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Kein "Gewerkschaftsbonus" im Gebäudereiniger-Handwerk

Betriebsführung

Der Unternehmerverband der Gebäudereiniger hat die Tarifgespräche mit der IG BAU abgebrochen. Die Sonderzahlung für Gewerkschaftsmitglieder wird es nicht geben.

Es wird keinen "Gewerkschaftsbonus" geben. Das meldet der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV), der die Tarifgespräche mit der Gewerkschaft IG BAU vorzeitig abgebrochen hat.

Im November 2024 hatten der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) und die IG BAU vereinbart, dass sie sich ein Jahr später zu Gesprächen über eine mögliche Jahressonderzahlung für IG-BAU-Mitglieder treffen. Diesen sogenannten "Gewerkschaftsbonus" hätten nur Reinigungskräfte erhalten, die sowohl IG-BAU-Mitglied sind als auch in einem Innungsbetrieb arbeiten.

Man habe ein Jahr lang in den Gremien darüber beraten, so der BIV. Es folgte die erste Tarifrunde im November 2025 in Frankfurt am Main. Nach weiteren internen Diskussionen habe die BIV-Tarifkommission einstimmig beschlossen, dass es kein zweites Treffen mit der Gewerkschaft zu der Thematik geben wird. "Nach Jahren der Rezession und Stagnation sind weitere finanzielle Belastungen für die Unternehmen ohne spürbare wirtschaftliche Erholung schlicht unverantwortlich", begründet der Unternehmensverband die Entscheidung.

IG BAU: "Das beschädigt das Fundament, auf dem diese Branche steht"

Die Gewerkschaft reagierte mit großem Unverständnis. Noch in der letzten Tarifrunde hätten die Arbeitgeber zugesichert, über eine Jahressonderzahlung zu verhandeln. "Jetzt ziehen sie sich zurück – mit dem Hinweis, es gebe keinen finanziellen Spielraum und man könne eine solche Zahlung den Kunden nicht erklären", sagt Ulrike Laux, Vorstandsmitglied der IG BAU und Verhandlungsführerin. "Damit lassen die Arbeitgeber das Vertrauen der Beschäftigten im sprichwörtlichen Keller stehen. Tarifverhandlungen leben von Verlässlichkeit. Wer Zusagen macht und sie anschließend kassiert, beschädigt das Fundament, auf dem diese Branche steht."

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"Sauberkeit gibt es nicht zum Nulltarif", betont Laux. "Dass Kolleginnen und Kollegen eine Jahressonderzahlung fordern, ist nichts Neues – diese Forderung steht seit über zehn Jahren im Raum und ist in vielen Branchen längst selbstverständlich."

Die IG BAU sei gesprächsbereit und würde auch einen stufenweisen Einstieg in eine Jahressonderzahlung mittragen, heißt es weiter. Die Arbeitgeber sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren. 

Quelle: BIV; IG BAU

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Text: / handwerksblatt.de

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