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HWK des Saarlandes | Januar 2026
Was bringt das neue Jahr an Steueränderungen?
Steueränderungen 2026: Die Steuerberaterkammer Saarland weist in einer Pressemitteilung auf wichtige Änderungen im neuen Jahr hin.
Thomas Großerichter möchte mit dem Gravel-Bike von Paris nach Dakar fahren. (Foto: © Andreas Buck)
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Allein durch Europa und Westafrika: Unternehmer Thomas Großerichter kehrt von seiner Tour Paris–Dakar zurück. Er erlebte Gegenwind, Schnee, Wüste – und große Menschlichkeit. "Die Auszeit hat mir gutgetan", sagt er.
Als Thomas Großerichter im Dezember 2025 nachts in Dakar ankommt, ist die Erleichterung groß. Die letzten fünfzig Kilometer führen ihn im Dunkeln über die volle Stadtautobahn, viel Verkehr, wenig Platz. "Dann war ich froh, heil angekommen zu sein", sagt er. Dankbarkeit, Demut und auch Stolz begleiten diesen Moment. Nach 5.340 Kilometern auf dem Fahrrad ist das Ziel erreicht.
23 Tage war der Handwerksunternehmer (Holzbau TG) aus Ascheberg unterwegs, einen Tag länger als geplant. In Dakar gönnte er sich zunächst etwas Luxus: ein Fünf-Sterne-Hotel, duschen, schlafen, zur Ruhe kommen. "Es war eine großartige, sehr intensive Zeit, eine Pause von der Arbeit", sagt er. "Die Auszeit hat mir gutgetan."
Die Tour startete in Paris. Beim Losfahren lag der Eiffelturm im Nebel. Kurz darauf Schnee in den Pyrenäen, ein früher Wintereinbruch. Es folgte das zentralspanische Hochland, das Großerichter als besonders schön in Erinnerung behalten hat, auch bei 2.000 Höhenmetern täglich. Später die Wüste: teilweise langweilig, öde, gleichförmig. "Aber das sollte es auch sein", sagt er. "Meditativ." Er wollte zu sich kommen, bei sich sein, sich auf das Wesentliche konzentrieren: bewegen, essen, trinken, schlafen. Jeder einzelne Tag sei beeindruckend gewesen – und gleichzeitig eine Herausforderung auf allen Ebenen. Entgegen seiner Erwartung gab es kaum Rückenwind. Stattdessen lag ein anhaltendes Tiefdruckgebiet über der Strecke. "Ich hatte nur an einem Tag Rückenwind", sagt Großerichter. Ansonsten Wind von vorn. Schnee, Sonne, Hitze. Alles dabei. In der Wüste fühlte er sich sicher. Wenig Verkehr, viel Ruhe. Ums Trinken musste er sich keine großen Sorgen machen. "Etwa alle 20 Minuten kam immer auch mal ein Auto vorbei." Dank der befestigten Flaschen am Rad konnten fünf Liter Wasser mitgenommen werden. Es reichte.
Kurz vor dem Ziel wurde es noch einmal schwierig. Im Grenzgebiet zwischen Mauretanien und Senegal trat ein Defekt an der Gangschaltung auf. Der Schalthebel war nicht mehr benutzbar. Es funktionierten nur noch der größte und ein mittlerer Gang. 55 Kilometer musste Großerichter mit dem Taxi fahren. Danach setzte er die Tour fort. Weitere 300 Kilometer bis Dakar, 1.500 Höhenmeter. "Aufgeben gibt es für mich nicht", sagt er. Solange keine höhere Gewalt eintritt oder zu Hause etwas passiert, fährt er weiter. An der Grenze zum Senegal wollten die Beamten nicht glauben, dass er es an einem Tag bis Dakar schaffen würde. "Aber es hat geklappt", sagt Großerichter. Auch mit Schaltproblemen. Wenn sein Energietank leer ist, fährt er weiter. Ein entscheidender Begleiter auf dieser Reise war sein Fahrrad – ein individuell gebautes Velo-de-Ville-Rad aus den Werkstätten von AT Zweirad aus dem Münsterländischen Altenberge. "Das Rad war Weltklasse", sagt er. Er habe es "mein Baby" genannt. Seine Vorstellungen seien übertroffen worden. "Wüstentauglich, genial."
Besonders in Erinnerung geblieben sind ihm die Begegnungen mit den Menschen. Die Gastfreundschaft, vor allem in Marokko, habe ihn schwer beeindruckt. "Ich hatte nie ein Unbehagen. Ich habe nie schlechte Erfahrungen gemacht." Er ist überzeugt: "Wenn man positiv auf andere Menschen zugeht, bekommt man auch etwas Positives zurück."
Ein Erlebnis bewegt ihn bis heute. In einem kleinen Dorf fragte er am Kiosk nach einer Unterkunft. Ein Hotel gab es nicht. Der Besitzer rief einen jungen Mann an, der ihm eine Übernachtungsmöglichkeit in seinem Zuhause anbot. Alles war sehr einfach. "Ich stelle keine großen Ansprüche", sagt Großerichter. Doch der junge Mann entschuldigte sich und bat um Nachsicht, weil er keinen Luxus bieten könne. "Da sind mir die Tränen in die Augen gestiegen."
Wo er auch hinkam, wurde ihm Tee angeboten. Als kleines Dankeschön verschenkte er Spielzeug seiner Tochter. Die Reaktionen seien immer herzlich gewesen. Paris–Dakar war seine erste Auslandstour als Vater und als selbstständiger Handwerksunternehmer. Die Familie zurückzulassen, war nicht leicht. Umso wichtiger ist ihm, etwas von der Reise in den Alltag mitzunehmen. "Von der Gelassenheit von unterwegs möchte ich etwas in meinen Arbeitsalltag einbringen", sagt er. Er schaffe viel, aber wenn etwas nicht klappt, helfe Gelassenheit.
Großerichter arbeitet als Solounternehmer, gern allein. Er sieht das sportlich. Auch im Handwerk könne man über Grenzen hinauswachsen – etwa dann, wenn Termine eingehalten werden müssen. Sein Motto lautet: "Es gibt immer Wege." Wenn er überzeugt sei, dass er etwas schaffen könne, dann werde er es schaffen. "Unmöglich existiert für mich nicht." Entscheidend sei das Vertrauen in sich selbst. Dann sehe man, was möglich ist.
Hintergrund: Reisen Hintergrund Über viele seiner gemeisterten Touren informiert der 40-Jährige online hier.
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