Zum neuen Jahr setzt die Firma Bönninger Gerüstbau Dortmund am Hauptbahnhof mit ihrem Plakat ein wichtiges Statement:  Stop Racism!

Zum neuen Jahr setzt die Firma Bönninger Gerüstbau Dortmund am Hauptbahnhof mit ihrem Plakat ein wichtiges Statement: Stop Racism! Das eigene Team ist schon immer multikulturell. (Foto: © Bönninger Gerüstbau GmbH & Co. KG)

Stop Racism! Gerüstbauer wirbt mit Riesenplakat gegen Rassismus

Betriebsführung

Die Botschaft ist eindeutig: "Stop Racism" steht auf dem 500 Quadratmeter großen Plakat, mit dem das Dortmunder Gerüstbauunternehmen Bönninger am Hauptbahnhof ein klares Zeichen gegen Rassismus setzt.

Das Plakat von 500 Quadratmeter der Gerüstbaufirma Bönninger, das direkt am Dortmunder Hauptbahnhof hängt, soll Augen öffnen und ein Statement setzen. "Stop Racism" steht darauf in großen Lettern. Mitarbeiter des Gerüstbauunternehmens aus den verschiedensten Nationen sitzen nebeneinander wie auf dem berühmten Werbefoto "Mittagspause auf einem Wolkenkratzer." 

Christian Bönninger Foto: © Bönninger Gerüstbau GmbH & Co. KGChristian Bönninger Foto: © Bönninger Gerüstbau GmbH & Co. KG

"Unsere Belegschaft ist multikulturell und kunterbunt", erzählt Gerüstbauermeister Christian Bönninger. Der von seinen Eltern Andreas und Carmen Bönninger vor über 30 Jahren gegründete Familienbetrieb beschäftigt heute 120 Mitarbeiter. Bestimmt 15 Nationen seien darunter.

"Die Baubranche boomt, Leute zu bekommen ist schwierig bis unmöglich. Wer anpacken kann ist herzlich willkommen." Für den Betrieb gab es noch nie einen Grund, auf Herkunft, Geschlecht, Aussehen oder Orientierungen der Bewerber zu achten. "Das war für uns noch nie ein Thema."

Ausländerfeindliche Sprüche von Kunden

Die meisten, aber eben nicht alle Kunden sehen das auch so. "Wir werden immer wieder mit dummen Kommentaren bis hin zu ausländerfeindlichen Sprüchen konfrontiert", berichtet der Unternehmer. Da heißt es dann, "Schickt mir nur Deutsche" oder "Was soll der Schwarze auf der Baustelle?"  

Foto: © Bönninger Gerüstbau GmbH & Co. KGFoto: © Bönninger Gerüstbau GmbH & Co. KG

"Gemeint ist ein Mitarbeiter aus Nigeria, der seit zwei Jahren bei uns arbeitet, seine Sozialabgaben zahlt und immer mit Spaß bei der Arbeit ist", sagt Christian Bönninger.

Gerade solche offenen Anfeindungen treffen ihn besonders hart. Die Unternehmerfamilie setzt sich gerade persönlich dafür ein, dass der betreffende Mitarbeiter in Deutschland bleiben kann und nicht abgeschoben wird. "Wir unterstützen unsere Mitarbeiter wo es nur geht."

Gesellschaft geprägt von Rassismus und Diskriminierung

"Auch in der heutigen Zeit ist die Gesellschaft geprägt von Rassismus und Diskriminierung. Viel zu oft werden die Augen verschlossen und es wird weggesehen, statt eingegriffen", sagt Bönninger.

Mitarbeiter der Firma Bönninger im Stil eines berühmten Werbeplakats. Foto: © Bönninger Gerüstbau GmbH & Co. KGMitarbeiter der Firma Bönninger im Stil eines berühmten Werbeplakats. Foto: © Bönninger Gerüstbau GmbH & Co. KG

Das war der Antrieb für die Unternehmerfamilie im Frühjahr 2021 ein Zeichen zu setzen. Damals hat der Betrieb zum ersten Mal das Riesenplakat an der prominenten Stelle in der Dortmunder Innenstadt an einem Hochhaus neben dem Hauptbahnhof aufgehängt. Das Gerüst sichert das Gebäude schon seit sechs Jahren.

"Wir hatten viele positive Rückmeldungen, aber leider auch etliche anonyme Drohanrufe und Mails", erzählt Christian Bönninger. AfD-Abgeordnete hätten im Internet von einem "Schandfleck" für die Stadt geschrieben. "Das war schon der Wahnsinn. Aber es hat uns nur bestärkt, das Werbeplakat im neuen Jahr erneut aufzuhängen." 

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Text: / handwerksblatt.de

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