Foto: © Michael Jordan
HWK Koblenz | März 2026
Starke Partner: Die Meistermacher der HwK Koblenz
Die Meisterakademie der HwK Koblenz begleitet angehende Meister von der ersten Anfrage bis zum Meisterbrief – persönlich und stets ansprechbar.
Wirtschaftlich ist der Midijob für Arbeitgeber meist sinnvoller, sagt Viola Bischoff von der Handwerkskammer Konstanz. (Foto: © Dmytro/123RF.com)
Vorlesen:
März 2026
Über einen Midijob kann Beschäftigung für Arbeitgeber im Handwerk oft günstiger sein als über den Minijob. Minijobs sind zwar flexibler, können aber schnell zur Kostenfalle werden, sagt Viola Bischoff, Rechtsexpertin bei der HWK Konstanz.
Seit Jahresbeginn liegt die Grenze für Minijobber bei 603 Euro im Monat. Für viele Handwerksbetriebe klingt es daher attraktiv, Mitarbeiter über einen Minijob zu beschäftigen. Doch Viola Bischoff, Rechtsexpertin bei der Handwerkskammer Konstanz, rät Arbeitgebern genau nachzurechnen, denn Minijobs seien nicht unbedingt die günstigste Lösung.
Auch Minijobber haben Anspruch auf bezahlten Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und den gesetzlichen Mindestlohn – in vielen Gewerken sogar auf höhere Branchenmindestlöhne. "Dadurch reduziert sich die Arbeitszeit schnell auf etwa zehn Stunden pro Woche", sagt Bischoff.
Steigende Mindestlöhne würden direkt zu weniger verfügbarer Arbeitsleistung führen. Zusätzlich werden für Minijobber hohe pauschale Sozialabgaben und Umlagen fällig, die Arbeitgeber tragen müssen. Das sind höchstens 31,17 Prozent des Verdienstes.
"Minijobber sind auch nicht eigenständig krankenversichert. Bei längeren Ausfällen kann das ein organisatorisches und wirtschaftliches Risiko sein", betont Viola Bischoff. Ein weiterer Nachteil für Arbeitgeber und Arbeitnehmer: Minijobber haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld."
Für viele Handwerksunternehmen lohne sich daher ein Blick auf den Midijob. Dieser gilt für Beschäftigungen mit einem monatlichen Brutto-Verdienst zwischen 603,01 und 2.000 Euro. Damit liegt er zwischen Minijob und regulärer Anstellung und ist sozialversicherungspflichtig.
Die Sozialversicherungsbeiträge fallen gleitend von 28 auf etwa 20 Prozent bei der oberen Verdienstgrenze. Außerdem haben Midijobber Anspruch auf Kurzarbeitergeld – ein Vorteil in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Viola Bischoff weist darauf hin, dass Betriebe die Verdienstgrenzen bei Midijobbern regelmäßig prüfen sollten: "Ein Überschreiten der Obergrenze führt zu einer voll sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Dann können die Abgaben wieder steigen."
Minijobs bieten also Flexibilität, können jedoch zur Kostenfalle werden. "Gerade im Handwerk ist der Midijob häufig die wirtschaftlich sinnvollere Alternative, wenn Arbeitszeiten, Mindestlöhne, Sozialversicherungsbeiträge und betriebliche Risiken realistisch kalkuliert werden", sagt die Rechtsexpertin.
➡️ Besonders wichtig: Bei Anpassung der wöchentlichen Arbeitszeit oder beim Einsatz mehrerer Minijobber sollten Arbeitgeber die Stundensätze genau berechnen.
Flyer oder Tools zur Berechnung der Handwerkerstunde helfen, die Kosten transparent zu halten. Einen Mini- beziehungsweise Midijob-Rechner gibt es bei der Minijobzentrale, "Minijobs sind praktisch, dürfen aber nicht zur Kostenfalle werden", so Viola Bischoff.
Quelle: Handwerkskammer Konstanz
DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Kommentar schreiben