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Brandenburg: Das Handwerk lebt

Allen Krisen zum Trotz: Der Aufbau einer Existenz im Handwerk ist eine lohnende berufliche Perspektive.

In Brandenburg wagen nach wie vor zahlreiche Handwerkerinnen und Handwerker den Sprung in die Selbstständigkeit. In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres standen so beispielsweise im Kammerbezirk Potsdam den 533 Abgängen 443 neu gegründete Handwerksbetriebe gegenüber. Zum 31. Dezember 2022 betrug der Betriebsbestand bei der HWK Potsdam 17.467 Betriebe. Damit blieb der Bestand gegenüber dem Vorjahr (17.463) konstant.

Trotz Corona-Krise, gestiegener Inflation und den Planungsunsicherheiten in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine – die Beratungsleistungen der Handwerkskammern wurden und werden bei potenziellen Gründern und Gründerinnen gut nachgefragt. Die HWK Potsdam führte 2022 184 Beratungen zum Thema Gründung durch. Zur Meistergründungsprämie waren es 26 und im laufenden Jahr bereits 22 Beratungen. Dr. Christiane Herberg, Abteilungsleiterin Wirtschaftsförderung, Umwelt und Technologie bei der HWK Potsdam, sagt: "Es ist erfreulich, dass trotz der wirtschaftlichen Unwägbarkeiten die Gründungsaktivität im Handwerk wieder Fahrt aufnimmt."

Unterstützung durch das Land Brandenburg

Das Land Brandenburg unterstützt den Einstieg in die Selbstständigkeit mit seinen Förderprogrammen, allen voran der "Meistergründungsprämie Brandenburg". Laut Investitionsbank des Landes Brandenburg wurden im Jahr 2022 insgesamt 115 Anträge im Programm bewilligt und 1,5 Millionen Euro an Zuschüssen dafür zugesagt. Die Höhe der Förderung der Meistergründungsprämie beträgt einmalig bis zu 19.000 Euro und ist somit durchaus ein interessanter Anreiz.

Auch im Kammerbezirk Cottbus ist der Firmenbestand von 2021 auf 2022 fast konstant geblieben (Ende 2022: 9.404 Betriebe). 535 Handwerksbetriebe wurden im Kammerbezirk im vergangenen Jahr neu gegründet, im Jahr zuvor waren es 558.

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Beratungen der Kammern stark gefragt

In Ostbrandenburg übertraf die Zahl der Neugründungen im Jahr 2021 mit 750 die Zahl der ausgeschiedenen Betriebe (710). 2022 waren es 654 neu gegründete Betriebe bei allerdings 738 Abgängen. Der Gesamtbestand betrug Ende 2022 11.471 Betriebe. Astrid Köbsch, Abteilungsleiterin Gewerbeförderung bei der HWK Frankfurt (Oder), sieht ein weiterhin großes Interesse an Gründungen im Handwerk: "Unsere Gründungsberatung wird rege in Anspruch genommen. Wir beraten Gründungswillige aus dem In- und Ausland, hier insbesondere aufgrund der Grenzlage polnische Gründungsinteressierte." Im Jahr 2022 nahmen 110 Gründer und Gründerinnen den Service in Anspruch, zur "Meistergründungsprämie Brandenburg" wurden im Jahr 2022 40 Beratungen durchgeführt.

Doch das märkische Handwerk steht vor einem großen strukturellen Problem: Durch die hohe Zahl der in den nächsten Jahren aus Altersgründen aus dem Berufsleben ausscheidenden Handwerksunternehmer müssen Gründungs- und Nachfolgeinteressierte noch stärker unterstützt und zur Gründung motiviert werden, um den Betriebsbestand langfristig aufrecht erhalten zu können. Angesichts der erheblichen Bürokratielasten, denen sich die Betriebe ausgesetzt sehen, wird es jedoch zunehmend schwieriger, junge Handwerker von diesem Schritt zu überzeugen. 

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Text: / handwerksblatt.de

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