(Foto: © lightkeeper/123RF.com)

Vorlesen:

Schwarzarbeit wächst auch 2026

Bei schwachem Wirtschaftswachstum und hoher Arbeitslosigkeit nimmt die Schwarzarbeit in Deutschland weiter zu. Der Zuwachs ist höher als in vielen anderen Ländern.

Während die offizielle Wirtschaft schwächelt und die Arbeitslosenzahl hoch ist, wächst Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in Deutschland ungebrochen weiter. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die der Linzer Ökonom und Schwarzarbeitsexperte Professor Friedrich Schneider gemeinsam mit dem Tübinger Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) erstellt hat.   

Der Umfang der Schattenwirtschaft wird nach Berechnungen der Experten in diesem Jahr nominal auf 538 Milliarden Euro zunehmen. Dies sei ein Anstieg um 5,5 Prozent gegenüber 2025. Preisbereinigt betrage die Zunahme 2,8 Prozent. Das Verhältnis der prognostizierten Schattenwirtschaft zum gemessenen Bruttoinlandsprodukt (BIP) nehme demnach leicht von 11,4 auf 11,6 Prozent zu.

Zur Berechnung Den Berechnungen liegen Prognosen zum BIP und zur Arbeitslosenzahl zugrunde. Demnach wächst das BIP 2026 um 1,2 Prozent, die Arbeitslosenzahl liegt bei rund 2,9 Millionen. In die Berechnungen floss auch eine erwartete Inflationsrate von 2,0 Prozent ein.

Die Kombination von schwachem Wirtschaftswachtum, hoher Arbeitslosigkeit und höheren Verbraucherpreisen erzeuge einen Anreiz zu nicht gemeldeten oder illegalen Tätigkeiten. Allein dadurch steige die Schattenwirtschaft um real 9,5 Milliarden Euro.

Das könnte Sie auch interessieren:

Es gibt aber auch Aspekte, die die Schwarzarbeit drosseln. Der höhere Mindestlohn seit 1. Januar 2026 und die damit verbundene höhere Verdienstgrenze für Minijobber hätten gegenläufige Effekte auf die Schattenwirtschaft. Unter dem Strich ergebe sich daher ein  realer Zuwachs von 2,4 Milliarden Euro, so die Forscher. Auch die Senkung der Umsatzsteuer im Gastgewerbe auf sieben Prozent vermindere dort die Anreize, am Finanzamt vorbei zu wirtschaften. Dadurch sinke die Schattenwirtschaft real um 1,3 Milliarden Euro.

Einen geringen erhöhenden Einfluss auf die Schattenwirtschaft hätten wiederum die höheren Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung, die sich aus der Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze ergeben.

International liegt Deutschland damit im Mittelfeld der größten Industrienationen. Allerdings sei der Zuwachs der Schattenwirtschaft seit dem Jahr 2021 mit 2,4 Prozentpunkten höher als in fast allen anderen Vergleichsländern; im Mittelwert der Länder betrage die Zunahme nur 0,8 Prozentpunkte.

Dies spiegele die Tatsache wider, dass die Wirtschaftskrise Deutschland stärker getroffen habe als die meisten anderen der berücksichtigten Länder, so die Forscher. Nur Großbritannien habe mit 3,0 Prozentpunkten einen noch größeren Zuwachs des Anteils der Schattenwirtschaft. Das höchste Niveau der Schattenwirtschaft hat 2026 den Berechnungen zufolge Griechenland mit 21,6 Prozent des BIP und das geringste die Schweiz mit 5,3 Prozent.

Quelle: Prof. Dr. Friedrich Schneider, Universität Linz; IAW Tübingen

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!

Text: / handwerksblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren: