Das Siegel soll dafür sorgen, dass Frauen im Handwerk stärker wahrgenommen werden. Am 18. Januar wurde es zum ersten mal verliehen: an die Tischlerei Zimmerei Lotze-Franke in Hannoversch-Münden.

Das Siegel soll dafür sorgen, dass Frauen im Handwerk stärker wahrgenommen werden. Am 18. Januar wurde es zum ersten mal verliehen: an die Tischlerei Zimmerei Lotze-Franke in Hannoversch-Münden. (Foto: © UFH Bundesverband)

Neues Siegel für Betriebe: "Handwerk ist hier auch Frauensache"

Betriebsführung

Mädchen und Frauen sind im Handwerk willkommen. Sie sollen ihren Beruf frei von Klischees wählen. Um diese Botschaft zu verbreiten, verleiht der Bundesverband UnternehmerFrauen im Handwerk das neue Siegel "Handwerk ist hier auch Frauensache".

Die UnternehmerFrauen im Handwerk wollen Mädchen und junge Frauen ermutigen, sich nicht abschrecken zu lassen, wenn sie sich für einen klassisch geprägten männlichen Handwerksberuf interessieren. Dafür wollen die UnternehmerFrauen ein Zeichen setzen, und zwar mit dem neuen Siegel "Handwerk ist hier auch Frauensache"

Als erster Betrieb wurde am 18. Januar 2022 die Zimmerei Lotze-Franke in Hannoversch-Münden ausgezeichnet. "Das Vorurteil, Handwerk sei Männersache, existiert leider immer noch", sagt UFH-Bundesvorsitzende Tatjana Lanvermann. "Uns ist es wichtig, dass Mädchen und junge Frauen ihren Beruf frei von Klischees, rein nach ihren Interessen und Fähigkeiten, wählen." 

UFH-Bundesvorsitzende Tatjana Lanvermann Foto: © LanvermannUFH-Bundesvorsitzende Tatjana Lanvermann Foto: © Lanvermann

Mit dem Siegel zeichnet der Verband Mitgliedsbetriebe aus, die Mädchen und Frauen auf ihrem Weg ins Handwerk ausdrücklich unterstützen.

"Wir sorgen mit dem Siegel dafür, dass Frauen im Handwerk stärker wahrgenommen werden", betont Lanvermann. "Die Betriebe können damit demonstrieren, dass Mädchen und Frauen bei ihnen willkommen sind und Hemmschwellen senken." 

Seit Oktober 2021 konnten sich Handwerksbetriebe um das Siegel beim UFH bewerben. Zum Auftakt des Projektes waren Elke Büdenbender und ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer eingeladen. Seitdem konnten sich UFH-Mitgliedsbetriebe um das Siegel bewerben.

Dazu musste ein Fragebogen ausgefüllt werden, der unter anderem Aussagen zum Thema Frauenförderung im Handwerk enthält.

Infoflyer Mehr Informationen gibt es in einem  Flyer über das neue Siegel

Mit dem Siegel in Stellenanzeigen und auf Ausbildungsmessen werben

Nur wer Aussagen wie "Frauen und Männer arbeiten in unserem Betrieb gut zusammen" oder "Gleichberechtigung ist Teil unserer Unternehmenskultur" und einer Selbstverpflichtung zustimmt, erhält die Auszeichnung. Insgesamt hätten sich bis jetzt über 30 Betriebe erfolgreich beworben. 

Interview mit Tatjana Lanvermann Ein großes Interview mit der neuen UFH-Bundesvorsitzenden Tatjana Lanvermann finden Sie hier

Meike Lotze-Franke, Michael Franke und Auszubildende Carolin Fette. Foto: © UFH BundesverbandMeike Lotze-Franke, Michael Franke und Auszubildende Carolin Fette. Foto: © UFH Bundesverband

Die Zimmerei Lotze-Franke hatte sich als erster Betrieb um das Siegel bemüht und wurde nun als erstes Unternehmen von Tatjana Lanvermann persönlich ausgezeichnet. "Ich habe mich beworben, weil ich die Rolle der Frau im Handwerk, vor allem im Baubereich, stärken möchte", sagt Meike Lotze-Franke, die gemeinsam mit ihrem Mann den Betrieb führt.

Seit anderthalb Jahren lernt Carolin Fette den Beruf der Zimmerin bei Lotze-Franke. Und es dürfen gern mehr weibliche Auszubildende werden. Mit dem Siegel möchte der Betrieb in Stellenanzeigen und auf Ausbildungsmessen werben, um gezielt Mädchen anzusprechen.

Quelle: UFH Bundesverband

Siegel schaffen Vertrauen

Das Bio-Siegel auf dem Brot oder Eierkarton, das Fairtrade-Logo auf den Kaffeebohnen geben dem Kunden ein gutes Gefühl. Und wer hat sich noch nicht dabei ertappt, dass er sich für ein Produkt entschieden hat, weil ein Aufkleber mit einem positiven Urteil der Stiftung Warentest drauf war? Auch für das Handwerk gibt es eine Vielzahl von Siegeln, Markenzeichen und Zertifikaten, die die Betriebe für ihr Marketing nutzen können – branchenübergreifende und auch branchenbezogene. Wobei das Siegel "Meisterbetrieb" für die Verbraucher ja ohnehin ein wichtiges Qualitätsmerkmale ist.

Siegel drauf – ausgewählte Beispiele

Generationenfreundlicher Betrieb:

Das Markenzeichen "Generationenfreundlicher Betrieb" des ZDH steht allen Handwerkern offen, die im Wettbewerb um die kaufkräftige und anspruchsvolle ältere Kundschaft punkten wollen. Die Teilnahme ist für den Betrieb mit wenig Aufwand verbunden. Der Chef oder einer seiner Mitarbeiter muss eine Schulung durchlaufen oder frühere Qualifikationen nachweisen. Die Schulungen werden bei den Handwerkskammern angeboten. Der Betrieb kann dann mit Aufklebern, Plakaten, auf der Internetplattform generationenfreundlicher-betrieb.de und in der örtlichen Presse damit werben, dass er ein Handwerker ist, der sich mit Themen wie Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit auskennt.

Familienfreundliche Unternehmen:

Handwerksbetriebe müssen viel für ihr Image als attraktiver Arbeitgeber tun. Besonders beliebt sind da Zertifikate im Bereich Familienfreundlichkeit oder Unternehmenskultur. Da gibt es zum Beispiel bundesweite Zertifikate, wie "berufundfamilie" oder das Siegel "Familienfreundlicher Arbeitgeber", die allerdings seltener im Handwerk und eher von großen Unternehmen wie Banken und Versicherungskonzernen oder öffentlichen Einrichtungen genutzt werden. Die Handwerkskammern helfen dabei, das passende Siegel auch auf regionaler Ebene zu finden.

Bio:

Verbraucher ernähren sich immer bewusster und achten beim Einkauf verstärkt auf Biosiegel, Regionalität, Umweltschutz oder Fairtrade. Das spüren auch die Nahrungsmittelhandwerke. Vor allem die Bäcker, aber auch Fleischer oder Speiseeishersteller bieten immer mehr Bio-Produkte an oder stellen ihr Sortiment komplett auf Bio um. Die Betriebe haben dann die Wahl zwischen den verschiedenen Siegeln, angefangen vom sechseckigen Bio-Siegel über das Demeter-, Naturland oder das Biolandsiegel.

Umweltsiegel:

Brandenburger Handwerksbetriebe, die sich konsequent umweltbewusst ausrichten und durch einen geringeren Materialverbrauch oder eine effizientere Energienutzung die Betriebskosten senken, dürfen das Brandenburger Umweltsiegel tragen. Mehr Informationen dazu gibt es bei den Handwerkskammern.

 

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Text: / handwerksblatt.de

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