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Kein Mindestlohn für Drei-Monats-Praktikum

Für ein Praktikum, das wegen einer Unterbrechung verlängert wird, gibt es kein Geld. Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden.

Dauert das Praktikum nicht länger als drei Monate, gibt es kein Geld. Foto: © Sergii Gnatiuk/123RF.com
Dauert das Praktikum nicht länger als drei Monate, gibt es kein Geld.

Praktikanten haben keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn, wenn sie ihr Praktikum unterbrechen und es danach weiterführen. Auch wenn dabei der Gesamtzeitraum drei Monate überschreitet.

Geklagt hatte eine Praktikantin, die bei einer Reitanlage ein dreimonatiges Praktikum zur Orientierung für eine Berufsausbildung als Pferdewirtin absolvierte. Sie unterbrach das Praktikum diverse Male. Sie verlangte später den Mindestlohn, da die gesetzlich festgelegte Höchstdauer eines Orientierungspraktikums von drei Monaten überschritten worden sei.

Die Richter sahen das anders: Wenn zwischen den einzelnen Abschnitten ein sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht und die Höchstdauer von drei Monaten insgesamt nicht überschritten wird, ist das Praktikum nicht zu vergüten, entschieden sie. Die Pause sei geplant und mit dem Ausbilder abgesprochen worden.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 30. Januar 2019, Az. 5 AZR 556/17

Hintergrund: Praktikanten haben grundsärtzlich Anspruch auf einen Mindestlohn. Ausnahmen von der Mindestlohnpflicht bestehen nur bei den folgenden fünf Konstellationen:

  • Pflichtpraktika im Rahmen einer Schul-, Ausbildungs- oder Studienordnung
    Hierunter fallen auch die Praxisphasen im Rahmen eines dualen Studiums.
  • Freiwillige studien- oder ausbildungsbegleitende Praktika von maximal drei Monaten
    Beim freiwilligen Praktikum besteht aber Anspruch auf eine der Praktikantentätigkeit angemessenen Vergütung nach BBiG. Dauert das freiwillige Praktikum länger als drei Monate, fällt es komplett unter den Mindestlohn. Ebenso, wenn ein zunächst dreimonatiges Praktikum nachträglich verlängert wird.

  • Einstiegsqualifizierungen (EQ) oder Praktikum im Rahmen einer Berufsausbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz

  • Praktikant ist jünger als 18 Jahre und ohne Berufsabschluss

  • Freiwillige Praktika von maximal drei Monaten, die zur Orientierung bei der Berufs- oder Studienwahl dienen
    Trotz Mindestlohnbefreiung besteht ein Anspruch auf eine angemessene Vergütung nach BBiG. Dauert ein solches Praktikum länger als drei Monate, fällt es komplett unter den Mindestlohn.
Text: / handwerksblatt.de
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