Drei Jahre nach der Markteinführung  gibt es für den Dacia Duster ein Update.

Drei Jahre nach der Markteinführung gibt es für den Dacia Duster ein Update. (Foto: © Dacia)

Dacia Duster: Günstiger Rumäne in frischem Glanz

Mobilität - Pkw

Der Dacia Duster hat ein Facelift erhalten. Neben optischen Retuschen sowie einem neuen Infotainment ist der 150 PS-Benziner jetzt mit Doppelkupplungsgetriebe lieferbar. Wir sind den gelifteten SUV gefahren.

Deutschlands günstigster SUV hört auf den Namen Dacia Duster und startet bei gerade einmal 10.756 Euro netto. Die aktuelle Ausgabe der rumänischen Renault-Tochter Dacia befindet sich mittlerweile seit drei Jahren auf dem Markt. Zeit also für ein Update, damit der 4,34 Meter lange Duster nicht nur preislich attraktiv bleibt. Schön auch: Das Einstiegsmodell ist auch nach der Überarbeitung nicht teurer geworden.

Das Facelift umfasst neben einer überarbeiteten Frontschürze, einem Wabenkühlergrill mit 3D-Einsätzen auch die neugestalteten Scheinwerfer. Diese Maßnahmen verleihen dem Duster einen robusteren Auftritt, aber es hagelt auch Kritik: Zwar wurden das Tagfahrlicht und Abblendlicht mit serienmäßiger LED-Technik aufgerüstet, das Fernlicht muss hingegen weiterhin mit altertümlichen Halogen-Lampen auskommen. Die Änderungen am Heck fallen moderat aus. Der Duster für den Modelljahrgang 2022 gibt sich an einem vergrößerten Dachspoiler sowie LED-Rückleuchten in einer gefeilten Aufteilung zu erkennen. Außerdem runden neu geformte Alu-Räder den optischen Auftritt nach außen hin ab.

Zwei neue Multimediasysteme im Angebot

Vor allem beim Multimediasystem hat sich einiges getan. Foto: © DaciaVor allem beim Multimediasystem hat sich einiges getan. Foto: © Dacia

Wesentlich mehr hat sich im Innenraum getan, insbesondere in Sachen Multimedia. Hier stehen dem Kunden zwei neue Systeme zur Wahl. In der einfachen Ausführung integriert der acht Zoll große Touchscreen nun Smartphones mittels Apple Carplay und Android Auto. Die Topausstattungen Prestige und Prestige + verfügen dagegen über eine integrierte Navigation, die den Fahrer mit ihrer dynamischen Routenführung zuverlässig bis ans gewünschte Ziel lotst. Außerdem erfolgt die Smartphone-Anbindung bei der Topvariante Media Nav kabellos, ebenso kann das Handy auch als Wlan-Hotspot genutzt werden.

Darüber hinaus hörten die Rumänen Kunden genau zu, um bisherige Schwachstellen zu beseitigen. Aus diesem Grund sind die Schalter für den Tempomat und Geschwindigkeitsbegrenzer nicht mehr wie bisher wahllos im Cockpit verstreut, sondern wurden jetzt griffgünstig ins Multifunktionslenkrad integriert. Überarbeitet wurde zudem die Mittelkonsole, die jetzt etwas höher sowie breiter baut und eine verschiebbare Armlehne erhielt. Darunter befindet sich ein 1,1-Liter großes Staufach für allerhand Kleinkram. Zudem befinden sich in der Konsole zwei USB-Anschlüsse, statt wie bisher nur einem. Bei der höchsten Ausstattungsstufe Prestige + können die hinten sitzenden Gäste ihre Handys über zwei weitere USB-Ports laden.

Frische Sitzpolster zählen ebenfalls zur Modellpflege des Duster und die schlanken neuen Kopfstützen verbessern die Sicht nach hinten. Nur der Hartplastik-Look im Inneren ist geblieben. Dieses Manko verzeihen wir dem Duster, schließlich können die Rumänen bei einem so scharf kalkulierten Preis auch nicht zaubern. Weniger schön ist allerdings die Tatsache, dass sich das Cockpit in der Windschutzscheibe spiegelt und den Fahrer bei Sonneneinstrahlung so manches Mal blendet. Hier hätte eine Überarbeitung durchaus Gutes bewirkt. Dafür kann sich das Platzangebot weiterhin sehen lassen. Vorne wie hinten bietet der Duster seinen Passagieren eine ordentliche Bewegungsfreiheit und das Gepäckabteil hält mit 445 bis maximal 1478 Litern einen ordentlichen Stauraum bereit.

Allrad auf Wunsch, Topbenziner mit Doppelkupplung

Der gemütliche Rumäne bietet einen hohen Fahrkomfort. Foto: © DaciaDer gemütliche Rumäne bietet einen hohen Fahrkomfort. Foto: © Dacia

Mit insgesamt fünf Motoren fällt das Angebot weiterhin umfangreich aus. Neben dem 116 PS starken Diesel und vielen Benzinern befindet sich darunter auch eine Variante mit Flüssiggas. In Verbindung mit seinem auf 50 Liter vergrößertem Gastank (plus acht Liter) sowie dem ebenfalls 50 Liter fassendem Benzintank erhöht sich die Reichweite der 100 PS starke Eco-G-Version um 250 Kilometer auf insgesamt stolze 1400 km.

Die Dieselvariante sowie der kräftigste Benziner mit 150 PS können auch weiterhin mit Allradantrieb bestellt werden. Damit krabbelt der Dacia wacker durchs Gelände und nimmt mit seinem extrem kurz übersetzten ersten Gang selbst schwierige Passagen ohne zu Murren. Dabei hilft dem Duster 4x4 neben der serienmäßigen Berganfahrhilfe auch eine Bergabfahrhilfe. Und damit der Fahrer auf schwierigem Terrain den Überblick nicht verliert, kann er auf dem Touchscreen jetzt unter vier verschieden Kameraeinstellungen wählen. Auf dem Display lassen sich weitere Informationen zur Seitenneigung der Karosserie abrufen, zudem steht ein Höhenmesser sowie ein Kompass bereit.

Laufruhig und gleichmäßig

Das sanfte Doppelkupplungsgetriebe gibt es leider nicht in Verbindung mit Allrad. Foto: © DaciaDas sanfte Doppelkupplungsgetriebe gibt es leider nicht in Verbindung mit Allrad. Foto: © Dacia

Wer jedoch den 150 PS-Topbenziner mit dem neuen Doppelkupplungsgetriebe ordert, muss auf all diese hilfreichen Features verzichten. Ihn gibt es ausschließlich nur als Handschalter mit Frontantrieb. Daher ist er nur für herkömmliche Straßen oder allenfalls den leichten Geländeeinsatz geeignet, nicht aber für den harten Offroadeinsatz. Doch auf dem Asphalt gefällt der 1,3-Liter-Turbo, er zieht gleichmäßig los und beschleunigt den Duster in 9,7 Sekunden auf 100 km/h. Und wer den Vierzylinder nicht übermäßig bis an seine Drehzahlgrenze treibt, kann sich über einen laufruhigen Antrieb freuen. Entspannen und Genießen lautet das Motto für den Duster, zumal er mit einem sehr angenehmen Fahrkomfort glänzt und sich das automatisierte Schaltgetriebe sanft durch ihr Sechsgänge-Menü hangelt.

So günstig wie das Einstiegsmodell ist der 16.966 Euro teure Duster TCe 150 samt EDC-Doppelkupplung natürlich nicht, doch bringt er in der gehobenen Prestige-Ausstattung mit seinem Navi-Touchscreen oder etwa einer Klimaautomatik schon einiges Nützliches mit. Zum Vergleich: Der gleichstarke Duster mit seinem geländetauglichen Allrad ist um gerade einmal 84 Euro günstiger, muss dafür aber manuell geschaltet werden. So bleibt dem Kunden beim gelifteten Duster letztendlich die Wahl zwischen einem sanften Schaltkomfort auf der Straße oder einem zünftigen Kraxeln im Gelände. Beides lässt sich leider nicht kombinieren.

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Text: / handwerksblatt.de

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