Foto: © HwK Koblenz
HWK Koblenz | Oktober 2026
Im Renntempo durch die "Grüne Hölle"
Als Dankeschön für ihr Engagement ging es für sieben Ausbildungsbotschafter der HwK Koblenz im Rennwagen über die Nordschleife.
Dynamik im Kompaktformat: Die Alpine A290 GTS ist ein Kurvenräuber im Designeranzug. (Foto: © Alpine)
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27. Oktober 2026
Mit der A290 GTS schickt Alpine einen vollelektrischen Hot Hatch auf die Straße, der maximalen Fahrspaß verspricht. Ob die Französin den Spagat zwischen Handwerker-Alltag und Rennsport-DNA meistert, zeigt unser Praxistest.
Man sieht es der vollelektrischen A290 GTS nicht an, aber ihre Gene reichen weit zurück: Bereits 1976 verwandelte Alpine den klassischen Renault 5 in eine legendäre Fahrmaschine mit Rennsport-DNA. Während damals geringes Gewicht und kräftige Ottomotoren für Fahrspaß sorgten, setzt die Neuauflage nun konsequent auf Elektromobilität.
Mit der Alpine A290 kehrt das bewährte Konzept nun wieder zurück auf die Straße: Der aktuelle Renault 5 dient wieder als Basis, Alpine liefert die sportliche Schärfe. Während die Basisversion der A290 bereits 130 kW (177 PS) mobilisiert, kommt in unserem Praxistest die leistungsstärkere Topversion A290 GTS zum Einsatz. Sie bringt es auf stramme 160 kW (220 PS).
Dabei ist der vollelektrische Hot Hatch der Marke weit mehr als nur ein optisch nachgeschärfter Renault 5 E-Tech. Bereits im Stand vermittelt die Alpine A290 pure Dynamik: Ein markantes Spoilerwerk und das Tagfahrlicht mit X-Signatur sorgen für ein eigenständiges Design. Die ausgestellten Radläufe und die breiten Seitenschweller sind eine bewusste Hommage an den legendären Renault 5 "Backen-Turbo".
Mit einer Länge von knapp vier Metern übertrifft die Alpine den regulären Renault 5 E-Tech um rund sieben Zentimeter. Dieser Zuwachs resultiert rein aus den dynamisch geformten Stoßfängern und dem angedeuteten Heckdiffusor am Heck. Im Interieur hebt sich die Alpine jedoch deutlich von der Basis ab: Der Innenraum wirkt um einiges exklusiver, was vor allem an der spürbaren Premium-Materialauswahl und dem konsequenten Motorsport-Look liegt.
Unser GTS-Testwagen punktet ab Werk mit zweifarbigem Nappa-Leder in Dunkelblau, das neben den Sitzen auch das Cockpit und die Türverkleidungen edel einhüllt. Für den passenden Sound sorgt das Premium-Audiosystem des französischen Klangspezialisten Devialet.
Dass die A290 für sportliche Kurven gebaut ist, beweisen die Sportsitze mit exzellentem Seitenhalt. Motorsport-Feeling kommt auch am unten abgeflachten Nappaleder-Lenkrad auf. Hier befinden sich Features, die der normale Renault 5 nicht bietet: Die auffällig rote "OV"-Taste (Overtake) liefert per Knopfdruck einen kurzzeitigen Leistungsschub, während ein blaues Rädchen die Rekuperation direkt manuell regelt.
Ein weiterer Unterschied zur Renault-5-Basis zeigt sich auf der Mittelkonsole: Anstelle des klobigen Wählhebels hinter dem Lenkrad werden die Fahrstufen der A290 über elegante Drucktasten gesteuert – ein Layout, das direkt aus dem Sportwagen Alpine A110 übernommen wurde. Auch das Infotainment ist auf Performance ausgelegt. Neben der präzisen Google-Maps-Navigation liefert eine spezifische Telemetrie-App Echtzeitdaten wie Brems- und Akkutemperaturen sowie Leistungsdiagramme für sportlich ambitionierte Handwerker.
Auf der Straße liefert die A290 GTS sofort ab: Kraftvolle 160 kW (220 PS) und 300 Newtonmeter Drehmoment pressen den kompakten Stromer spontan nach vorn. Beeindruckender als die reine Längsdynamik ist jedoch das Handling. Alpine hat das Fahrwerk inklusive der Mehrlenker-Hinterachse komplett neu abgestimmt und die Spur im Vergleich zum Renault 5 E-Tech um 60 Millimeter verbreitert. Mit einem Leergewicht von nur 1.554 Kilogramm ist die Französin außerdem ein echtes Leichtgewicht unter den Elektroautos. Daher bietet der französische Hot Hatch auch die idealen Grundvoraussetzungen für eine maximale Agilität.
Besonders auf kurvigen Landstraßen überzeugt die Alpine mit hoher Präzision. Die eigens entwickelten Reifen von Michelin krallen sich förmlich in den Asphalt, während die Lenkung Kursänderungen direkt umsetzt, ohne dabei nervös zu wirken. Dank Torque Vectoring und einem feinfühlig abgestimmten ESP fährt sich die A290 GTS extrem lebendig, bleibt aber stets berechenbar. Wer es provoziert, erntet sogar ein leicht mitlenkendes Heck – ein agiler Charakter, den man bei modernen E-Fronttrieblern höchst selten findet.
Beim harten Herausbeschleunigen aus engen Kehren stößt das Konzept jedoch an seine physikalischen Grenzen. Dann sind Antriebseinflüsse in der Lenkung spürbar und die Vorderräder suchen kurz nach dem nötigen Grip, bis die Elektronik das Drehmoment sanft reguliert. Der Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,4 Sekunden ist sportlich. Allerdings wird die Alpine schon bei 170 km/h elektronisch abgeregelt. Das schont zwar die Reichweite im Arbeitsalltag, ist für eine Sportmarke aber lediglich nur ein Kompromiss.
Bei zurückhaltender Fahrweise erreicht die Alpine eine praxistaugliche Reichweite von bis zu 380 Kilometern. Im Test lag der Durchschnittsverbrauch mit 17,6 kWh nur leicht über der Werksangabe von 16,5 kWh. Wer das sportliche Potenzial auf der Landstraße oder Autobahn jedoch voll ausschöpft, treibt den Verbrauch massiv in die Höhe: Bei dauerhafter Volllast schrumpft der Aktionsradius des 52-kWh-Akkus selbst bei optimalen Temperaturen auf 150 Kilometer zusammen.
Besonders gelungen ist jedoch der Spagat zwischen Alltagskomfort und Rennsport-Feeling. Im Stadtverkehr federt die Alpine Unebenheiten überraschend sauber weg und bleibt angenehm leise. Die künstlich generierten Fahrgeräusche sind Geschmackssache, wirken aber nie aufdringlich und lassen sich bei Bedarf auch komplett abschalten. Am Ende genügt ein Dreh am Fahrmodus-Schalter, um den zivilisierten Stromer in einen ernstzunehmenden Kurvenräuber zu verwandeln. Wer dieses Auto artgerecht bewegt, misst Fahrspaß ohnehin nicht in Kilometern – sondern in Kurven.
Beim Ladestopp bewegt sich die flotte Französin hingegen nur im Klassendurchschnitt: Die Batterie wird im Idealfall mit einer maximalen DC-Ladeleistung von 100 kW in rund 30 Minuten von 15 auf 80 Prozent aufgeladen. Für Handwerker und Gewerbetreibende, die das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und zugleich einen lokal emissionsfreien City-Flitzer suchen, startet der Einstieg in die elektrische Alpine-Welt bei exakt 31.092 Euro netto. Für das von uns getestete Topmodell GTS werden dagegen gleich 36.471 Euro fällig.
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