Jan Meerheim, Geschäftsführer von Cervotec (M.), nahm als Repräsentant eines von 28 ausgezeichneten Unternehmen die Glückwünsche seitens Winfried Eismann, Vorsitzender des Vereins future, und Udo Westermann, Leiter des CSR-Kompetenzzentrums Münsterland, entgegen. Alle Unternehmen haben Konzepte für gesellschaftliche Verantwortung erarbeitet.

Jan Meerheim, Geschäftsführer von Cervotec (M.), nahm als Repräsentant eines von 28 ausgezeichneten Unternehmen die Glückwünsche seitens Winfried Eismann, Vorsitzender des Vereins future, und Udo Westermann, Leiter des CSR-Kompetenzzentrums Münsterland, entgegen. Alle Unternehmen haben Konzepte für gesellschaftliche Verantwortung erarbeitet. (Foto: © Christoph Lux)

Verantwortung für die Gesellschaft übernommen

Acht Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Münster haben ein CSR-Unternehmenskonzept erarbeitet.

Das CSR Kompetenzzentrum Münsterland hat 32 Unternehmen verschiedener Branchen in der Region über 15 Monate bei der Entwicklung einer Strategie zur Übernahme gesellschaftliche Verantwortung begleitet. 28 von ihnen wurden beziehungsweise werden noch in diesem Jahr für die erfolgreiche Umsetzung ihres Konzepts ausgezeichnet. Darunter sind acht Handwerksbetriebe. 

Unternehmenskonzept CSR

Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein Unternehmenskonzept, das die gesellschaftliche Verantwortung im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens im Blick hat. CSR sei komplex und fange zugleich bei ganz einfachen Dingen an: beim Klimaschutz mit der Nutzung von Ökostrom, bei Führungsfragen mit der eigenen Grundhaltung, bei der internen Kommunikation, mit einer Kaffeemaschine an einem zentralen Platz oder bei der Prozessverbesserung mit klaren Aufgabenverteilungen, erklärt Udo Westermann, der die Geschäftsstelle des Kompetenzzentrums leitet. 

Strategien für nachhaltiges Handeln

Die als CSR-Unternehmen ausgezeichneten Betriebe haben über mehrere Monate Zeit und Ressourcen in Strategien für nachhaltiges Handeln investiert. Begonnen wurde im Oktober 2019 mit einer Selbstbewertung. Darin wurden die wesentlichen Themen und wirksamsten Hebel aus diskutierten Megatrends identifiziert. Begleitet wurden die Unternehmen durch eine Workshopreihe des CSR Kompetenzzentrum speziell für kleine und mittlere Unternehmen. In geschlossenen Workshops mit acht bis zwölf Unternehmen erarbeiten sich die Betriebe im gemeinsamen Austausch innerhalb von 18 Monaten ihren individuellen CSR-Fahrplan bis zum "CSR-Unternehmen Münsterland". Die Themen erstreckten sich über die betrieblichen CSR-Handlungsfelder Arbeitsplatz und Mitarbeiter, Umweltschutz, Produktverantwortung und Markt sowie Gemeinwesen. Ab April mussten die Präsenz-Workshops wegen Corona durch Videokonferenzen ersetzt werden.

Träger ist ein Verein

"Oft waren die Teilnehmer überrascht über die vielseitigen Antworten und unterschiedlichen Blickwinkel", berichtet Jan Meerheim, Vorsitzender des future e. V. Der Verein ist Träger des CSR Kompetenzzentrums. Das Ergebnis sei eine Vielzahl konkreter Maßnahmen vom Job Ticket, Corona-Prämie, Bio-Obstkorb, digitale Prozessoptimierung über eine 700 Quadratmeter große Photovoltaikanlage, eigenverantwortliche Azubi-Projekte und einen Feedbackbogen für die Personalgespräche bis hin zu Gratiswasser in Glasflaschen und Einführung einer Mitarbeiter-App und strukturierten Personalgesprächen und etlichem mehr. "Was gesät wurde, lässt sich nun ernten: Gerade in Corona-Krisen-Zeiten profitieren die Unternehmen von den vorgenommenen Veränderungen – einer verbesserten internen Kommunikation, der Digitalisierung von Prozessen, den Vorbereitungen fürs Arbeiten im Homeoffice und von verbesserten Organisationsstrukturen", betont Meerheim.

CSR bringt Betriebe weiter

"Der CSR-Prozess befähigt uns, Maßnahmen konkret zu planen und umzusetzen, die uns unsere gesellschaftliche Verantwortung widerspiegeln", ist die Erfahrung von Frank Vorwerk, Geschäftsführer des Stuckkateurbetriebs Heinz Vorwerk in Warendorf, der den Prozess komplett mitgemacht hat. Zudem bringe einen CSR dazu, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen und an einzelnen Punkten weiterzuarbeiten, so Vorwerk. Diese weiteren Handwerksbetriebe waren aktiv dabei und haben Maßnahmen auf internen und externen Feldern entwickelt:  der Maschinenbaubetrieb Bernd Münstermann in Telgte, der Fahrradgaragenbauer Cervotec in Münster, das Automatisierungstechnik-Unternehmen Lammers Automation in Emsdetten, die Landschaftsbauer Vornholt in Borken und Theilmeier in Everswinkel, die Tischlerei Röwekamp & Stumpe in Telgte und die Zimmerei Natura-Holzbau in Rheine. Jedes Unternehmen hat seinen Prozess und dessen Ergebnisse in einem CSR Report veröffentlicht. Alle 28 Reports sind im Internet abrufbar. Die Handwerkskammer Münster gehört zu den 15 Partnern des Kompetenzzentrums, das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird.

 

CSR-Leitfaden Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland hat den Leitfaden "Innovation – Unternehmen – Verantwortung – CSR-Praxis im Münsterland" herausgegeben. Die Broschüre ist als pdf-Dokument abrufbar. Auch nach der Beendigung des Projektes soll eine Vernetzung zwischen den teilnehmenden Unternehmen bestehen bleiben. Das CSR-Kompetenzzentrum Münsterland bleibt als Anlaufstelle zu CSR im Münsterland erhalten. Interessierte Betriebe können sich bei Udo Westermann melden. E-Mail: uw@csr-muensterland.de, Tel.: 0251/ 97316-34

Weitere Meldungen aus dem Bezirk der Handwerkskammer Münster

Text: / handwerksblatt.de

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