Der Saarbrücker Pâtissier Quanah Schott

Der Saarbrücker Pâtissier Quanah Schott (Foto: © Quanah Schott)

Sonntagskuchen, der nach Frankreich schmeckt

Der 39-jährige Quanah Schott betreibt seine Konditorei in der Mainzer Straße in Saarbrücken. Seine Ausbildung hat er in Paris gemacht.

Luftige Croissants, leckere Macarons, Haselnuss-Eclairs und viele weitere Pâtisserie-Kreationen nach französischer Handwerkstradition: Für diese und andere Gaumenfreuden steht die Kundschaft vor Quanah Schotts Saarbrücker Konditorei in der Mainzer Straße nicht nur an den Wochenenden Schlange. Wer einmal gekostet hat, wird schnell zum Stammgast in dem kleinen Ladengeschäft mit offener Backstube.

Was die Kundinnen und Kunden des 39-Jährigen zu Fans macht, ist das Zusammenspiel liebevoll verfeinerter Rezepte, erlesener Zutaten wie Tahiti-Vanille und die unverkennbare Geschmacksnote in jedem der kulinarischen Kunstwerke. "Es soll einfach gut schmecken und die beste Grundlage für ein besonderes Geschmackserlebnis sind hochwertige Zutaten", fasst Schott seinen Anspruch an ein gutes Produkt zusammen.

"Du weißt schon, dass das ein Beruf ist?"

Darauf, dass die Freude an gutem Essen mehr als ein Hobby sein kann, kam Schott durch seinen Stiefvater, der regelmäßig für Gäste aufwändige Mehrgangmenüs zubereitete. In seinem Stiefsohn fand er einen zuverlässigen und interessierten Helfer. "Du weißt schon, dass das ein Beruf ist?", fragte er den Jugendlichen irgendwann schmunzelnd während der gemeinsamen Vorbereitungen. "Die Gespräche mit meinem Stiefvater waren sicher ein Auslöser dafür, dass ich meine ursprüngliche Idee, Informatik zu studieren, wieder verworfen habe.

Als Hightech-Fan habe ich mich zwar für IT interessiert, konnte mir aber schon damals einfach nicht vorstellen, ein Leben lang einem Bürojob nachzugehen", berichtet Schott. Schnell stand für ihn nach der Schulzeit am Deutsch-Französischen Gymnasium in Saarbrücken fest, Konditor zu werden und dabei keine halben Sachen zu machen: Nirgendwo anders als in der Hauptstadt des guten Geschmacks wollte er seine Handwerkskunst erlernen.

Schon ziemlich alt für einen Azubi, fanden die Franzosen

"Als ich mich mit 18 direkt nach dem Abitur in Paris bei verschiedenen Pâtissiers beworben habe, war ich für französische Verhältnisse schon ziemlich alt für einen Azubi und habe erstmal eine Reihe Absagen kassiert", erinnert sich Schott. Über eine Bekannte seiner Mutter kam schließlich der Kontakt zum Pâtissier-Weltstar Pierre Hermé zustande, der damals die Eröffnung seines ersten Geschäfts mit angeschlossener Produktion in Paris plante und Schott als Lehrling aufnahm. Ein Glückstreffer! Für den jungen Saarländer folgten elf intensive und arbeitsreiche Jahre in Paris. "Ich habe dort unglaublich viel gelernt", erinnert sich Schott an seine Zeit in Frankreich. In Paris schloss er seine Ausbildung ab, sammelte Berufserfahrung und übernahm rund sechs Jahre lang klassische Meistertätigkeiten. Zu den Erinnerungen des Handwerksunternehmers aus dieser Zeit zählt auch die Arbeit in einem Luxushotel. "Es kam vor, dass wir für die prominente und recht finanzkräftige Kundschaft mitten in der Nacht Sonderkreationen zubereiten mussten. Paris war wirklich in jeder Hinsicht ein Erlebnis", findet Schott. Für ein Familienleben in der rastlosen Metropole würde sich der Vater einer dreijährigen Tochter heute allerdings nicht mehr entscheiden.

Rückblickend weiß er die Unterstützung seiner Familie während der Ausbildung sehr zu schätzen. "Das Leben in Paris war schon damals teuer. Hätten meine Eltern mir damals nicht die Unterkunft finanziert, hätte ich meine Ausbildung dort nicht machen können", berichtet Schott. Der Konditor weiß, dass dieser familiäre Rückhalt nicht selbstverständlich ist: "Vergangenes Jahr hätte ich einen meiner Praktikanten gerne als Azubi eingestellt, da es zwischen uns einfach gut gepasst hat. Leider wurde am Ende nichts daraus, weil die Eltern lieber wollten, dass er studiert. Ich fand das sehr schade, da der Beruf aus meiner Sicht seinen Interessen und Talenten voll und ganz entsprochen hätte".

Bald Macarons im Briefkasten

Seit der Ladeneröffnung im Dezember 2013 wächst der Kundenstamm des Saarbrücker Handwerksunternehmers. Aktuell beschäftigt Schott in seine Konditorei drei festangestellte Mitarbeiter, davon eine Gesellin und einen Gesellen in der Produktion und eine Mitarbeiterin im Verkauf. Üblicherweise beginnt die Arbeit in der Backstube morgens um sieben. Zusätzlich zu Schotts Mitarbeitern unterstützt ihn seine Frau bei der Dekoration des Schaufensters und der Pflege der Facebook Seite. Und liefert immer wieder willkommene Anregungen für neue Rezeptkreationen. Damit es ein neues Produkt ins Sortiment schafft, muss es Schott voll und ganz überzeugen. "Meinem französischen Gesellen ist das neulich mit einem sehr feinen Tiramisu-Törtchen gelungen, das er für den fünften Jahrestag mit seiner Liebsten kreiert hat", so der Unternehmer.

Aktuell plant Quanah Schott, den Verkauf seiner beliebten Macarons mit einem Online-Versand auszubauen. Auch neue Kooperationen mit saarländischen Kaffeebetreibern kann er sich vorstellen. "Qualität bedeutet mir weitaus mehr als Wachstum um jeden Preis", unterstreicht Schott. "Neue Möglichkeiten können sich immer ergeben, sie müssen allerdings zu mir und meinen Produkten passen", ist sich der Pâtissier sicher, der dieser Tage nach getaner Arbeit im Laden am liebsten gemeinsam mit seiner Frau seinem Töchterchen beim Erkunden der Welt Gesellschaft leistet.

 

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Text: / handwerksblatt.de

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