Foto: © Isabel Mayer
HWK Trier | September 2026
Sommerfest des Handwerks: Hoffnung braucht Taten
Anpacken statt abwarten: Mit dieser Botschaft setzte das Sommerfest des Handwerks am 4. September im Campus Handwerk ein deutliches Signal.
Zufrieden nach dem erfolgreichen Kompetenznachweis: Jürgen Rauschenbach, Volodomyr Skubenych und Hans-Jörg Bender (v. l.) (Foto: © Tess Brahm)
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11. September 2026
Fehlende Zeugnisse müssen kein Hindernis sein: Mit der Qualifikationsanalyse können Fachkräfte ihre beruflichen Kompetenzen praktisch nachweisen.
Fachkräfte mit Berufserfahrung scheitern bei der Jobsuche in Deutschland häufig nicht am Können, sondern an fehlenden oder unvollständigen Nachweisen ihrer Qualifikation. Hier setzt die Qualifikationsanalyse (QA) an: Sie ermöglicht es, berufliche Kompetenzen praktisch nachzuweisen und eröffnet Handwerksbetrieben neue Chancen bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeiter.
Wie erfolgreich dieser Weg sein kann, zeigt das Beispiel des ukrainischen Metallgestalters Volodomyr Skubenych. Der 29-Jährige verfügt über eine fundierte Ausbildung und langjährige Berufserfahrung im Bereich Metallgestaltung, Geländer- und Treppenbau sowie Schmiedearbeiten. Nach seiner Flucht nach Deutschland im Jahr 2023 fiel es ihm jedoch schwer, eine passende Beschäftigung zu finden. Zwar brachte er umfangreiche Praxiserfahrung mit, seine Qualifikationen konnten jedoch nicht vollständig durch Dokumente belegt werden.
Über eine Internetrecherche wurde Skubenych auf die Kunstschmiede von Hans-Jörg Bender in Schweich aufmerksam und bewarb sich dort initiativ. Der Kunstschmiedemeister erkannte sein Potenzial, doch für die Anerkennung seiner beruflichen Kompetenzen war ein formaler Nachweis erforderlich. Diesen erbrachte Skubenych über die Handwerkskammer Trier im Rahmen einer Qualifikationsanalyse. Anerkennungsberater Jürgen Rauschenbach von der Handwerkskammer Trier und Hans-Jörg Bender begleiteten ihn bei der Arbeitsprobe.
Dabei fertigte er unter Beobachtung der Experten eigenständig ein ornamentales Geländerelement an. Die Aufgabe umfasste Planung, Materialbearbeitung und handwerkliche Ausführung. Das Ergebnis überzeugte die Prüfer: Skubenych konnte nachweisen, dass er über die erforderlichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten verfügt, um in Deutschland als Metallbauergeselle tätig zu sein.
Für Handwerksbetriebe bietet die Qualifikationsanalyse einen wichtigen Mehrwert. Sie hilft dabei, qualifizierte Fachkräfte zu identifizieren, deren Kompetenzen sich nicht vollständig über Zeugnisse oder Unterlagen nachweisen lassen. Gerade bei internationalen Bewerbern kann die praktische Kompetenzfeststellung eine verlässliche Grundlage für Einstellungsentscheidungen schaffen.
Im Fall von Volodomyr Skubenych führte die erfolgreiche Qualifikationsanalyse unmittelbar zum nächsten Schritt: Noch am selben Tag erhielt er ein Arbeitsangebot von Hans-Jörg Bender und nahm es an. Der Fall zeigt, wie Anerkennung und Fachkräftesicherung Hand in Hand gehen können.
Hintergrund: Qualifikationsanalyse Weiterlesen Den vollständigen Beitrag zur Geschichte von Volodomyr Skubenych gibt es online hier zum Nachlesen.
Hintergrund Sie möchten eine Fachkraft mit ausländischer Berufserfahrung beschäftigen oder mehr über die Qualifikationsanalyse erfahren? Die Anerkennungsberatung der Handwerkskammer Trier unterstützt Betriebe und Fachkräfte bei allen Fragen rund um Anerkennung und Kompetenzfeststellung.
Ansprechpartner Anerkennungsberater Jürgen Rauschenbach, jrauschenbach@hwk-trier.de, Tel. 0651 207265
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