Fahrbericht: Suzuki Jimny Allgrip Pro
Der neue Suzuki Jimny - jetzt nur als Nutzfahrzeug.

Der neue Suzuki Jimny - jetzt nur als Nutzfahrzeug. (Foto: © Martin Bärtges)

Und doch ein Nutzfahrzeug: der Suzuki Jimny

Der japanische Autobauer Suzuki hatte die Wahl – entweder er beerdigt seinen Jimny oder macht ein Nutzfahrzeug daraus. Wir haben den kleinen Nutzi unter die Lupe genommen.

Endlich mal ein Fahrzeug, für das man vor dem Haus keinen Wendehammer braucht. Knuffig sieht er aus, der Jimny von Suzuki, auch in der Version als Nutzfahrzeug. Denn rein äußerlich hat sich am Fahrzeug gegenüber der Pkw-Version nichts geändert. Gerade mal 365 Zentimeter ist der Suzuki "lang", kantig und im Retro-Look gezeichnet, mit knappen Überhängen vorne und hinten.

Würfel und Würfelchen

Der neue Suzuki Jimny Foto: © Martin BärtgesDer neue Suzuki Jimny Foto: © Martin Bärtges

Irgendwie schaut der kleine japanische Offroader so ein bisschen aus wie das Urgestein unter den Geländewagen, die legendäre G-Klasse von Mercedes-Benz. Die wird von ihren Fans ja gerne "Würfel" genannt. Da wäre es folgerichtig, den kleineren Jimny als "Würfelchen" zu bezeichnen. In Japan gibt es sogar Umbausätze, um den Jimny zum "Little G" umzugestalten. Das ist nicht sonderlich schwer, denn die Grundelemente im Styling der beiden Offroader sind gleich. Steil stehende A-Säule, jede Menge gerade Linien und rechte Winkel. Beinahe scheint es so, als wären Reifen, Radhäuser, Scheinwerfer und Lenkrad die einzigen Elemente am Fahrzeug mit Rundungen. Offenbar macht das den Jimny auch so sympathisch. Denn der kleine Nützling trifft (fast) überall auf freundliche und strahlende Gesichter.

Klare Kante

Der neue Suzuki Jimny Foto: © Martin BärtgesDer neue Suzuki Jimny Foto: © Martin Bärtges

Gegenüber seinem Vorgänger ist der Jimny in der mittlerweile vierten Modellgeneration zwar etwas kürzer, aber gleichzeitig höher (172 Zentimeter) und breiter (165 Zentimeter) geworden. Geblieben ist neben der "klaren Kante" auch der Kühlergrill mit den fünf horizontal angeordneten Lufteinlässen. Dazu gibt es ausgestellte Radkästen, betont durch die Verbreiterungen, eine echte Regenrinne, quadratische Außenspiegel und – wie sich das für einen echten Geländewagen gehört – ein außen angeschlagenes Reserverad. Schwenkt man dieses zur Seite gibt die rechts angeschlagene Hecktür den Zugang zum komplett ebenen Laderaum frei. Der ist per fest verschraubtem Schutzgitter von den beiden Sitzen für Fahrer und Beifahrer abgetrennt.

350 Kilogramm Zuladung

Der neue Suzuki Jimny Foto: © Martin BärtgesDer neue Suzuki Jimny Foto: © Martin Bärtges

Riesig ist er nicht, aber das erwartet wohl auch niemand in Anbetracht der kompakten Abmessungen des Fahrzeugs (2,25 Meter Radstand). Immerhin passen bei dachhoher Beladung 863 Liter in den Jimny, also 33 Liter mehr als in die Pkw-Version mit (umgeklappter) Rückbank. Fast 350 Kilogramm können zugeladen werden. Das ist zwar nicht wirklich üppig, aber immerhin. Und wer mehr Last mitnehmen will, kann im Falle eines Falles auf einen Hänger zurückgreifen. Gebremst liegt die maximale Anhängelast des knuffigen Japaners bei 1.300 kg (Stützlast 75 Kilogramm). Das reicht dann selbst für eine Urlaubsreise mit einem kleinen Wohnwagen.

Ein Leichtgewicht

Der neue Suzuki Jimny Foto: © Martin BärtgesDer neue Suzuki Jimny Foto: © Martin Bärtges

Unter der Haube des Jimny werkelt ein Vierzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen und anderthalb Liter Hubraum. Er bringt es auf eine Leistung von 75 kW / 102 PS, die bei 6.000 Umdrehungen anliegen. Das maximale Drehmoment von 130 Nm entwickelt der Jimny bei 4.000 U/min. Gekoppelt ist das Antriebsaggregat an ein leichtgängiges Schaltgetriebe mit fünf Gängen. Besonders üppig ist das zur Verfügung stehende Drehmoment zwar nicht, aber da der Jimny leer gerade mal rund 1,1 Tonnen wiegt, reicht die Kraft auch im Gelände aus. Autobahnen sind seine Domäne nicht, das macht auch die Höchstgeschwindigkeit deutlich, die so zwischen 140 und 145 km/h liegt.

500 Kilometer Reichweite

Im Test lag der Verbrauch bei knapp über acht Liter Super für 100 Kilometer Fahrstrecke. Das liegt wohl auch daran, dass man den kleinen Suzi bei Drehzahlen halten muss, wenn man zügig vorankommen will. Die rund acht Liter Verbrauch sorgen in Verbindung mit dem gerade mal 40 Liter fassenden Kraftstofftank für eine Reichweite von rund 500 Kilometer. Viel länger wird wohl auch kaum jemand am Stück mit dem kleinen Fourwheeler fahren wollen. Vor allem größer gewachsenen Zeitgenossen fehlt es ein wenig an Raum nach hinten. Und der Federungskomfort ist auch nicht wirklich berauschend.

Reiner Zweisitzer

Je nach Sichtweise haben der 16-Ventil-Benziner – oder die immer strengeren CO2-Vorschriften – dem Jimny in der Pkw-Version das Ende beschert. Damit Suzuki den Jimny weiter anbieten kann, flog die Rückbank raus und machte dem reinen Laderaum Platz. Jetzt ist der kleine Offroader eben ein (leichtes) Nutzfahrzeug - und ein reiner Zweisitzer.

Robustes Innenleben

Der neue Suzuki Jimny Foto: © Martin BärtgesDer neue Suzuki Jimny Foto: © Martin Bärtges

Suzuki hat sich beim Interieur durchaus Mühe gegeben. In Würfeln sitzen zwei Instrumente – tatsächlich rund gestaltet, ebenso wie die gleichfalls runden Drehregler für die Klimaanlage. Dazu gibt es Wippschalter für die Bedienung der Fensterheber sowie von ESP und Downhill. Da es sich beim Jimny um einen Geländewagen handelt, ist das Armaturenbrett in robustem und kratztfesten Kunststoff gehalten. Etwas aus der Zeit gefallen wirkt der CD-Schacht, zu gefallen weiß der Drehregler für die Lautstärkenregulierung. Das Kommunikationselement beinhaltet ein MP3-fähiges CD-Radio (inklusive DAB+) und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung. An Bord sind obendrein ein Notbremsassistent, ein Spurverlassens- und ein Müdigkeitswarner sowie eCall, Tempomat und Verkehrszeichenerkennung. Das höhenverstellbare Lenkrad erlaubt die Steuerung von Tempomat und Audio-System. Das Multifunktions-Display zeigt wichtige Werte wie Verbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit und Reichweite schnell erfassbar an.

Gute Geländetauglichkeit

Der neue Suzuki Jimny Foto: © Martin BärtgesDer neue Suzuki Jimny Foto: © Martin Bärtges

Neben der knuffigen Optik dürfte der Allradantrieb und die damit verbundene Geländetauglichkeit ein herausragender Grund für den Kauf eines Jimny sein. Der bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h zuschaltbare Allradantrieb wird per zweitem Schalthebel in der Mittelkonsole aktiviert. Ganz wie früher. Hinzu kommen eine "Allgrip Pro" genannte und per Hebel aktivierbare Geländeuntersetzung sowie eine Bergabfahr- und Berganfahrhilfe. Und 21 Zentimeter Bodenfreiheit, knackige Böschungs- und Rampenwinkel, ein robuster Leiterrahmen und Starrachsen vorne und hinten.

Ab 22.000 Euro

Dieses Gesamtpaket findet seine Liebhaber. Sogar in reichlicher Zahl. Was dazu führt, dass der knapp 22.000 Euro kostende Jimny – in der Aufpreisliste stehen lediglich Metallic- und Zweifarb-Lackierungs-Optionen wie das auffällige Kinetic Yellow / Bluish Black Pearl Metallic beim Testwagen – auch als Nutzfahrzeug beliebt ist. Und zwar so beliebt, dass die Lieferzeit bei mehr als einem Jahr liegt. Trotz oder vielleicht gerade wegen seines rustikalen und etwas anachronistischen Charmes. Die hohe Nachfrage bestimmt dann auch, wie es so üblich ist, den Preis. Deshalb ist der kompakte Offroader bei manchen Händlern bereits mit 30.000 Euro ausgezeichnet. Zum Mitnehmen. Jetzt und sofort. Nicht nur von Jägern, Waldbesitzern, Forstarbeitern, Garten- und Landschaftsbauern oder Landwirten. Sondern eben von allen, die gerne ein kleines Laster in ihrem Leben hätten. Und dazu zählen nun eben neben Garten- und Landschaftsbauern sowie Handwerkern, die Geräte in Neubaugebiete abseits existierender Straßen bringen müssen, auch Kunden, die den Wagen wohl eher auf der Kö denn im Gelände bewegen werden.

 

Technische Daten: Suzuki Jimny Allgrip Pro Nutzfahrzeug

  • Reihen-Vierzylinder Benziner
  • 1.462 ccm Hubraum
  • Leistung 75 kW / 102 PS bei 6.000 U/min
  • maximales Drehmoment 130 Nm bei 4.000 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit 145 km/h
  • zuschaltbarer Allradantrieb und zuschaltbare Untersetzung
  • Fünfgang-Schaltgetriebe
  • Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 12,8 Sekunden
  • Abgasnorm Euro 6
  • Tankinhalt 40 Liter
  • Super E10, ECE-Durchschnittsverbrauch 6,8 Liter, Testverbrauch 8,2 Liter
  • Länge 3.645 mm,  Breite 1.645 mm, Höhe 1.705 mm
  • Radstand 2.250 mm
  • Wendekreis 9,8 Meter
  • Bereifung 195/80 R15
  • 1.100 Kilo Leergewicht
  • Bodenfreiheit 210 mm, Böschungswinkel 37 Grad (vorne) / 48 Grad (hinten), Rampenwinkel 28 Grad
  • zulässiges Gesamtgewicht 1.435 kg
  • Zuladung 345 kg
  • Kofferraumvolumen 863 Liter
  • maximale Anhängelast gebremst (bis 12 % Steigung) 1.300 kg
  • maximale Anhängelast (ungebremst) 350 kg, Stützlast 75 kg,

Basispreis 21.915 Euro inkl. Mehrwertsteuer

Serienausstattung

  • Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung,
  • elektrisch verstellbare Außenspiegel
  • Lichtsensor
  • Fernlichtassistent
  • Nebelscheinwerfer
  • Tagfahrlicht
  • Scheiben rundum getönt
  • Außenspiegel und Türgriffe in schwarz
  • Reserveradblende schwarz
  • 15"-Stahlfelgen (Bereifung 195/80 R15)
  • Klimaanlage mit Pollenfilter
  • elektrische Fensterheber vorn
  • Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer
  • Sitzheizung vorn
  • Trenngitter zwischen Fahrgastraum und Laderaum
  • Lenkrad höhenverstellbar
  • Mittelkonsole mit Getränkehaltern
  • Sonnenblenden vorn, Multifunktionsdisplay
  • 12V- Anschluß in Mittelkonsole

Lieferbare Sonderausstattung:

  • Metallic-Lackierung 500 Euro
  • Zweifarben-Lackierung 330 Euro

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Text: / handwerksblatt.de

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