Zur Auszeichnung gratulierten dem Lehrling Matthias Koch (3. v. l.) Christian Weirich von der KH MEHR (l.), Kammerpräsident Rudi Müller (2. v. l.), Ausbilder Manuel Junglen (3. v. r.), Bernd Benninghoven, Geschäftsführer der Benarrow GmbH in Wittlich sowie des Zylinderhauses in Bernkastel-Kues, sowie Raimund Licht von der KH MEHR (r.).

Zur Auszeichnung gratulierten dem Lehrling Matthias Koch (3. v. l.) Christian Weirich von der KH MEHR (l.), Kammerpräsident Rudi Müller (2. v. l.), Ausbilder Manuel Junglen (3. v. r.), Bernd Benninghoven, Geschäftsführer der Benarrow GmbH in Wittlich sowie des Zylinderhauses in Bernkastel-Kues, sowie Raimund Licht von der KH MEHR (r.). (Foto: © Karl-Heinz Schwall)

Bereits von Kindesbeinen an Benzin im Blut

Oldtimer-Fan Matthias Julian Koch von der Fa. Benarrow GmbH in Wittlich ist Lehrling des Monats der Handwerkskammer Trier.

Eher durch Zufall hat sich für den heute 19-jährigen Matthias Julian Koch die Möglichkeit ergeben, eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei dem Innungsbetrieb Benarrow GmbH in Wittlich zu absolvieren. Dabei war die technische Begeisterung schön früh zu erkennen. "Meine ganze Kindheit verbrachte ich mit Legobauen in sämtlichen eigenen Kreationen, meist ohne Anleitungen, von Elektromotoren bis hin zu Pneumatiksteuerungen. Ich erfand die verrücktesten Fahrzeuge, Maschinen, welche aber nie nur dekorativ waren, sondern immer eine technische Funktionalität besaßen. Mit zwölf Jahren baute ich mir meinen ersten PC eigenständig aus den einzelnen Komponenten zusammen, lernte es erstmals Stecker richtig anzuschließen und mir Wissen durch Lesen von Anleitungen anzueignen. Den großen Ursprung meines handwerklichen Interesses würde ich jedoch auf das Jahr 2017 schieben, als ich mein erstes Mofa, eine Hercules Prima 5s von 1988, erwarb", erzählt Koch.

Somit fing der damals 14-jährige Matthias an, wild drauf loszuschrauben, tauschte Auspuff, Zündkerzen und sämtliche anderen Kleinigkeiten, jedoch baute er nach Einlesen in die Thematik kurzerhand aufgrund des Versagens der alten 6-Volt-Unterbrecher-Zündung das ganze Mofa auf 12 Volt und kontaktlose Zündung um. Viele weitere private Projekte, insbesondere an alten Zweirädern, folgten. In einem freiwilligen Praktikum im Beruf des Industriemechanikers bei der Fa. Benninghoven erlernte er vor allem die Grundlagen der Metallbearbeitung. "Das Praktikum sagte mir zwar zu, jedoch fehlte mir der Bezug zu Kraftfahrzeugen, da damals der Prozentanteil an Benzin in meinem Blut schon stetig stieg."

Leidenschaft für Oldtimer

Nach einem Jahr bei der Fa. Profi Parts in Föhren als Nebenjob neben der Schule absolvierte Matthias das schulische Praktikum in der Fa. Benarrow GmbH in Wittlich. Hier erhielt er die Möglichkeit, als Minijobber tätig zu werden. Der Nebenjob bei Benarrow entfachte bei Matthias das Interesse an Oldtimern nun aufs Maximum. "In dem Jahr, in welchem ich bei Benarrow als Nebenjobber arbeitete, änderte ich durch meine an den Tag gelegten Arbeiten deren Meinung bezüglich eines Auszubildenden. Im März letzten Jahres begleitete ich somit meinen jetzigen Ausbilder zur ADA-Prüfung (Ausbildung der Ausbilder – Ausbildereignungsprüfung), welche wir mit Erfolg zusammen bestanden. Nach-dem das Unternehmen folglich von meinem Ausbildungsberater Karl-Heinz Schwall von der Handwerkskammer Trier erfolgreich als Ausbildungsbetrieb geprüft und eingetragen wurde, stand dem Ganzen nichts mehr im Weg. Im August letzten Jahres begann somit meine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker."

"Dadurch, dass mein Betrieb sich auf das professionelle Instandsetzen von Oldtimern spezialisiert hat, lerne ich die pure Mechanik eines Autos kennen, arbeite mit Systemen, die für die Mehrheit heutzutage nur noch aus Fachbüchern präsent ist, erhalte Kulturgut, repariere Teile, die es nicht mehr zu erwerben gibt, und erlerne, Fehlerursachen ohne PC zu finden, denn OBD-Stecker und diagnosefähige Steuergeräte sind bei Oldtimern nun mal nicht existent", so der leidenschaftliche Motorradfahrer. Für seine überdurchschnittlichen Leistungen in der Ausbildung als Kfz-Mechatroniker wurde Matthias Julian Koch jetzt von der HWK durch Kammerpräsident Rudi Müller im Beisein von Ausbildungsberater Karl-Heinz Schwall, Kreishandwerksmeister Raimund Licht und dem stellvertretenden Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück- Region (KH MEHR), Christian Weirich, zum Lehrling des Monats ernannt.

Vorzeitiger Ausbildungsabschluss 

Der vorsitzende Kreishandwerks- meister für die Innungen im Gebiet der KH MEHR, Raimund Licht, war sichtlich stolz auf diese Auszeichnung: "Hier zeigt sich, dass ein besonderes Engagement eines Auszubildenden und des Ausbildungsbetriebes auch besonders gewürdigt wird. In den Gesprächen am Rande der Verleihung mit dem Auszubildenden und dem Betrieb konnte man die Begeisterung für diesen Beruf deutlich spüren."

Regulär würde Matthias Julian Koch seine Ausbildung erst im Januar 2024 abschließen. Aufgrund seiner überdurchschnittlichen Leistungen wird Matthias die Ausbildung jedoch bereits im Januar 2023 als Geselle beenden können.

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Text: / handwerksblatt.de

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