Die VOB ist das einzige Regelwerk, das Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam erarbeiten.

Die VOB ist das einzige Regelwerk, das Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam erarbeiten. (Foto: © goodluz/123RF.com)

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Hundert Jahre VOB: Wie das Regelwerk die Baubranche prägt

Die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) feiert am 6. Mai 2026 ihr hundertjähriges Jubiläum. Das Bauhandwerk erinnert an die große Bedeutung des Regelwerks für die Branche.

Am 6. Mai 2026 wird die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) hundert Jahre alt. Dieses Jubiläum nutzt die Bauwirtschaft, um die enorme Wichtigkeit der VOB für die gesamte Branche zu betonen.

Ein Regelwerk als Gemeinschaftsaufgabe

Seit 1926 steuert die VOB das Bauen in Deutschland. Sie legt fest, wie Unternehmen Bauleistungen vergeben und ausführen. Das Besondere: Niemand schreibt die VOB einfach vor. Stattdessen entwickeln Bund, Länder, Kommunen und Bauunternehmen die Regeln gemeinsam. Alle Beteiligten verhandeln miteinander und suchen Lösungen, die in der Praxis funktionieren und für beide Seiten fair sind.

"Die VOB ist das einzige Regelwerk, das Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam erarbeiten. Dieses Prinzip des freiwilligen Ausgleichs ist ihre eigentliche Stärke – und der Grund, warum sie seit hundert Jahren funktioniert", sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). "Die VOB ist das Grundgesetz unserer Baubranche."

Bollwerk gegen Korruption

Durch diese Zusammenarbeit entstehen klare und einheitliche Regeln für alle staatlichen Ebenen. Für Bauhandwerker bedeutet das: transparente Vergabeverfahren und gleiche Chancen bei öffentlichen Aufträgen. Alle Betriebe können unter denselben Bedingungen Angebote abgeben. Die VOB sorgt damit aktiv dafür, dass Korruption weniger Chancen hat. Sie schafft klare Abläufe und nachvollziehbare Entscheidungen.

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"Gerade für unsere mittelständischen Betriebe, die vor Ort Arbeitsplätze schaffen und die Infrastruktur dieses Landes instandhalten, sind verlässliche und einheitliche Regeln essentiell. Die VOB garantiert ihnen eine faire Chance im Wettbewerb um öffentliche Aufträge – ein Wert, den wir nicht hoch genug einschätzen können", betont Pakleppa.

Mehr als ein juristisches Dokument

Die VOB zeigt, wie gut Staat und Wirtschaft zusammenarbeiten können, wenn beide Seiten offen miteinander umgehen und gemeinsam Lösungen suchen. Sie ist nicht nur ein juristisches Regelwerk, sondern ein wichtiges Werkzeug für den Alltag auf der Baustelle und im Büro. "Die VOB ist ein juristischer Meilenstein für die Baubranche, aber auch für den Staat. Mein Wunsch zum Jubiläum ist, dass die politisch Verantwortlichen die Besonderheit dieses Regelwerks nicht vergessen und wir es gemeinsam auch in Zukunft mit der gleichen Sorgfalt weiterentwickeln", so Pakleppa abschließend.

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Text: / handwerksblatt.de

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