Bestattermeisterin Anna Lutter steht vor einem Regal mit Urnen im Showroom ihres Bestattungshauses in Neuss. Sie hält eine weiße, mit Ranken verzierte Urne in ihren Händen.

Bestattermeisterin Anna Lutter will auf ihrem Instagram- und Facebook-Kanal einen Blick hinter die Kulissen eines Gewerbes gewähren, dem viele mit Angst begegnen. "Wir möchten zeigen, dass man auch den letzten Weg eines Menschen individuell und zeitgemäß gestalten kann. Dazu gehört es, Schwellenängste abzubauen und in guten Zeiten ins Gespräch zu kommen." (Foto: © Wilfried Meyer)

Sensibler Umgang ist wichtiger als effekthaschender Content

Betriebsführung

Bestatterin Anna Lutter hat ein individuelles Coaching mit einem Experten von Facebook gewonnen. Aus dem Gespräch hat sie viele wertvolle Tipps mitgenommen – doch nicht alles lässt sich in ihrem Fall umsetzen. 

Anna Lutter steht vor einem schwierigen Balanceakt. Die Bestattermeisterin könnte auf Kanälen wie Facebook und Instagram viele Menschen erreichen, um ihnen die Scheu vor Tod und Trauer zu nehmen. Allerdings muss sie dabei auch sehr behutsam sein. "Friseure oder Floristen haben es deutlich leichter als wir, da sie jeden Tag positive und schöne Bilder posten können", sagt die Unternehmerin aus Neuss, die sich im Frühjahr 2019 mit ihrem Bestattungshaus selbstständig gemacht hat. Ihren ersten Post bei Facebook und Instagram platziert sie im August. "Die Kunden informieren sich nicht nur über die Website, sondern sie schauen sich auch auf den Social-Media-Plattformen nach einem Betrieb um. Es wird das Medium genutzt, in dem man sich sonst bewegt."  

Schwellenängste abbauen

Auf ihrem Instagram-Kanal und Facebook-Kanal will Anna Lutter einen Blick hinter die Kulissen eines Gewerbes gewähren, dem viele mit Angst begegnen. "Wir möchten zeigen, dass man auch den letzten Weg eines Menschen individuell und zeitgemäß gestalten kann. Dazu gehört es, Schwellenängste abzubauen und in guten Zeiten ins Gespräch zu kommen." 

Außerdem soll aus den Beiträge hervorgehen, welche Firmenkultur das Bestattungshaus pflegt und wie sich die Bestattermeisterin zu verschiedenen Themen der Branche positioniert. Der Austausch mit Kollegen aus aller Welt ist ihr ebenfalls wichtig. 

Bewerbung fürs Coaching

Foto: © FacebookFoto: © Facebook

Anna Lutter versucht, möglichst regelmäßig zu posten, mindestens einmal die Woche, meistens zum Wochenende hin. "Zuletzt ist die Zahl unserer Abonnenten jedoch etwas stagniert und wir waren neugierig, wie wir neue Zielgruppen erschließen können", begründet sie ihre Entscheidung, sich für ein Coaching mit einem Experten von Facebook im Rahmen der Aktion "Little garage" zu bewerben.

 

Little garage Im Juli 2021 haben Facebook, Instagram und handwerksblatt.de im Rahmen der Aktion "Little garage" drei exklusive Einzel-Coachings mit einem Experten von Facebook verlost. Gewonnen haben die Haustechnik Henry Burmester GmbH, das Bestattungshaus Anna Lutter und das Atelier Wolkengold. Im Online-Artikel "Lässt sich da nicht etwas über Facebook machen, Chefin?" auf handwerksblatt.de wird ausführlich über das Coaching bei der Haustechnik Henry Burmester GmbH berichtet.  

Analyse des Facebook-Experten

Vom Feedback ist Anna Lutter positiv überrascht. "Der Experte hat sich unsere Kanäle sehr genau angeschaut und gesehen, dass wir schon verschiedene Dinge ausprobiert haben", freut sich die Unternehmerin. Im rund einstündigen Videochat erhält sie Tipps, worauf sie achten sollte, wenn man eine Story postet oder ein Video einstellt. 

Bezahlte Werbung stößt an Grenzen

Ein Hinweis des Experten: Neue Abonnenten und Kunden lassen sich neben dem organischen Wachstum durch die Anzahl und Frequenz der Beiträge auch über bezahlte Werbung dazu gewinnen. Anzeigen habe sie bereits geschaltet, wendet Anna Lutter ein. Die Wirkung stößt jedoch an Grenzen. "Grundsätzlich können wir mit unserer Werbung kein Bedürfnis beim Betrachter wecken wie beispielsweise eine Pizzeria." Der Balanceakt liege darin, Menschen zu informieren, sie aber nicht zu oft mit dem Thema zu konfrontieren. Die Botschaft sollte lauten: "Wir sind da, wenn Sie uns einmal brauchen!"

Einsatz von Stories und Videos

Den Rat, täglich Stories bei Instagram zu posten, würde Anna Lutter gerne beherzigen. "Das ist im Alltag aber nicht leistbar. Es wäre für den interessierten User bestimmt abwechslungsreich und spannend, aber der sensible Umgang mit unseren Angehörigen und deren Verstorbenen ist wichtiger als effekthaschender Content."

Über den Einsatz von Videos bei Instagram denkt die Bestatterin dagegen nach. Dies könne beispielsweise ein Statement zu aktuellen Themen sein oder ein kurzer Einblick, wie eine Abschiedsfeier dekoriert wird. "Wir arbeiten noch an einem Grundkonzept, das einen transparenten Blick hinter die Kulissen beinhaltet. Es soll in jedem Fall einen Mehrwert zu den Fotoaufnahmen bieten!" 

Expertentipps Anregungen für die Social-Media-Arbeit liefern die jeweils rund 20-minütigen Videos "Baue Deine Online-Präsenz auf Facebook und Instagram auf" und "Mache mit Facebook und Instagram die Angebote Deines Unternehmens bekannt". Sie sind in den Online-Beitrag "Expertentipps von Facebook und Instagram für Handwerker" auf handwerksblatt.de eingebunden.

Neue Formate ausprobieren

Vom Coaching hat sich Anna Lutter natürlich keine Patentlösung erhofft. Wertvolle Tipps seien auf jeden Fall dabei gewesen. Einzelunternehmer wie sie seien beim Aufbau und der Pflege ihrer Social-Media-Kanäle gerade am Anfang oft noch etwas unsicher. Insofern ist die Geschäftsführerin des Bestattungshauses für jeden Tipp eines Experten dankbar. "Das Coaching hat uns darin bestärkt, dass wir in die richtige Richtung denken und dass wir auch neue Formate ausprobieren sollten."

DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale DHB registrieren!

Text: / handwerksblatt.de