Beim ersten Lockdown konnten vier von zehn Weiterbildungsveranstaltungen vom Seminarraum ins virtuelle Klassenzimmer verlegt werden. Insgesamt hat Corona die Branche hart getroffen.

Beim ersten Lockdown konnten vier von zehn Weiterbildungsveranstaltungen vom Seminarraum ins virtuelle Klassenzimmer verlegt werden. Insgesamt hat Corona die Branche hart getroffen. (Foto: © maksym yemelyanov/123RF.com)

Weiterbildungsbranche von Corona schwer getroffen

Bildung

Die Corona-Pandemie bringt "weitreichende Folgen" für die Weiterbildungsbranche mit sich. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem Umsatzrückgänge infolge eines nur in Teilen realisierten Veranstaltungsangebots. 

Zum Zeitpunkt der Datenerhebung im Sommer 2020 beurteilten 42 Prozent der Weiterbildungsanbieter ihre wirtschaftliche Lage negativ. Das waren mehr als dreimal so viele wie ein Jahr zuvor (12 Prozent). Demgegenüber hat sich die Zahl derjenigen Anbieter, die ihre Lage positiv bewerteten, mehr als halbiert – von 62 Prozent in 2019 auf 29 Prozent in 2020, erklären das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung (DIE). 

Privat-kommerzielle Anbieter sowie Volkshochschulen leiden am stärksten unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie, wohingegen Fachschulen als vorwiegend staatliche Einrichtungen sowie Bildungseinrichtungen von Betrieben geringere wirtschaftliche Schäden verzeichnen. Vor dem Hintergrund der bereits weitreichenden Auswirkungen des ersten Lockdowns kann derzeit noch nicht abschließend beurteilt werden, wie die Weiterbildungsbranche den aktuellen zweiten Lockdown bewältigen wird.

wbmonitorDer "wbmonitor" ist ein Kooperationsprojekt des BIBB und des DIE. Mit einer jährlichen Umfrage bei Anbietern allgemeiner und beruflicher Weiterbildung wollen sie zu mehr Transparenz über die Weiterbildungslandschaft und Anbieterstrukturen beitragen und aktuelle Veränderungen aufzeigen. An der Umfrage im Sommer 2020 beteiligten sich 1.933 Weiterbildungsanbieter. Die aktuellen Auswertungen basieren auf einem noch vorläufigen Datenstand.

Mit Beginn des ersten Lockdowns konnten durchschnittlich nur noch vier von zehn bereits laufenden Weiterbildungsveranstaltungen (41 Prozent) fortgesetzt werden, indem diese in den virtuellen Raum verlagert wurden beziehungsweise, weil es sich bereits um Online-Formate handelte. Von den Veranstaltungen mit geplantem Start im Zeitraum des ersten Lockdowns mussten sogar durchschnittlich vier von fünf (77 Prozent) verschoben oder ersatzlos abgesagt werden. Auch nach dessen Aufhebung war keine Rückkehr zum Normalbetrieb möglich. Präsenzveranstaltungen konnten häufig nur mit einer reduzierten Zahl von Teilnehmenden stattfinden, um die in den Hygienekonzepten vorgeschriebenen Mindestabstände einzuhalten, was zu weiteren Einnahmeausfällen bei den Anbietern führte.

Staatliche Hilfsmaßnahmen

Vor diesem Hintergrund machten zahlreiche Anbieter von der Möglichkeit staatlicher Hilfsmaßnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen Gebrauch. Bis zum Sommer 2020 bezog ein Drittel der Anbieter Kurzarbeitergeld. 21 Prozent wurde Corona-Soforthilfe des Bundes und der Länder für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige bewilligt. Jeweils etwa jede zehnte Einrichtung erhielt einen Zuschuss nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz oder nahm steuerliche Hilfsmaßnahmen, wie zum Beispiel Verschiebungen von Steuerzahlungen, in Anspruch. Betriebsbedingte Kündigungen mussten bis zum Zeitpunkt der Datenerhebung fünf Prozent der Anbieter aussprechen.

Flexible Arbeitsmodelle

Häufig reagierten die Weiterbildungsanbieter mit flexiblen Arbeitsmodellen auf die Herausforderungen der Pandemie. 56 Prozent führten Telearbeit beziehungsweise Arbeiten im Homeoffice ein, und 46 Prozent weiteten bereits bestehende Angebote im Verlauf der Pandemie aus, wobei Mehrfachnennungen möglich waren.

Text: / handwerksblatt.de

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