Ann-Kathrin Unkelbach ist Hörgeräteaktustiker-Meisterin und hat die 2019 Hörgeräte Manufaktur in Bad Honnef gegründet.

Ann-Kathrin Unkelbach ist Hörgeräteakustiker-Meisterin und hat die 2019 gemeinsam mit ihrem Mann Jan, ebenfalls Hörgeräteakustik-Meister, die Hörgeräte Manufaktur in Bad Honnef gegründet. (Foto: © NRW.BANK)

Hörgeräte Manufaktur auf dem Siegertreppchen beim Gründerpreis NRW

Betriebsführung

Das sind die innovativsten Gründer des Landes NRW: Die Schüttflix GmbH aus Gütersloh gewinnt mit einer digitalen Innovation für die Baubranche den Gründerpreis NRW. Die dermanostic GmbH aus Düsseldorf und die Hörgeräte Manufaktur aus Bad Honnef kommen auf Platz zwei und drei.

Die Schüttflix GmbH aus Gütersloh gewinnt den Gründerpreis NRW 2021 und sichert sich ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro. Die Gründer Christian Hülsewig und Thomas Hagedorn überzeugten die Jury mit einer App, die das Transportwesen in der Baubranche effizienter macht.

Die digitale Plattform bringt seit 2018 Auftraggeber für die Entsorgung von Schüttgütern sowie Bau- und Abbruchabfällen mit Entsorgungsexperten zusammen. "Diese systematische Vernetzung von Angebot und Nachfrage spart Zeit und Kosten und reduziert zugleich den CO2-Ausstoß", so die Jury.

Platz zwei belegt die dermanostic GmbH aus Düsseldorf und den dritten Platz sichert sich die Hörgeräte Manufaktur von Ann-Kathrin und Jan Unkelbach aus Bad Honnef. 

Zum zehnten Mal haben das Wirtschafts- und Digitalministerium des Landes und die NRW.Bank den Gründerpreis NRW für innovative und zukunftsweisende Geschäftsideen vergeben. Die Preisverleihung  wurde live aus dem Museum K21 in Düsseldorf gestreamt.

Wirtschaftliche Innovationskraft aus Gütersloh

Nils Klose ist Geschäftsführer von Schüttflix. Foto: © NRW.BANKNils Klose ist Geschäftsführer von Schüttflix. Foto: © NRW.BANK


Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) zeigte sich beeindruckt, wie Schüttflix mit digitalen Anwendungen komplexe Abläufe in der Bauwirtschaft vereinfacht und so für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit sorgt.

"Die Gründer aus Gütersloh zeigen beispielhaft, wie man als junges Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen mit Innovationskraft, Mut und Expertise erfolgreich Veränderungen für eine ganze Branche anstoßen kann", so der Minister.

"Die Schüttflix GmbH lebt wirtschaftliche Innovationkraft nachhaltig vor und bereichert auf diese Weise eine ganze Branche", sagte Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank. "In diesem Sinne freuen wir uns, das Unternehmen im Rahmen dieser Jubiläumsausgabe mit dem Gründerpreis NRW auszeichnen zu können."

App für Hautveränderungen 

Die dermanostic GmbH hat eine App entwickelt. Foto: © NRW.BANKDie dermanostic GmbH hat eine App entwickelt. Foto: © NRW.BANK

Den zweiten Platz erreicht die dermanostic GmbH aus Düsseldorf und erhält damit 20.000 Euro Preisgeld. Das Gründerteam aus Dr. Alice Martin, Dr. Ole Martin, Dr. Estefania Lang und Patrick Lang entwickelte eine international einsetzbare App, mit der Patientinnen und Patienten Fotos von Hautveränderungen an ein Netzwerk von Fachärztinnen und -ärzten senden können.

Von dort erhalten sie Behandlungsempfehlungen und Rezepte. Die App funktioniert als Online-Hautarztpraxis. Das Unternehmen möchte jetzt Kooperationen mit sozialen Organisationen wie UNICEF oder "Ärzte ohne Grenzen" umsetzen.

Fernanpassung der Hörgeräte via iPad

Der dritte Platz geht an die Hörgeräte Manufaktur aus Bad Honnef. Das 2019 von Ann-Kathrin und Jan Unkelbach gegründete Unternehmen erhält ein Preisgeld von 10.000 Euro. Das Gründerpaar, beide Hörgeräteaktustiker-Meister, ermöglicht Menschen mit Hörminderung die Rückkehr in eine akustische Welt und begleitet sie bei der Akklimatisierung.

Als Reaktion auf die Corona-Pandemie setzt das junge Unternehmen verstärkt auf Fernanpassung mithilfe von iPads. Die Feinanpassung der Hörgeräte findet nun mit einer speziellen Software per Videoanruf im häuslichen Umfeld des Kunden statt. Für die Zeit der Anpassung bekommt der Kunde das iPad mit nach Hause. 

Das innovative Handwerksunternehmen geht auch mit einer 32-Stunden-Woche und einem hybriden Arbeitsplatzmodell besondere Wege. "Ich freue mich, dass das Geschäftsmodell zeigt, dass man auch im Handwerk Innovationen vorantreiben kann", sagte Laudator Matthias Bohm von der Grubenhelden GmbH, der 2020 den dritten Platz belegte.

Die Kunden der Hörgeräte Manufaktur gehören zum Teil zur Corona-Risikogruppe. Entsprechend gut ist es für sie in der Coronazeit auch von zuhause aus ihr Hörgerät einstellen lassen zu können.

Die Unternehmer haben für ihre Innovation Fördermittel vom Land NRW - die Digitalisierungsprämie NRW - erhalten, um nach der Gründung die Investition zu tätigen. 

Die Jury Die Jury des Gründerpreis NRW unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Christine K. Volkmann besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der NRW.Bank sowie Existenzgründungs- und Wirtschaftsexpertinnen und -experten aus Nordrhein-Westfalen. Rund 140 Gründerinnen und Gründer hatten sich um den Preis beworben.

Quelle: NRW.BANK

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Text: / handwerksblatt.de

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