Freude über den Integrationspreis Handwerk NRW: Unternehmerin Silke Koch (Mitte) nimmt die Auszeichnung von Landeministerin Verena Schäffer (rechts) und HWK-Vizepräsident Josef Trendelkamp entgegen.

Freude über den Integrationspreis Handwerk NRW: Unternehmerin Silke Koch (Mitte) nimmt die Auszeichnung von Landeministerin Verena Schäffer (rechts) und HWK-Vizepräsident Josef Trendelkamp entgegen. (Foto: © WHKT)

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Integrationspreis Handwerk geht an Koch Kanaltechnik

Das Land Nordrhein-Westfalen und die Handwerkskammer Münster würdigen die Förderung von Vielfalt und Zusammenhalt.

Mit dem Integrationspreis Handwerk NRW 2026 im Kammerbezirk ist der Münsteraner Betrieb Koch Kanaltechnik am Mittwoch (27. Mai) ausgezeichnet worden. Landesintegrationsministerin Verena Schäffer und Josef Trendelkamp, Vizepräsident der Handwerkskammer (HWK) Münster, würdigten die besonderen Integrationsleistungen des familiengeführten Unternehmens. "Hier werden Vielfalt und Zusammenhalt seit Jahren aktiv im Betriebsalltag gelebt", betonte Trendelkamp. Der Betrieb beschäftigt Menschen aus insgesamt zehn Nationen und setzt damit ein starkes Zeichen für gelungene Integration im Handwerk.

Koch Kanaltechnik beschäftigt aktuell 30 Personen sowie vier Auszubildende. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen unter anderem fünf Mitarbeiter aus Albanien eingestellt und sie beim Start in Deutschland intensiv begleitet. Dabei beschränkt sich das Engagement des Betriebs nicht allein auf die Arbeit im Unternehmen. So finanziert die Firma eigens eine Deutschlehrerin, die den Mitarbeitern dreimal pro Woche Sprachunterricht erteilt. Auch der Erwerb des Lkw-Führerscheins wird vom Unternehmen gefördert. Darüber hinaus hilft Geschäftsführerin Silke Koch bei der Wohnungssuche, unterstützt die Mitarbeiter bei der Einrichtung der Wohnungen mit Haushaltswaren und leistet praktische Hilfe im Alltag.

Fünfter Integrationspreis Handwerk NRW

Der Integrationspreis Handwerk NRW wurde zum fünften Mal von den nordrhein-westfälischen Handwerkskammern und dem Westdeutschen Handwerkskammertag in Kooperation mit dem Landesintegrationsministerium vergeben. Ausgezeichnet wird in jedem Kammerbezirk ein Betrieb, der sich in besonderer Weise für die Integration von Menschen mit ausländischer Herkunft in Ausbildung und Beschäftigung einsetzt und kulturelle Vielfalt im Handwerk fördert.

Schäffer hob in ihrer Laudatio auf Koch Kanaltechnik das Engagement des Handwerks insgesamt hervor: "Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind die Vorbilder, die unser Land braucht. Sie zeigen ein Nordrhein-Westfalen, auf das wir stolz sein können: weltoffen, pragmatisch und leistungsstark. Die Betriebe, die mit dem Integrationspreis der Handwerkskammern in NRW geehrt werden, vermitteln nicht nur handwerkliches Wissen, sondern sie schenken Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensbiografien eine berufliche Perspektive, begleiten sie tagtäglich in ihren Lernprozessen und motivieren sie, sich weiterzuentwickeln. Das ist gelebte Integration, die uns alle erfolgreich macht."

Tägliches Engagement lohnt sich

"Die Auszeichnung freut uns sehr, weil sie zeigt, dass sich unser tägliches Engagement lohnt. Für uns ist Integration kein Projekt, sondern gelebter Alltag im Betrieb", erklärte Geschäftsführerin Silke Koch bei der Preisverleihung. Wichtig sei vor allem, offen auf Menschen zuzugehen und ihnen eine echte Perspektive zu geben. "Wir schauen nicht auf Herkunft, sondern auf den Menschen und seine Bereitschaft, Teil unseres Teams zu werden", betonte Koch. Der familiäre Zusammenhalt im Unternehmen spiele dabei eine zentrale Rolle. Gemeinsame Aktivitäten und ein enger persönlicher Austausch stärkten das Miteinander im Betrieb.

Trendelkamp hob hervor, dass das Handwerk im Kammerbezirk Münster längst international geprägt sei. "2.200 von 13.447 Auszubildenden im Handwerk haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, insgesamt sind 104 Nationen vertreten. In jedem siebten Betrieb des Kammerbezirks gehört mindestens eine Person mit ausländischer Staatsangehörigkeit zur Betriebsführung. Diese Vielfalt ist eine große Stärke unserer Betriebe", erklärte Trendelkamp. Gerade angesichts des Fachkräftemangels seien Unternehmen gefragt, jungen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft Chancen und Perspektiven zu eröffnen. Betriebe wie Koch Kanaltechnik zeigten beispielhaft, wie Integration im Arbeitsalltag gelingen könne. "Dort wird vorgelebt, wie aus Offenheit, gegenseitiger Unterstützung und Vertrauen echter Zusammenhalt entsteht", sagte der HWK-Vizepräsident.

 

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Text: / handwerksblatt.de

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