Besprechungskreis Kirche-Handwerk feiert sein 60-jähriges Bestehen
Seit 60 Jahren tauschen sich die Kirchen und das Handwerk über wirtschaftliche, gesellschaftliche und sozialpolitische Fragen aus. In diesem Jahr steht eine gemeinsame Standortbestimmung zu Aufgaben und Schwerpunkten der kommenden Jahre im Mittelpunkt.
In diesem Jahr feiert der Zentrale Besprechungskreis Kirche-Handwerk sein 60-jähriges Bestehen. Beim diesjährigen Treffen in Braunschweig geht es um eine gemeinsame Standortbestimmung zu Aufgaben und Schwerpunkten der kommenden Jahre. Dabei im Vordergrund stehe die Partnerschaft, die Orientierung geben und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen soll.
Im rund dreißigköpfigen Besprechungskreis diskutieren hochrangige Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche mit Delegierten des Handwerks über wirtschaftliche, gesellschaftliche und sozialpolitische Fragen. Dazu gehören derzeit etwa die erschwerten Standortbedingungen des Handwerks durch überbordende bürokratische Pflichten, hohe Energiepreise sowie Steuer- und Abgabenlasten. Kirchen und Handwerk fordern gemeinsam von der Politik mutige Reformen, um den Arbeitsmarkt und die Sozialsysteme zu stärken.
Impulse für gesellschaftliches Engagement setzen
"Ich bin dankbar und stolz, dass es diesen Besprechungskreis seit nunmehr 60 Jahren gibt und wir immer wieder neue Mitwirkende gewinnen. Getragen von gemeinsamen Werten und der Überzeugung, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, wollen wir auch künftig Impulse für gesellschaftliches Engagement setzen und den Dialog zwischen Handwerk und Kirchen festigen", sagt Karl-Sebastian Schulte, Geschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und Vorsitzende des Besprechungskreises.
In Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung und politischer Extreme komme es mehr denn je darauf an, eine klare Haltung für Weltoffenheit, Toleranz und Vielfalt im Handwerk vorzuleben. Ziel des Treffen in diesem Jahr ist es, die Arbeitsweise des Gremiums zu reflektieren und thematische Prioritäten zu setzen. Josef Holtkotte, Weihbischof im Erzbistum Paderborn, unterstreicht: "Es ist gut, dass wir hier in Braunschweig das 60. Jubiläum des Besprechungskreises nutzen, um über unser gemeinsames Engagement zu beraten: Die Herausforderungen der Gesellschaft nehmen zu. In Zukunft braucht es daher so nötig wie selten zuvor ein solches Forum zum vertrauensvollen Austausch."
"Kirche und Handwerk sind nah bei den Menschen"
Auch Bischof Thomas Adomeit von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hält die Stärkung der Rolle von Kirchen und Handwerk als Impulsgeber gesellschaftlichen Engagements für entscheidend: "Kirche und Handwerk sind nah bei den Menschen – in Stadt und Land, im Alltag, in den Betrieben und Gemeinden. Gerade deshalb können wir gemeinsam Vertrauen stärken, Mut zur Verantwortung wecken und unserer Demokratie dienen. Der Zentrale Besprechungskreis ist dafür seit 60 Jahren ein verlässlicher Ort: damit aus gemeinsamen Werten spürbarer Zusammenhalt wächst – für gute Arbeit und Ausbildung, für Nachhaltigkeit und den Schutz der Schöpfung."
Quelle: ZDH
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Text:
Lars Otten /
handwerksblatt.de
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