Mit dem E-Transit Custom elektrifiziert Ford seine leichten Nutzfahrzeuge.

Mit dem E-Transit Custom elektrifiziert Ford seine leichten Nutzfahrzeuge. (Foto: © Ford)

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Ford E-Transit Custom: Neue Elektriker fürs Handwerk

Ford ergänzt das Angebot rund um den Transit Custom um drei rein elektrische Varianten sowie einen Plug-in-Hybriden. Wir waren mit den neuen Modellen unterwegs.

Unter den leichten Nutzfahrzeugen ist der Kölner eine feste Größe: Seit Jahren zählt der Ford Transit Custom wie der verglaste PKW-Ableger Tourneo Custom zu den meistverkauften Eintonnern im Segment. Die aktuelle Generation kam Mitte 2023 mit konventionellen Dieselmotoren auf den Markt. Nun elektrifizieren die Kölner nach dem großen E-Transit auch die kleineren Ableger, die sich vor allem an mittelständische Gewerbekunden und Unternehmen richten.

Reichlich Stromer und ein Teilzeit-Elektriker

Der Innenraum ist modern und zweckmäßig eingerichtet. Foto: © FordDer Innenraum ist modern und zweckmäßig eingerichtet. Foto: © Ford

Das erweiterte Programm für den Transit Custom sowie Tourneo Custom umfasst drei rein batterieelektrische Versionen sowie einen Plug-in-Hybriden. Das Leistungsspektrum bei den drei Stromern beträgt 100 kW (136 PS) sowie 160 kW (218 PS). Das sportlich angehauchte E-Modell mit seinen strammen 210 kW (286 PS) markiert das obere Ende im Portfolio. Letzteres mag zwar auf besonders eilige Handwerker durchaus betörend wirken, ist jedoch nur als Kastenwagen in der Länge L1 mit einem Ladevolumen von 5,3 Kubikmetern lieferbar. Die anderen Varianten sind dagegen alternativ auch als L2 mit einem Volumen von 6,8 Kubikmeter verfügbar.

Preislich startet der günstigste E-Transit Custom in der Länge L1 und mit 100 kW starkem Elektromotor bei 48.700 Euro, die kräftigere Ausführung mit 160 kW beginnt bei 50.700 Euro und für das 210 kW starke Topmodell mit der Bezeichnung MS-RT rufen die Kölner nicht minder stramme 66.950 Euro auf (alle Preise netto). Dafür bringt der leistungsstarke Stromer auch einige Modifikationen mit. Dazu zählen unter anderem reichlich Spoilerwerk im Front- und Heckbereich sowie ausgestellte Seitenschweller. Serienmäßig rollt der E-Heißsporn auf exklusiven 19 Zoll-Alurädern und innen gibt es ein Sportlenkrad und spezielle Sitze in einer Mischung aus Kunst- und Wildleder samt aufgesticktem MS-RT-Logo.

Funktional samt innovativem Lenkrad

Das Lenkrad lässt sich als Arbeitstisch hochklappen. Foto: © Guido BorckDas Lenkrad lässt sich als Arbeitstisch hochklappen. Foto: © Guido Borck

Doch zurück zur Basis, denn auch hier herrscht im Innenraum keine schnöde Lieferwagen-Tristesse. Im Gegenteil, es geht eher zu wie im PKW. Den Fahrer empfängt ein moderner Arbeitsplatz mit einem digitalen Kombiinstrument samt einem 13 Zoll großen Touchscreen. Hinzu kommen ein flottes 5G-Modem samt WLAN-Hotspot sowie Alexa als Online-Sprachassistentin. Die virtuelle Dame steht auf Zuruf mit Rat und Tat zur Seite. Und sollten auf der Baustelle einmal dringend benötige Materialien fehlen, lassen sie sich direkt über Alexa im Netz bestellen.

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Einzigartig und richtig pfiffig: Das Lenkrad lässt sich auf Knopfdruck bis in die waagerechte Position hochziehen, um anschließend als Arbeitstisch für ein Laptop zu dienen oder etwa als Anrichte für die wohlverdiente Mittagspause. Auf die innovative Neigungsverstellung sind die Kölner besonders stolz, da sie bisher kein anderer Hersteller anbietet.

Auch der Qualitätseindruck überzeugt. Zwar sind die verwendeten Materialien von robuster Machart, aber leicht zu reinigen und durchaus ansehnlich. Das Platzangebot in der Kabine ist ordentlich und es herrscht für die mitfahrenden Kollegen selbst mit Dreier-Bestuhlung noch genügend Bewegungsfreiheit. Auch an praxistaugliche Staufächer und Ablagen wurde gedacht. Angefangen beim Cockpit, über das Handschuhfach bis hin zu den Türtaschen. Davon gibt es im Ford mehr als genug und für Smartphones stehen jede Menge Ladeanschlüsse bereit, teils über USB-C, oder sogar induktiv. Zudem lassen sich Handys kabellos mit dem Multimediasystem verbinden.

Die Basismotorisierung reicht vollkommen aus

Der Basisantrieb reicht für die meisten Bedingungen schon vollkommen aus. Foto: © FordDer Basisantrieb reicht für die meisten Bedingungen schon vollkommen aus. Foto: © FordBeim Fahren gefällt bereits der Einstiegs-Stromer mit seinem 100 kW starken Elektromotor an der Hinterachse. Beim Tritt auf das Fahrpedal zieht der E-Transit Custom flott voran und zeigt sich auch von unserer 400 Kilogramm schweren Zuladung, die wir auf unserer Tour dabeihaben, unbeeindruckt.

Apropos Zuladung: Die maximale Nutzlast beträgt 994 kg, dank seines niedrigen Frachtraumbodens lässt sich der Kölner recht einfach beladen. Sehen lassen kann sich auch die Anhängelast von bis zu 2,3 Tonnen. Das ist Klassenbestwert.

Mehr Fahrspaß und höhere Höchstgeschwindigkeiten

Spürbar kraftvoller zeigt sich die mittlere Leistungsstufe des Kölners. Die 160 kW starke E-Maschine ist spontaner im Antritt und verfügt über mehr Durchzugsreserven. Ein weiterer Vorteil: Im Vergleich zur Basisversion beträgt die Höchstgeschwindigkeit nicht 110 km/h, sondern 130 km/h und kann optional auf 150 km/h freigeschaltet werden. Was bei einem Einsatz mit höherem Autobahnanteil angenehm entspannend ist, aber mit zunehmendem Tempo natürlich auch zulasten der Reichweite geht.

Die mit ihren strammen 210 kW (286 PS) bereitet dagegen viel Fahrspaß. Der hohe Grundpreis von 66.950 Euro sowie die Tatsache, dass es den flotten E-Transit nur in der kleinsten Karosserielänge gibt, dürfte jedoch spätestens jetzt wohl viele Handwerkerbetriebe abschrecken. Somit wird er ein exklusives Spaßmobil bleiben. Das maximale Drehmoment ist hingegen mit 415 Nm bei allen drei Varianten gleich. Auch die nutzbare Batteriekapazität beträgt jeweils 64 kWh netto, die Reichweite gibt Ford für alle Versionen Ausführungen mit maximalen 327 Kilometer an.

Niedrige Betriebskosten

Über die Steckdosen rechts kann der Ford Baumaschinen mit Strom versorgen. Foto: © FordÜber die Steckdosen rechts kann der Ford Baumaschinen mit Strom versorgen. Foto: © FordZur Reichweitenverlängerung haben die Stromer von Ford ein Eco-Modus-Fahrprogramm sowie eine Wärmepumpe serienmäßig an Bord. Sind die flach im Fahrzeugboden verbauten Batterien erschöpft, lädt der Kölner an einem Schnellader mit 125 kW und benötigt 39 Minuten, um das Speicherdepot von 10 auf 80 Prozent wieder hochzupushen. Mit Wechselstrom, beispielsweise nachts im hauseigenen Betrieb, benötigt der E-Transit Custom fast sieben Stunden, um seine Akkus randvoll zu laden

Ford will den Kunden ihren E-Transit Custom schmackhaft machen und spricht von bis zu 40 Prozent geringeren Unterhaltskosten im Vergleich zu den weiterhin angebotenen Dieseln. Ein weiterer Pluspunkt: Die Kölner bieten für den Laderaum Steckdosen an. An diese können Baugeräte angeschlossen werden, damit Handwerker selbst an entlegenen Orten und unabhängig vom Stromnetz arbeiten können.

Außerdem bieten die Kölner für Unternehmen eine integrierte Ladelösung an. Sie umfasst die Installation einer vernetzten Wallbox, Lade-Management-Software und die Wartung der Anlagen. Und für die Wartung der Kundenfahrzeuge bieten sie einen mobilen Dienst vor Ort an. 

Plug-in Hybrid mit 233 PS

Als Plug-in-Hybrid stromert der Ford bis zu 56 Kilometer relektrisch. Foto: © FordAls Plug-in-Hybrid stromert der Ford bis zu 56 Kilometer relektrisch. Foto: © Ford

Für Gewerbetreibende, die sich mit dem Thema reine Elektromobilität immer noch nicht anfreunden können, hat Ford mit dem Plug-in-Hybrid eine weitere Alternative im Programm. Der Teilzeit-Elektriker startet bei 44.600 Euro und verfügt über eine Systemleistung von 233 PS. Rein elektrisch stromert der Lieferwagen bis zu 56 Kilometer. Ist die Energie der 11,8 kWh-Batterie verbraucht, springt der Vierzylinder-Benziner mit 2,5 Liter Hubraum an. Die Kraftübertragung erfolgt über eine stufenlose Automatik (CVT-Getriebe).

Der befürchtete Gummibandeffekt der CVT-Automatik hält sich im Alltag in Grenzen. Beim kräftigeren Beschleunigen bleibt zwar die Drehzahl des Verbrenners auf einem gleichbleibend hohen Niveau, doch klingt der Antrieb nur selten angestrengt laut. Der Plug-in-Hybrid hat Kraft und zeigt sich bei Überholvorgängen durchzugsstark. Den angegebenen WLTP-Verbrauch von nur 1,4 bis 1,7 Litern im Schnitt schafften wir jedoch nicht. Auf unserer Runde unter gemäßigter Fahrweise genehmigte sich Fords Plug-in-Hybrid rund 5,5 Liter.

Damit verfehlte der Ford, wie übrigens die meisten Plug-in-Wettbewerber auch, die Werksangabe deutlich. Doch ist der Wert für ein leichtes Nutzfahrzeug immer noch respektabel.

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Text: / handwerksblatt.de

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