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Schrei vor Glück – Silber für Paul-Florian Schärschmidt

Von den EuroSkills 2018 in Budapest ist SHK-Anlagenmechaniker Paul-Florian Schärschmidt mit Silber zurückgekehrt. Das Handwerk holte sechs der acht Medaillen des deutschen Teams.

Nach einem spannenden und engen Wettkampf im Skill 15 konnten sich SHK-Anlagenmechaniker Paul-Florian Schärschmidt aus Markranstädt (Sachsen) über die Silbermedaille freuen Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar
Nach einem spannenden und engen Wettkampf im Skill 15 konnten sich SHK-Anlagenmechaniker Paul-Florian Schärschmidt aus Markranstädt (Sachsen) über die Silbermedaille freuen

Dreimal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze sowie sechs Exzellenzmedaillen – so lautet die Bilanz der deutschen Teilnehmer bei den EuroSkills 2018 – der Europameisterschaft der Berufe – in Budapest (Ungarn). In der Nationenwertung belegte die deutsche Mannschaft damit den fünften Platz.

Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar Gold holten Maurer Christoph Rapp, Stuckateur Alexander Schmidt sowie Elisabeth Hölscher in der Disziplin Gesundheits- und Sozialbetreuung. SHK-Anlagenmechaniker Paul-Florian Schärschmidt, Kälte- und Klimatechniker Dominik Daferner und Elektroinstallateurin Diana Reuter kehrten mit der Silbermedaille nach Hause zurück. Die 22-Jährige kann sich zudem mit dem Titel "Best of Nation" schmücken, da sie die höchste Punktzahl aller 23 deutschen Teilnehmer aus Handwerk, Industrie und Dienstleistung erzielte. Auf dem Bronzerang landeten Fliesenleger Cedrik Knöpfle, die Betonbauer Medin Murati und Timo Schön sowie Seda Ocak, die im neuen Präsentationsskill Freight Forwarding angetreten war.  

Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar Von den insgesamt sechs Exzellenzmedaillen entfielen vier auf das Handwerk: Malerin- und Lackiererin Antje Harz, Kfz-Mechatroniker Nikolai Rölle, Klempner Benno Uhlmann und Schwerfahrzeugtechniker Andreas Enzensberger konnten sich über die Auszeichnung freuen, die für außergewöhnliche Leistungen vergeben wird. Weitere Medals of Excellence bekamen das Mechatroniker-Duo Thomas Kausler und Philipp Seitz sowie in der Disziplin CNC-Fräsen Robert Liebeskind.

"Alle Mitglieder der deutschen Mannschaft können zu Recht stolz sein auf ihre Leistung", so Hendrik Voß, Referatsleiter für berufliche Bildung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks und Technischer Delegierter für die EuroSkills. Obwohl sich zunehmend auch andere Nationen intensiv auf diesen Wettbewerb vorbereiten, belege Deutschland noch immer einen hervorragenden fünften Platz in der Nationenwertung. Die Ausbeute von acht Medaillen sei ein "grandioses Ergebnis". "Es bestätigt insbesondere die Arbeit unserer erfahrenen Experten, die ihre Kandidaten optimal auf diesen Wettbewerb vorbereitet haben."

Top Ten der Nationenwertung

Platz   
   Land    Punkte      Gold         Silber      Bronze      MoE     
1    Russland 74 9 8 2 10
2    Österreich 65 4 12 2 9
3    Frankreich 43 3 3 6 10
4    Ungarn 35 3 3 3 8
5    Deutschland 31 3 3 2 6
6    Schweiz 22 4 0 2 2
7    Finnland 18 1 0 4 6
7    Norwegen 18 1 1 3 5
9    Schweden 17 3 0 1 3
9    Großbritannien      17 1 0 3 7

Gold=4 Pkt., Silber=3 Pkt., Bronze=2 Pkt., Medal of Excellence=1 Pkt.

Starke Konkurrenz im SHK-Handwerk

Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar Die Konkurrenz bei den SHK-Anlagenmechanikern war hart. Wie André Schnabel erwartet hat. "Aus gemeinsamen Trainings mit den anderen Teilnehmern und durch den internationalen Austausch wussten wir, dass sechs der elf Nationen um Gold kämpfen werden", erklärt der Experte für den Skill 15 "Plumbing and Heating". Zehn Wochen lang hat er seinen Schützling Paul-Florian Schärschmidt "sehr intensiv" auf den Wettkampf bei den EuroSkills vorbereitet. "Alles, was wir im Vorfeld geprobt und besprochen hatten, konnten wir auch umsetzen", fasst der SHK-Unternehmer aus Leipzig seine Eindrücke zusammen. Dabei kam ihnen auch die räumliche Nähe zugute. Paul-Florian Schärschmidt arbeitet im väterlichen Betrieb KSM Schärschmidt in Markranstädt OT Großlehna – direkt vor den Toren der sächsischen Metropole.

Nach zwei Dritteln des Wettkampfes lagen alle Favoriten noch dicht beieinander. Einen entscheidenden Vorteil konnte sich der 23-Jährige am dritten und letzten Tag herausarbeiten. Eine für zwei Stunden ausgelegte Aufgabe bewältigte Paul-Florian Schärschmidt schon nach 80 Minuten. "Die eingesparte Zeit hat er genutzt, um die nächste Aufgabe noch sorgfältiger auszuführen." Der Lohn: volle Punktzahl beim Löten. Auch beim abschließenden Kundengespräch, das von den Kampfrichtern mit den Teilnehmern auf Englisch geführt wird, steckte der Junghandwerker aus Sachsen die Maximal-Punktzahl ein.

Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar Foto: © WorldSkills Germany/Frank Erpinar "Alle Leitungen waren dicht, alle Maße haben gestimmt und wir lagen innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters – Paul-Florian hat von der ersten bis zur letzten Minute alles gegeben", erklärt André Schnabel. Doch einer war noch besser. Das Rennen um Gold hat Florian Schwarzenauer für sich entscheiden. Der Österreicher holte 87 Punkte. Drei Zähler weniger sammelte Paul-Florian Schärschmidt, der sich damit über die Silbermedaille freuen konnte. Rang drei belegte mit 82 Punkten der Franzose Joris Vernadet. Gemeinsame Vierte wurden die Teilnehmer aus den Niederlanden, Russland und Großbritannien. Sie kamen alle jeweils auf 79 Punkte. "Am Ende haben wir neben dem Können auch die nötige Portion Glück gehabt", freut sich André Schnabel über die Spitzenplatzierung von Paul-Florian Schärschmidt.

Text: / handwerksblatt.de
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