Die Stimmung unter den Franchiseunternehmen ist trotz Corona nicht ganz schlecht. Ausgenommen sind Gastronomie und Freizeit.

Die Stimmung unter den Franchiseunternehmen ist trotz Corona nicht ganz schlecht. Ausgenommen sind Gastronomie und Freizeit. (Foto: © Warakorn Harnprasop/123RF.com)

Franchise-Wirtschaft in Krise gewachsen

Lizenznehmer sind bislang gut durch die Krise gekommen. Davon ausgenommen sind allerdings Betriebe der Gastronomie oder der Freizeitgestaltung.

Die Zahlen sprechen für sich: Die gesamte Franchisewirtschaft hat im Coronajahr 2020 beim Umsatz um 4,6 Prozent auf 135 Milliarden Euro zugelegt. Hinter dieser Umsatzzahl stehen rund 930 Systeme mit 138.748 Partnern und 749.198 Mitarbeitern, vermeldet der Deutsche Franchiseverband mit Sitz in Berlin. Auch die Zahl der Franchisepartner legte mit 5.300 neuen Lizenznehmern um vier Prozent zu. Die Umsatzzuwächse gerade in der Zeiten einer Pandemie sind für den Verband ein Beweis für die Krisenfestigkeit und Resilienz von Franchise.

Allerdings muss man auch genauer hinschauen. Nicht durchweg herrscht Freude bei den Franchise-Systemen, da vor allem Unternehmen aus den Bereichen Gastronomie und Freizeit unter Corona leiden mussten. Fitness-Ketten, aber auch Systemgastronomie kam lockdownbedingt nicht auf einen grünen Zweig. Für Franchise im Handwerksbereich gilt auch eine unterschiedliche Entwicklung. Manche Bereiche wie Lizenzen für Bäcker und Friseure litten und leiden natürlich auch unter der Pandemie und haben Umsatzeinbußen. Dafür entwickelten sich die anderen Systeme entsprechend gut weiter. Rund elf Prozent der Franchise sind dem Handwerk zuzuordnen. Das sind rund 100 Systeme.

Stimmung steigt wieder an

Geht es nach dem Stimmungsindex in der Branche, ist nach einem Tief die Stimmungslage wieder deutlich gestiegen. Der bemisst in Prozent: Bei 100 Prozent heben sich positive und negative Erwartungen gegenseitig auf. Stand der Wert Ende 2019 auf 145 Prozent, sackte er zum Sommer auf 122 Prozent ab. Mit aktuell 138 Prozent blicken die Systemgeber wieder sehr positiv nach vorn. "Trotz dieser teils überraschend positiven Einschätzung hat die Pandemie ohne Zweifel ihre Spuren hinterlassen und wird es auch weiterhin tun", sagt Torben Leif Brodersen, Geschäftsführer des Deutschen Franchiseverbands. Dass die Zahlen aber für eine recht stabile Stimmungslage in den Systemen sprächen, zeuge von einer ausgeprägten Resilienz, also der Stärke, negativen Einflüssen zu trotzen, Lösungen zu finden und gestärkt aus der Krise hervorzugehen. "Diese Haltung sehen wir bei einem Großteil von Franchiseunternehmern – auf Nehmer- wie Geberseite. Dass dies nicht nur im persönlichen Kontakt mit unseren Mitgliedern, sondern auch über die Statistik in Zahlen abgebildet wird, bestätigt das stabile Abwehrsystem unseres Wirtschaftszweiges", so Brodersen.

Text: / handwerksblatt.de

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