Mechatronikerinnen für Kältetechnik sind am Arbeitsmarkt sehr begehrt.

Mechatronikerinnen für Kältetechnik sind am Arbeitsmarkt sehr begehrt. (Foto: © Christoff Stache)

Eiskaltes Fachkräfte-Konzept

Die Unternehmen der Kälte- und Klimabranche suchen händeringend nach guten Mitarbeitern. Daikin und seine Fachpartner wollen gemeinsam etwas gegen den Fachkräftemangel tun.

Ausbildung wird bei der Firma Schalück Kälte & Klima seit langem groß geschrieben. Der 21-Mann-Betrieb aus Gütersloh stellt den Beruf auf Karrieremessen in der Region und auf Elternabenden vor. Den Acht- und Neuntklässlern der örtlichen Realschule bietet man Praktika an. Diese Bemühungen fruchten schon. Ansatzweise. Pro Jahr fragen fünf bis zehn Schulabgänger gezielt nach einer von insgesamt zwei zu besetzenden Lehrstellen.

"Uns fehlt die Auswahl“, klagt Birgit Schalück, die sich um die Personalangelegenheiten der Firma kümmert.  Bei den Fachkräften sieht die Lage ähnlich mau aus. "Wir sind an der Grenze der Auslastung und möchten weiter wachsen, aber es gibt keine arbeitslosen Mechatroniker für Kältetechnik.“ Auftragsspitzen werden notgedrungen mit Zeitarbeitern überbrückt.

Unternehmen schaffen eine gemeinsame Arbeitgebermarke

Die Kälte- und Klimatechnik ist ein Wachstumsmarkt. Doch gut ausgebildete Leute sind Mangelware. Deshalb hat die Daikin Airconditioning Germany GmbH mit einigen ihrer Fachpartner aus Handwerk und Industrie vor einem Jahr die Arbeitgebermarke "Komm!(w/m)“ geschaffen. Mit ihrer Hilfe soll öffentlichkeitswirksam für die Ausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik, aber auch um ausgelernte Fachkräfte wie Gesellen, Meister und Techniker geworben werden. Gleichzeitig verpflichten sich die Fachbetriebe auch, ihr Personalmanagement professioneller aufzustellen. Dazu zählen regelmäßige Mitarbeitergespräche und eine gezielte Laufbahnplanung, aber auch der Austausch der Partnerbetriebe untereinander.

Das Know-how bleibt innerhalb der Fachpartnerschaft

Von der Zusammenarbeit profitieren beide Seiten. "Daikin braucht Fachleute, die ihre Produkte einbauen“, führt Birgit Schalück als offensichtlichstes Argument an. Andererseits gibt es auch Mitarbeiter in den Fachbetrieben, die sich beruflich in Richtung Industrie verändern möchten und denen Daikin eine Perspektive bieten könnte. Das Know-how bliebe in der Fachpartnerschaft.

Das Miteinander macht sich bereits in der täglichen Arbeit der Firma Schalück bezahlt. "Unsere Mitarbeiterin Kristina Kleinemas hat nach ihrer Ausbildung einen Servicetechniker von Daikin begleitet und dabei festgestellt, dass man nicht bei jedem Problem gleich die Hotline des Herstellers anrufen muss.“ Inzwischen hat die 20-Jährige ausgelernt. Seit dem Frühjahr betreut Kristina Kleinemas ihre eigenen Baustellen. Birgit Schalück würde die junge Mechatronikerin gerne behalten. Ob es ihr gelingt, wird sich zeigen. Schließlich sind Mechatroniker für Kältetechnik sehr begehrt.

Eines von vielen Werkzeugen

"Die Arbeitgebermarke ist ein Werkzeug von vielen, um an gute Mitarbeiter zu kommen und sie zu halten“, ist Birgit Schalück überzeugt. Mit schnellen Erfolgen rechnet die Unternehmerfrau nicht. "Es hat noch keiner gesagt, dass er wegen der Komm!-Kampagne zu uns gekommen ist.“ Aber sie glaubt an den langfristigen Erfolg von "Komm!(w/m/d)“. Die systematische Fachkräftesicherung ist eben ein Marathon, kein Kurzstreckenlauf.

Text: / handwerksblatt.de