Weniger Meisterbetriebe in Sachsen
Die Zahl der Meisterbetriebe im sächsischen Handwerk geht zurück. Ende 2025 gab es im Vergleich zum Vorjahr zwei Prozent weniger zulassungspflichtige Unternehmen.
Die Zahl der Meisterbetriebe im sächsischen Handwerk ist weiter rückläufig. Zum Ende des vergangenen Jahres waren 36.834 in der Anlage A eingetragenen Unternehmen am Markt. 2024 waren es noch 37.572 Betriebe, zwei Prozent mehr als 2025. Das meldet der Sächsische Handwerkstag (SHT).
Gründe seien altersbedingte Aufgaben und fehlende Unternehmensnachfolger. Rund 19.000 Handwerksbetriebe in Sachsen stehen in den nächsten zehn Jahren zur Übergabe an. Damit verbunden sind knapp 78.000 Arbeitsplätze und ein Umsatzvolumen von etwa 12,6 Milliarden Euro. Die deutlichsten Rückgänge im Jahr 2025 gab es im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk.
Nachfolge immer schwieriger
Seit Wiedereinführung der Meisterpflicht im Jahr 2020 sinkt in dem Gewerk die Zahl der Unternehmen (minus 193 im Berichtszeitraum). Lange Zeit boomte dieser Bereich in Sachsen. Allerdings waren es hauptsächlich Soloselbstständige, die sich auf den Weg machten. Ausbildung, Beschäftigung und auch die Qualität der Arbeit blieben laut SHT auf der Strecke.
Rückläufige Betriebszahlen gab es 2025 auch das Bauhandwerk (minus 113 Unternehmen), das Installateurhandwerk (minus 53) sowie das Maler- und Lackiererhandwerk (minus 52) auf. Angesichts schwacher Konjunkturzahlen werde es immer schwieriger, die Unternehmen an einen Nachfolger zu übergeben.
"Wir brauchen endlich Taten"
Die hohe Bürokratie und die unsicheren Wirtschaftsprognosen schreckten qualifizierte Handwerker vor dem Aufbau einer Selbstständigkeit ab. Im zulassungsfreien Handwerk stiegen im letzten Jahr die Betriebszahlen um 551 Unternehmen an. Besonders beliebt waren die Branchen Kosmetiker und Fotografen.
"Der Herbst der Reformen entfachte nicht mal ein laues Lüftchen", sagt Andreas Brzezinski, Sprecher des SHT-Geschäftsführerkollegiums. "Statt großer Worte brauchen wir endlich Taten, die im Alltag der Unternehmen ankommen. Nur mit einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum werden wir es schaffen, die Unternehmenszahlen und damit auch die Beschäftigtenzahlen in Sachsen stabil zu halten."
Quelle: SHTDHB jetzt auch digital!Einfach hier klicken und für das digitale Deutsche Handwerksblatt (DHB) registrieren!
Text:
Lars Otten /
handwerksblatt.de
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