Foto: © igorvkv/123RF.com
HWK Münster | Juni 2026
Chancen auf dem britischen Markt ausloten
Am 18. und 19. Juni finden individuelle Beratungstage für Handwerksbetriebe zum Markt in Großbritannien statt.
Der branchenübergreifende Zahlungsverzug liegt in Deutschland bei 7,7 Tagen - genau wie im Vorjahr. (Foto: © andreypopov/123RF.com)
Vorlesen:
Juni 2026
Trotz schwacher Konjunktur und hohen Kosten: Deutsche Unternehmen zahlen nach wie vor pünktlich ihre Rechnungen. Im Schnitt nach 7,7 Tagen. Das meldet Creditreform. Der Haken: Wer sein Geld zusammenhält, der investiert wenig.
Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen bleibt stabil. Im ersten Quartal 2026 lag der branchenübergreifende Zahlungsverzug im Durchschnitt bei 7,7 Tagen – exakt auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Trotz schwacher Konjunktur, hoher Kosten und anhaltender Investitionszurückhaltung zeigt sich damit bislang kein breiter Einbruch bei der Zahlungsfähigkeit der Betriebe. Nach Angaben von Creditreform zahlten Unternehmen in Deutschland ihre Rechnungen im ersten Quartal 2026 im Schnitt also genauso schnell wie im ersten Quartal 2025.
Der Zahlungsverzug blieb unverändert bei 7,7 Tagen. "Die Zahlungsmoral der Unternehmen bleibt stabil – das ist in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld zunächst ein robustes Signal", sagte Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Wirtschaftsforschung bei Creditreform. Er warnt aber davor, die Entwicklung als echte Entspannung zu werten. Viele Betriebe hielten ihre Liquidität zusammen, investierten zu wenig und fragten weiterhin selten Kredite für Investitionen nach. Gerade diese Investitionen seien jedoch notwendig, um den Standort wettbewerbsfähig zu halten.
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Bundesländern. Am schnellsten zahlten Unternehmen in Rheinland-Pfalz mit einem durchschnittlichen Zahlungsverzug von 6,1 Tagen, gefolgt von Sachsen mit 6,2 Tagen und Bayern mit 6,7 Tagen.
Am Ende der Rangliste stehen Schleswig-Holstein mit 9,8 Tagen, Hamburg mit 10,0 Tagen und Mecklenburg-Vorpommern mit 10,9 Tagen. Mecklenburg-Vorpommern bleibt damit erneut das Bundesland mit der schwächsten Zahlungsmoral.
Auch zwischen den Branchen fällt das Zahlungsverhalten unterschiedlich aus. Besonders problematisch bleibt laut Creditreform die Lage im Baugewerbe. Dort stieg der durchschnittliche Zahlungsverzug im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 13,5 auf 15,0 Tage. Damit weist die Branche erneut den mit Abstand schlechtesten Wert auf.
Überdurchschnittlich spät zahlten außerdem persönliche Dienstleister mit 10,2 Tagen sowie Unternehmen aus dem Bereich Verkehr und Logistik mit 8,4 Tagen. Deutlich besser schnitten dagegen der Einzelhandel mit 6,1 Tagen, der Großhandel mit 5,9 Tagen sowie die Branche Chemie/Kunststoffe ab. Letztere verzeichnete mit 4,9 Tagen den niedrigsten Zahlungsverzug.
Grundlage der Auswertung ist das Debitorenregister Deutschland von Creditreform. Darin werden monatlich rund 16,3 Millionen branchenübergreifende Zahlungserfahrungen über deutsche Unternehmen analysiert. Der Zahlungsverzug ergibt sich aus der Differenz zwischen dem vereinbarten Zahlungsziel und dem tatsächlichen Zahlungseingang.
Quelle: Creditreform
DHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Kommentar schreiben