Der Cupra Formentor ist das erste eigene Modell der spanischen Seat-Tochter.

Der Cupra Formentor ist das erste eigene Modell der spanischen Seat-Tochter. (Foto: © Cupra)

Cupra Formentor VZ: Feuriger Spanier f√ľr wilde Jungs

Mit dem Formentor bringt die Seat-Tochter Cupra das erste eigenständige Modell auf den Markt. Satte 310 PS versprechen viel Fahrspaß. Ob das stimmt und wie es um die Qualitäten des kompakten SUV steht, klärt der Test.

Unter Kennern ist Cupra schon seit langem ein Begriff. So heißen seit geraumer Zeit die sportlichsten Ableger der Marke Seat. Doch inzwischen haben die Spanier ihre Sportabteilung zu einer eigenen Submarke umgebaut und bieten unter dem exklusiven Label leistungsstarke Modelle an. Zwar gab es mit dem Cupra Ateca sowie dem Cupra Leon bisher schon zwei heißblütige Modelle, die aber auch in schwächerer Form unter dem Markennamen Seat angeboten wurden.

Nun präsentieren die Spanier mit dem Formentor das erste eigenständige Fahrzeug, den es als gewöhnlicher Seat nie geben wird. Der Formentor bleibt exklusiv ein Cupra, deren Bezeichnung übrigens für Cup Racing steht.

Kraft gibt's im Überfluss

Der kräftige Formentor bietet Fahrpaß pur. Foto: ¬© CupraDer kräftige Formentor bietet Fahrpaß pur. Foto: ¬© Cupra

Preislich beginnt der Formentor in Verbindung mit einem 150 PS starken 1,5-Liter-Benziner bei 26.850 Euro (alle Preise netto). Darüber hinaus gibt es ihn als Plug-in Hybriden, oder wie bei uns in seiner stärksten Ausführung als Formentor VZ (VZ steht für "veloz" und bedeutet schnell). Das Topmodell kostet 38.983 Euro und verfügt über stolze 310 PS.

Die hohe Leistung in einem kompakten SUV sorgt natürlich für überlegene Fahrleistungen und zaubert dem Piloten des Formentor VZ ein dauerbreites Grinsen ins Gesicht. Dass sich die Investition gelohnt hat, beweisen schon die Eckdaten: Den Sprint von null auf Tempo 100 erledigt der knapp 1,7 Tonnen schwere Spanier in gerade einmal 4,9 Sekunden, der Topspeed liegt bei elektronisch abgeriegelten 250 km/h. Damit die Kraft auch problemlos auf die Straße kommt, rollt der Cupra werkseitig mit Allradantrieb an. Ebenso serienmäßig ist ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, welches mit schnellen Schaltzeiten gefällt.

Von seiner Dynamik macht der portenten Spanier auch optisch reichlich Gebrauch. An seiner Frontpartie prangt ein mächtiger Waben-Kühlergrill, der seitlich von schmalen Voll-LED-Scheinwerfern flankiert wird. Nicht minder imposant wirken außerdem die breiten Lufteinlässe im unteren Bereich des Stoßfängers. Beim Rundgang fallen dem Betrachter dann noch die zwei Doppel-Endrohre ins Auge, die im Heckdiffusor eingebettet sind. Der satte Klang der Abgasanlage gefällt, damit brabbelt der Formentor VZ wohlig, ohne aber akustisch wirklich aufdringlich zu sein. Abgerundet wird der sportliche Auftritt mit weiterem dezentem Spoilerwerk sowie glanzgedrehten 19-Zoll-Aluräder in einer farblichen Mischung aus Kupfer und Schwarz.

Das adaptive Fahrwerk lohnt sich

Der heißblütige Spanier zeigt auch Nehmerqualitäten. Foto: ¬© CupraDer heißblütige Spanier zeigt auch Nehmerqualitäten. Foto: ¬© Cupra

Im Straßenverkehr erregt der schicke Spanier viel Aufsehen. Überall, wo er auftaucht, drehen sich die Leute nach ihm um. Einige strecken sogar den Daumen nach oben und nicken ihm freundlich zu. Das sympathische Erscheinungsbild lässt sich natürlich noch mit einigen Extras weiter verfeinern. Wie etwa bei unserem Testwagen, der mit einer Bremsanlage von Brembo für 2320 Euro ausgerüstet war und die im Notfall vehement den Anker wirft. Eine weitere Empfehlung ist zudem die Fahrwerksregelung DCC. Der Aufpreis von 815 Euro in die adaptiven Dämpfer lohnt sich. Damit beweist der Spanier auch Nehmerqualitäten und erreicht den perfekten Spagat zwischen einer hohen Fahrdynamik sowie einem angenehmen Komfort. Fahrbahnunebenheiten bügelt der Formentor VZ einfach glatt.

Den Schalter für die verschiedenen Fahrprogramme haben die Spanier in das griffige Sportlenkrad integriert. Dort befindet sich ebenfalls der Starterknopf, mit dem der Formentor zum Leben erweckt wird. Überhaupt kann sich der Innenraum sehen lassen. Die Verarbeitungsqualität liegt auf einem soliden Niveau und die vielen kupferfarbenen Applikationen, die Cupra rund ums Cockpit verbaut hat, werten den positiven Eindruck nochmals auf.

Der Touchscreen wirkt überfrachtet

Die Bedienung des überfrachteten Mulimedias gefällt nicht. Foto: ¬© CupraDie Bedienung des überfrachteten Mulimedias gefällt nicht. Foto: ¬© Cupra

Der Fahrer blickt auf ein gut ablesbares digitales Kombiinstrument und sitzt zusammen mit seinem Co-Piloten auf gut konturierten Integral-Sportsitzen. Leider gibt es im Formentor nur noch wenige echte Schalter und Knöpfe. Daher muss für viele Funktionen immer der Touchscreen des Infotainments bemüht werden, Angefangen von der Klimasteuerung bis hin zur Sitzheizung, Das ist weniger schön. Auch erweist sich das Multimediasystem mit unter anderem Online-Navigation sowie einer Smartphone-Integration zwar als modern, doch reagiert der Bildschirm so manches Mal nur verzögert. Gleiches gilt für die Sprachsteuerung, die recht spät auf Befehle reagiert.

Dafür erweist sich das Raumangebot des Formentor als überaus geräumig. Insbesonders im Fond gibt es eine gute Bewegungsfreiheit. Darüber hinaus können sich hier die mitreisenden Gäste über eine großzügige Kniefreiheit freuen. Auch das Gepäckraumvolumen ist ordentlich bemessen. 420 bis maximal 1475 Liter sind es, jedoch muss die Fracht beim Spanier zunächst erst über eine recht hohe Ladekante in den Kofferraum gewuchtet werden.

Er ist ein handlicher Sportler

Das schicke Design wirft die Blicke auf sich. Foto: © CupraDas schicke Design wirft die Blicke auf sich. Foto: © Cupra

Leistung gibt´s im Cupra Formentor mehr als genug. Der Zweiliter-Turbo verfügt über satte 400 Newtonmeter Drehmoment, die schon bei niedrigen 2.000 Touren bereitstehen. Dementsprechend früh legt sich der Spanier ins Zeug und schiebt so kraftvoll an, dass es die Passagiere regelrecht in die Sitze presst. Der Fahrspaß mit dem Spanier liegt auf einem hohen Niveau. Mit seiner präzisen Lenkung lässt sich der Formentor äußerst präzise zirkulieren und bleibt in zügig angegangenen Kurven lange neutral. Beim Herausbeschleunigen sorgt der Allrad anschließend für eine sichere Traktion. Überhaupt bleibt der Cupra lange neutral, fährt sich überaus agil und handlich.

Wer es allerdings allzu forsch angeht und übertreibt, wird den Normverbrauch von 8,5 Litern Super Plus nicht schaffen. Hohe 11 Liter sind im Schnitt dann eher die Regel. Unter geruhsamer Fahrweise begnügte sich der spanische Heißsporn mit 9,6 Liter. Verglichen mit der Werksangabe ist dies aber immer noch zu viel. Wer den Verbrauch beim Cupra Formentor weiter nach unten drücken will, muss auf die schwächeren Benziner- oder Dieselversionen des Formentor zurückgreifen, oder auf die sparsamen Plug-in Hybriden. Die sollen zwar auch alle eine Menge Fahrspaß bieten, doch bei weitem nicht so viel wie beim Cupra Formentor VZ.

Text: / handwerksblatt.de

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