Brandenburger Handwerk auf der Grünen Woche
Tradition trifft Innovation: Brandenburgs Handwerksbetriebe zeigen auf der Grünen Woche, warum sich Präsenz trotz hoher Kosten lohnt. Zwischen neuen Produktideen, starken Netzwerken und regionalem Stolz wird die Messe zum Schaufenster für Qualität, Kreativität und Zusammenhalt.
"Wir waren schon im letzten Jahrtausend dabei", scherzt Bäckermeister Karl-Dietmar Plentz von der Bäckerei & Konditorei Plentz in Oberkrämer. Da durften die Backwaren aus Oberhavel auf der Jubiläumsausgabe der Grünen Woche natürlich nicht fehlen. Hat sich der Messeauftritt in diesem Jahr gelohnt? "Die Grüne Woche ist immer differenziert zu betrachten. Der Aufwand und die Kosten sind durch den Verkauf auf der Messe nicht zu erwirtschaften", räumt der Inhaber der Traditionsbäckerei ein. Deshalb ist die Messe für seinen Handwerksbetrieb in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten auch eine Herausforderung.
"Auf der anderen Seite ist die Grüne Woche ein idealer Testmarkt für innovative Produkte", weiß Plentz. In diesem Jahr hatte er beispielsweise ein eiweißreiches Dinkelbrot mit saftigen Kichererbsen als neueste Kreation im Gepäck. Den Anbieter der Kichererbsen hat er selbst auf einer der vorherigen Messen kennengelernt. Um solche Netzwerke zu knüpfen, ist die Grüne Woche aus Sicht von Karl-Dietmar Plentz ein idealer Ort, ebenso wie für Kontakte zur Politik.
Handwerker aus Brandenburg glänzen auf Grüner Woche
Auch Fleischermeister Matthias Weiland aus Doberlug-Kirchhain war in diesem Jahr an zwei Messetagen mit seinen Fleisch- und Wurstwaren in Berlin präsent. Der Familienbetrieb, schon 1891 gegründet und damit wie auch die Bäckerei Plentz älter als die Grüne Woche, nahm am Gemeinschaftsstand des Landkreises Elbe-Elster teil. Weiland bot den Besuchern unter anderem eine Pulled Wild Klappstulle, Wildsalami und Wildleberwurst zum Verzehr an. "Man muss sich mit seinen Produkten natürlich von der Vielzahl der Angebote abheben", nennt Weiland sein Erfolgsrezept. Für Weiland bietet die Grüne Woche eine Chance, wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Dazu zählen Gespräche mit Partnern im Regionalsiegel Elbe-Elster und mit potenziellen Kunden in der Berliner Gastronomie. Der Gemeinschaftsstand des Landkreises Elbe-Elster ist für den Fleischermeister ein optimales Angebot. "Ein eigener Messeauftritt käme aus Kostengründen nicht infrage", so Weiland. Bereits zum zehnten Mal stellte Bäckermeister Tobias Exner aus Beelitz seine hochwertigen Backwaren auf der Grünen Woche aus. "Die Brandenburg-Halle ist die beliebteste Halle der Messe", ist sich Exner sicher. Dementsprechend groß war die Resonanz. Von Omas Käsekuchen nach eigenem Familienrezept über das beliebte Brandenburger Urkraft-Brot bis zum Buttermilchbrot konnten sich die Besucher von Exners Backqualität überzeugen. "Der Stand in der Brandenburg-Halle ist für uns ein Aushängeschild", sagt Exner.
Auch aus Ostbrandenburg waren diverse Handwerksbetriebe unter den Ausstellern. Die Klosterbrauerei Neuzelle war an mehreren Tagen in der Brandenburg-Halle vertreten. Bäckermeister Klaus Schreiber aus der Uckermark präsentierte am Uckermark-Tag sein Sortiment. Zudem war Marian Kämpfe aus Bad Saarow mit einer KI-Fotobox dabei.
Text:
Karsten Hintzmann /
handwerksblatt.de
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