zur Verfügung. Sprechen Sie uns gerne an. 

DHB: Wie organisieren Betriebe die Testung, wenn die Mitarbeiter auf unterschiedlichen Baustellen eingesetzt sind, am sinnvollsten? Haben Sie da Beispiele aus der Praxis?
Wahl-Wachendorf: Auch im Hinblick auf die Gefährdungsbeurteilung ist es am Sinnvollsten, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Anwendung des Corona-Test geschult oder unterwiesen werden und sich anschließend zu Hause selbst testen können. Wir kennen zum Beispiel Fälle, in denen der Ehepartner eines Beschäftigten als Krankenschwester oder Pfleger arbeitet und im Unternehmen eine solche "Schulung" einmalig durchgeführt hat.

DHB: Sie selbst als AMD bieten auch die Testung an. Wie sieht das in der Praxis aus?
Wahl-Wachendorf: Zunächst erhalten wir derzeit viele Anfragen zum Thema Testung und beraten durch unsere Ärztinnen und Ärzten in den AMD Zentren und über unsere Hotline. Einige unsere Betriebsberaterinnen und Betriebsberater sind bereits vor Ort in den Unternehmen aktiv und führen im Rahmen von Arbeitsschutzmaßnahmen selbst Tests durch. Neuerdings bieten wir im Rahmen der Vorsorge auch Coronatestungen im AMD Zentrum an. Aufgrund der anstehenden Änderung der Teststrategie planen wir weitere Ausrollmaßnahmen für die Unternehmen. Dazu gehört zum Beispiel der Einsatz von mobilen Testzentren. 

Die Fragen stellte Kirsten Freund

Text: / handwerksblatt.de

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