Berufliche Exzellenz basiert auf einer hervorragenden Aus- und Fortbildung. Wer erfolgreiche junge Fachkräfte wie den Zimmerer Philipp Kaiser (Silbermedaillengewinner bei den WorldSkills 2022) hervorbringen möchte, muss auch in die Bildungsstätten des Handwerks investieren. Diese und viele weitere Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen Bildung erhofft sich der ZDH von der Exzellenzinitiative des Bundesbildungsministeriums. (Foto: © ZDB/Trenkler)

Exzellenzinitiative soll Berufsbildung neuen Schub geben

Bildung

Bildungsministerin Stark-Watzinger hat die Exzellenzinitiative Berufliche Bildung vorgestellt. Zur Umsetzung der angekündigten Maßnahmen regt ZDH-Präsident Wollseifer an, die Akteure der beruflichen Bildung stärker einzubinden.

"Gut qualifizierte Fachkräfte sind das Kapital unseres Landes. Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir stehen. Aber immer weniger junge Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung trotz sehr guter Karriereaussichten", erklärte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) zum Start der Exzellenzinitiative am 5. Dezember. Damit wolle man der beruflichen Bildung einen neuen Schub geben.

Mit dem Dreiklang der drei "i" – "individueller, innovativer und  internationaler" – möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels leisten.  

  • Mit der Förderung individueller Chancen wolle man die Sichtbarkeit für die Potenziale einer Ausbildung erhöhen. 
  • Es sollen gezielte Impulse für innovative Angebote sowie eine moderne Infrastruktur für die Berufsbildung gesetzt werden. 
  • Die internationale Mobilität soll erhöht und eine internationale Perspektive auch in der beruflichen Bildung zur Selbstverständlichkeit gemacht werden.  

 

Exzellenzinitiative Berufliche Bildung Die Exzellenzinitiative Berufliche Bildung ist laut dem Bundesbildungsministerium eine Dachmarke, unter der es für die 20. Wahlperiode bestehende Aktivitäten gezielt weiterentwickelt und mit neuen Initiativen bündelt. Hierzu nehme das BMBF bis 2026 insgesamt rund 750 Millionen Euro in die Hand. Ziel der Exzellenzinitiative sei es, die Attraktivität einer dualen Berufsausbildung für alle jungen Menschen zu erhöhen. Mit Blick auf Demografie und erheblich gewachsene Abiturientenquote lege sie zudem einen besonderen Fokus auf die jungen Menschen, die sich zwischen den verschiedenen Qualifizierungswegen Ausbildung, Studium und Fachschule entscheiden können.

Statement des ZDH

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer Foto: © ZDH/SchueringZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer Foto: © ZDH/Schuering

Mit der Exzellenzinitiative für die berufliche Bildung greift Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger wichtige Forderungen des Handwerks auf, so Hans Peter Wollseifer. Bei der Umsetzung der angekündigten Maßnahmen müssen für den Präsidenten des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) die Akteure der beruflichen Bildung jedoch stärker eingebunden werden. "Wir brauchen eine angemessene Exzellenzförderung hochwertiger Qualifikationsangebote und -strukturen in der beruflichen Bildung."

Maßnahmen rasch umsetzen

Von der Exzellenzinitiative des BMBF erhofft sich ZDH-Präsident Wollseifer, dass sie wichtige Impulse setzt, die von allen politischen Akteuren mitgetragen werden. Besonders die geplante Ausweitung des Aufstiegs-BAföG, die Erhöhung der Anzahl der Weiterbildungsstipendien und die Ausgestaltung der Berufsorientierung an Gymnasien seien wichtige Maßnahmen, mit denen Ausbildungsbetriebe im Handwerk, Auszubildende und angehende Meisterinnen und Meister unterstützt werden können. Entscheidend sei nun, dass dies auch rasch umgesetzt wird. Dabei müssen vor allem die Wirtschaftsorganisationen und Sozialpartner eine größere Rolle spielen.  

Bildungsstätten des Handwerks stärken

Um Ausbildungsbetriebe des Handwerks ebenso wie angehende Gesellen und Meister zu stärken, müsse die Exzellenzinitiative über bestehende Aktivitäten hinausgehen. "Wichtig ist dabei, auch und vor allem die Bildungszentren und überbetrieblichen Bildungsstätten des Handwerks zu stärken und weiterzuentwickeln. Denn dort werden die künftigen Fach- und Führungskräfte qualifiziert, die benötigt werden, um die ehrgeizigen klimapolitischen Ziele der Bundesregierung umzusetzen", betont Handwerkspräsident Wollseifer.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung/Zentralverband des Deutschen Handwerks

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Text: / handwerksblatt.de