In zahlreichen Neubausiedlungen sieht man heute Wärmepumpen wie rechts im Bild.

In zahlreichen Neubausiedlungen sieht man heute Wärmepumpen wie rechts im Bild. (Foto: © Bundesverband Wärmepumpen)

Senkrechtstarter Wärmepumpe

Betriebsführung

In einem gemeinsamen Statement mit der Wirtschaft hat die Bundesregierung das Ziel ausgerufen, dass bis 2030 bis zu sechs Millionen Wärmepumpen installiert werden sollen.

Ein gewaltiger Kraftakt, wenn man bedenkt, dass die Produktion aktuell nicht nachkommt und auch die Fachkräfte zum Einbau mangeln. Doch wieso ist die Wärmepumpe aktuell der Senkrechtstarter unter den Heizformen? Und was sind ihre Vorteile, was ihre Nachteile?

Zwei Entwicklungen lassen die Wärmepumpe aktuell besonders attraktiv erscheinen: Zum einen ist es der Klimawandel, zum anderen sind es die Bestrebungen, unabhängiger von Putins Gasversorgung zu werden. Im Rahmen der Energiewende ist eine Umstellung der Energieversorgung von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Gas oder Öl hin zu erneuerbaren Energien wie Sonne, Wind und Wasser das Gebot. So wurde ein noch schnellerer Ausbau der erneuerbaren Stromversorgung angekündigt: Statt bis 2050 soll der Strom in Deutschland schon bis 2035 nahezu vollständig aus erneuerbaren Energien stammen.

Hohe Effizienz

Hier kommt die Wärmepumpe ins Spiel. Die regenerativ erzeugte Energie soll möglichst effizient genutzt werden – vor allem auch beim Heizen. Die Effizienz einer Wärmepumpe ist besonders hoch, wie Prof. Dipl.-Ing. Werner Schenk (Hochschule München) herausfand. So kann eine Wärmepumpe mit 10 kWh regenerativem Strom 45 kWh Wärmeenergie erzeugen, was sie deutlich von vergleichbaren Technologien abhebt.

Sie nutzt dabei die in der Umwelt gespeicherte thermische Energie, um Gebäude zu erwärmen. Dies geschieht jedoch nicht durch Verbrennung wie etwa bei Holz-, Öl- oder Gasheizungen, sondern durch einen technischen Prozess – ähnlich wie beim Kühlschrank – wodurch die Umweltwärme im Heizungssystem verwendet werden kann.

Geringe CO2-Emissionen

Auch bei den CO2-Emissionen schneidet die Wärmepumpe deutlich besser ab als alternative Heizmethoden mit fossilen Brennstoffen. Bei der Nutzung von Erdgas als Primärenergie emittiert eine Wärmepumpe im Vergleich zu einer Gastherme 149 kg/kWh weniger CO2. Durch die Nutzung von Ökostrom kann der CO2-Ausstoß sogar auf 0 kg/kWh gesenkt werden.

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Praxis Wärmepumpe 
Technik, Planung, Installation. Geothermische Energie wird in Deutschland noch zu wenig genutzt, ist aber stetig auf dem Vormarsch: Der Anteil durch Geothermie erzeugter Energie an den erneuerbaren Energien steigt von Jahr zu Jahr und liegt aktuell um die 15 Prozent. In der Hauptsache geht es dabei um Wärmepumpen. 

Kosten und Anwendungsbereiche

In die Euphorie um die Wärmepumpe mischen sich auch Wermutstropfen, sind doch Anschaffung und Installation relativ kostspielig. Ein weiterer Punkt: Im Bestand wird der Einbau zuweilen kritisch gesehen, wenngleich ein Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zu dem Ergebnis kam, dass die Wärmeerzeuger auch in Bestandsgebäuden zuverlässig und ökologisch vorteilhaft funktionieren. In dem Projekt »WPsmart im Bestand« untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 56 bestehende Gebäude mit Wärmepumpen. Die Geräte funktionierten meist einwandfrei, beim Betrieb kam es nur selten zu Störungen.

Dennoch sind Wärmepumpen in Bestandsgebäuden kein Selbstläufer und im Ergebnis häufig abhängig von den individuellen Gegebenheiten vor Ort. Hier ist eine umfassende Beratung gefragt. Auch in puncto Geräuschpegel wird aktuell nach Möglichkeiten der Optimierung durch geräuscharme Modelle gesucht.

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Text: / handwerksblatt.de

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