Video-Fahrbericht: Ford Transit Trail
Der Ford Transit Trail kommt dank Allrad auch abseits des Asphalts ans Ziel.

Der Ford Transit Trail kommt dank Allrad auch abseits des Asphalts ans Ziel. (Foto: © Martin Bärtges)

Matsch Fun: Der Ford Transit Trail

Mit dem Transit haben die Kölner einen Transporter-Klassiker im Programm, der sich einen guten Ruf als Arbeitstier erarbeitet hat.

Für schwer zugängliche Baustellen gibt es mit dem Ford Transit Trail AWD auch eine Version, die Allradantrieb bietet. Wir haben den geländegängigen Transporter gefahren.

Ein echtes Arbeitstier

Bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert gehört der Transit zu den Erfolgsmodellen von Ford. Der Transporter der Kölner hat sich über die Jahre einen guten Ruf als echtes Arbeitstier erworben. Seit Ende vergangenen Jahres gibt es den Transit als Trail AWD – für Touren abseits des Asphalts. Die neue Version tritt im Segment der Ein- und Zwei-Tonner an. Die Bezeichnung Trail macht deutlich, dass die neuen Modellvarianten auch für den Einsatz abseits befestigter Straßen taugen. Augenfällig machen das etwa von den Raptor-Modellen übernommene Design-Elemente, wie der große schwarze Kühlergrill.

Das Fahrzeug ist als Kombi-Pkw mit Fensterflächen oder als verblechter Kastenwagen-Lkw mit Einzel- und Doppelkabine zu haben. Zudem stehen verschiedene Radstände und Dachhöhen zur Auswahl (L2, L3, L4 – und H2 und H3). Der Testwagen in der aufpreispflichtigen Lackierung Polar-Silber Metallic ist ein 350-er Modell, also ein Dreieinhalb-Tonner, in der Ausführung L2 H2, mit mittelhohem Dach und mittlerem Radstand.

"In vier Leistungsstufen liefert Ford den Zweiliter- EcoBlue-Turbodiesel des großen Transits. Die Leistungsspanne reicht von 105 bis 185 PS."

Dank Allrad auch im Gelände gut unterwegs

Der Ford Transit Trail Foto: © Martin BärtgesDer Ford Transit Trail Foto: © Martin Bärtges

Basis für die Allradmodelle ist der "große" Transit mit Heckantrieb. Die Ladekapazität des Transporters wird durch den Allrad, der zusätzliche Traktion in unwegsamem Gelände bringt, nicht eingeschränkt. Eine elektronisch gesteuerte AWD-Kupplung steuert die Verteilung der Antriebskräfte. Dazu sammelt das System permanent die vom Fahrzeug gelieferten Informationen, ermittelt in Sekundenbruchteilen die optimale Kraftverteilung und lenkt das Motordrehmoment auf die Räder mit der besten Bodenhaftung. Unter normalen Bedingungen wird die Antriebskraft direkt auf die Hinterräder übertragen. Sinnvoll ist das System vor allem für all jene, die sich nicht groß um den Allradantrieb kümmern wollen.

Der Transit AWD macht gewissermaßen alles von alleine und erspart dem Fahrer das Zuschalten des Allradantriebs. Für "echte" Geländeeinsätze ist er sicher nicht der richtige Partner, auch wegen des Radstands von über drei Meter Länge. Aber zum Befahren von Feld-, Wald- und Wiesenwegen ist er ebenso geeignet wie für den Einsatz in Regionen mit häufig winterlichen Bedingungen. Ein nützliches Feature ist – nicht nur – beim Einsatz abseits der Straßen die aufpreispflichtige Frontkamera. Per Anzeige auf dem Display im Cockpit lassen sich Kollisionen etwa mit größeren Steinen ebenso verhindern wie mit Pfählen oder Pollern, außerdem kann der Transit so auch bequem eingeparkt werden.

Fast 10 Kubikmeter Laderaum

Der Ford Transit Trail Foto: © Martin BärtgesDer Ford Transit Trail Foto: © Martin Bärtges

Mit dem mittelhohem Dach und mittlerem Radstand bringt es der rund fünfeinhalb Meter lange und knapp zweieinhalb Meter hohe Allrad-Transit auf rund 9,5 Kubikmeter Laderaum (Laderaumvolumen nach VDA 8,8 Kubikmeter). Damit passen vier Europaletten in den Transporter. Beladen werden kann er über die seitliche Schiebetür mit einer Öffnungsweite von 1,3 Meter und einer Öffnungshöhe von 1,6 Meter. Alternativ kann das Transportgut auch von hinten eingeladen werden, die Hecktür hat eine Öffnungshöhe von rund 165 Zentimeter und ist rund anderthalb Meter breit.

Die maximale Laderaumlänge am Boden liegt bei drei Meter (ohne) bzw. 294 Zentimeter mit Vinylboden. Die maximale Laderaumbreite beträgt 178 Zentimeter, zwischen den Radhäusern sind es 139 Zen- timeter. Die maximale Laderaumhöhe liegt bei 178 Zentimeter. Reichlich Zurrösen dienen der vorschriftsmäßigen Sicherung der Ladung. Je nach Version und Ausstattung liegt die Nutzlast zwischen 871 und 1.235 Kilogramm das zulässige Gesamtgewicht des 350-er Transit beträgt 3,5 Tonnen. Ein zu ziehender Anhänger darf bis zu 2,8 Tonnen schwer sein, das zulässige Gesamtzuggewicht liegt bei sechs Tonnen.

Als Diesel und Mild-Hybrid zu haben

In vier Leistungsstufen liefert Ford den Zweiliter-EcoBlue-Turbodiesel des großen Transits, die Leistungsspanne reicht von 105 bis 185 PS. Obendrein sind Mild-Hybrid- Antriebe verfügbar. Im Testfahrzeug kommt die Variante mit 125 kW / 170 PS und einem maximalen Drehmoment von 390 Newtonmeter zum Einsatz. Der Motor ist gekoppelt an ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Eine Automatik liefert Ford – anders als die Wettbewerber – für den Transit AWD weder für Geld noch für gute Worte. Erstaunlich günstig ist der Kraftstoffverbrauch des Allradlers. Nach gut 600 Kilometer zügig zurückgelegter Fahrstrecke steht die Tanknadel des 80 Liter fassenden Kraftstofftanks noch beinahe auf halb voll. Im Testbetrieb lag der Verbrauch bei – in Anbetracht der Abmessungen und des Gewichts des Transits - angemessenen 11,4 Liter.

Fahrerkabine mit viel Platz

Der Ford Transit Trail Foto: © Martin BärtgesDer Ford Transit Trail Foto: © Martin Bärtges

Der Innenraum bietet zwei oder, wie im Falle des mit Beifahrer-Doppelsitzbank ausgestatteten Testwagens, drei Sitze. Die Rückenlehne des mittleren Sitzes lässt sich herunterklappen und dient so als Arbeitsfläche oder Schreibunterlage, unter den Beifahrersitzen lässt sich einiges an Kleinkram verstauen. Gegen Aufpreis montiert Ford einen Wechselrichter, der 230 Volt bereitstellt.

Klassenüblich ist die Ausstattung des Transit AWD mit Multifunktionslenkrad und zahlreichen Fahrerassistenz- und Sicherheitssystemen wie Toter-Winkel-Assistent oder Reifendruck-Kontrollsystem. Für 900 Euro netto gibt es Bi-Xenon-Scheinwerfer für bessere Sicht in der Dunkelheit.

Fazit

Als Kastenwagen-Lkw ist der Transit bereits ab 29.600 Euro netto zu bekommen. Der Grundpreis des Testfahrzeugs liegt bei 45.350 Euro netto. Inklusive Sonderausstattungen kommt der Testwagen auf einen Gesamtpreis von 50.980 Euro netto. Für das Geld dürften im Fahrgastraum Einstiegsgriffe im Preis enthalten sein. Schließlich ist der Transit Trail AWD doch etwas hochbeiniger - und gerade für kleiner gewachsene Menschen könnten die Einstiegshilfen im Arbeitsalltag eine echte Erleichterung sein.

GERHARD PRIEN

Den Videofahrbericht gibt es auf handwerksblatt.de

Technische Daten Ford Transit Trail AWD 350 L2 H2

Reihen-Vierzylinder Turbodiesel, 1.995 ccm Hubraum, 125 kW / 170 PS bei 3.600 U/min, maximales Drehmoment 390 Nm bei 2.000 U/min, Sechsgang-Schaltgetriebe, Allradantrieb

Länge 5.531 mm, Breite 2.474 mm mit Spiegeln, (2.112 mm mit angeklappten Spiegeln), Höhe 2.447 bis 2.534 mm, Radstand 3.300 mm, Wendekreis 11,9 Meter, Überhang vorne 1.023 mm, Überhang hinten 1.208 mm, zulässiges Gesamtgewicht 3.500 kg, Leergewicht 2.265 bis 2.629 kg, Nutzlast 871 bis 1.235 kg, zulässige Achslast vorne 1.850 kg, zulässige Achslast hinten 2.150 kg, zulässiges Gesamtzuggewicht 6.000 kg, Inhalt Kraftstofftank 80 Liter, AdBlue-Tank 21 Liter. Verbrauch gemäß 93/116/EG Liter / 100 km: k. A., Testverbrauch 11,4 Liter / 100 km.

Schiebetür Öffnungsweite 1.300 mm, Schiebetür Öffnungshöhe 1.600 mm, Hecktür Öffnungsweite 1.565 mm, Hecktür Öffnungshöhe 1.648 mm, maximale Laderaumlänge am Boden 3.044 mm (ohne Vinylboden) bzw. 2.946 mm (mit Vinylboden), maximale Laderaumlänge in 1,2 Meter Höhe 2.900 mm, maximale Laderaumbreite 1.784 mm, Laderaumbreite zwischen den Radhäusern 1.392 mm, maximale Laderaumhöhe 1.786 mm, Nutzlast 871 bis 1.235 kg, zulässige Anhängelast 2.800 kg, zulässiges Gesamtzuggewicht 6.000 kg, Laderaumvolumen 8,7 m3 (SAE), 8,8 m3 (VDA), 9,5 m3 (maximales Laderaumvolumen)

Zwei Jahre Ford-Neuwagengarantie inklusive Ford Assistance Mobilitätsgarantie, zwölf Jahre Garantie gegen Durchrosten.

Grundpreis Testfahrzeug: 45.350 Euro

  • Sonderausstattungen:
  • Sicht-Paket 3 inkl. Audio-System 24: 1.910 Euro
  • Sitz-Paket 4A: 250 Euro
  • Raucher-Paket: 30 Euro
  • Laderaumschutz Paket 2: 145 Euro
  • Spannungskonvektor: 125 Euro
  • Diebstahl-Alarmanlage: 250 Euro
  • Reifendruck-Kontrollsystem: 60 Euro
  • Bi-Xenon Scheinwerfer: 900 Euro
  • Ganzjahresreifen: 375 Euro
  • Toter-Winkel-Assistent: 175 Euro
  • Front- und Rückfahrkamera: 470 Euro
  • Lackierung Polar-Silber Metallic: 940 Euro
  • Endpreis Testfahrzeug: 50.980 Euro

(Alle Preise Nettopreise)

Text: / handwerksblatt.de

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