Der neue Toyota Highlander hat in seinem Innenraum Platz für bis zu sieben Personen.

Der neue Toyota Highlander hat in seinem Innenraum Platz für bis zu sieben Personen. (Foto: © Toyota )

Toyota Highlander: Großes Hybrid-SUV startet in Europa

Mobilität - Pkw

Mit dem neuen Toyota Highlander schließen die Japaner die Lücke zwischen dem RAV4 und dem Land Cruiser. Das große SUV ist ausschließlich mit Hybrid erhältlich und bietet bis zu sieben Sitzplätze. Wir haben das Toyota-Flaggschiff ausprobiert.

Toyota Highlander? Da war doch was. Das japanische Dickschiff rollt schon seit einigen Jahren durch Nordamerika und hat sich dort längst etabliert. Nun kommt die mittlerweile vierte Neuauflage auch zu uns. Auf einer Länge von knapp fünf Metern bietet der Highlander Platz für bis zu sieben Personen, doch im Gegensatz zur US-Version gibt es ihn bei uns einzig und allein mit einem sparsamen Hybriden samt Allradantrieb.

Bereits der Einstiegspreis klingt verlockend: Mit gerade einmal 44.748 Euro (alle Preise netto) ist der Highlander um einiges günstiger als die vergleichbare Konkurrenz vom Schlage eines Audi Q7. BMW X5, oder etwa dem Mercedes GLE. Reicht das, um solvente Handwerker schwach werden zu lassen?

Hybrid und Allrad sind immer Serie

Die europäische Variante des Highlander gibt es ausschließlich als Hybrid. Foto: © Toyota Die europäische Variante des Highlander gibt es ausschließlich als Hybrid. Foto: © Toyota

Daher kommen wir lieber gleich zu den Fakten. Bei der Technik bedienten sich die Japaner am hauseigenen Baukasten. Der Highlander steht wie der kleinere RAV4 oder etwa die Mittelklasselimousine Camry auf der flexiblen TNGA-Plattform und die verwendete Hybrideinheit hat sich längst bewährt. Auf der Verbrennerseite arbeitet ein 2,5-Liter-Benziner mit 190 PS, der von einem 134 kW (182 PS) starken Elektromotor an der Vorderachse unterstützt wird.

Hinzu kommt ein weiterer Elektromotor an der Hinterachse mit weiteren 40 kW (54 PS). Der sorgt für den variablen Allradantrieb und kann auf besonders rutschigem Untergrund auch manuell hinzugeschaltet werden. Darüber hinaus stehen im Toyota drei Fahrmodi, von Eco, Normal bis hin zu Sport zur Verfügung.

Ein sehr leises Reise-SUV

Die Gesamtsystemleistung beträgt 248 PS. Steht der Wählhebel auf D arbeiten der Verbrenner mit den E-Maschinen zusammen, rein elektrisch ist der Highlander mit bis zu 125 km/h unterwegs. Wie man es von Vollhybriden gewohnt ist, fährt der Toyota zunächst leise surrend im E-Modus los. Erst ein paar Kilometer später schaltet sich der Benziner sanft hinzu und greift unterstützend ein. Das Wechselspiel der Antriebe funktioniert prima, nur beim kräftigeren Beschleunigen könnte der 2,5-Liter-Vierzylinder bessere Manieren zeigen. Nach dem beherzten Tritt auf das rechte Pedal meldet er sich mit einem kernigen Unterton zu Wort. Aber auch nur wirklich dann. Im Grunde ist der erhabene Highlander ein sehr leises Reise-SUV, welches mit einer guten Geräuschdämmung überzeugt.

Wenn es sein muss, sprintet der rund zwei Tonnen schwere Hybride innerhalb von 8,3 Sekunden auf Hundert und ist bis Tempo 180 schnell. Anschließend setzt die Elektronik einen schützenden Riegel vor. Aber eine forsche Gangart ist ohnehin nicht das Ziel des Hybriden, vielmehr der Konsumverzicht. Der ist, gemessen an seiner opulenten Größe, in Ordnung. Auf unserer ersten Runde durch das verschneite Mittelgebirge in Hessen genehmigte sich der Highlander exakt 7,7 Liter, daher dürfte der angebende WLTP-Verbrauch von 6,6 Litern in flacheren Regionen durchaus realistisch sein. Insgesamt erweist sich das japanische Dickschiff als ein sanfter Gleiter. Dazu trägt neben seinem harmonischen Hybridantrieb auch sein angenehmer Fahrkomfort bei.

Im Highlander gibt es reichlich Platz

Die verschiebbare Rückbank erleichtert den Zugang in die dritte Reihe. Foto: © Toyota Die verschiebbare Rückbank erleichtert den Zugang in die dritte Reihe. Foto: © Toyota

Das Platzangebot des Siebensitzers darf als geräumig bezeichnet werden. Vorne und in der mittleren Reihe sitzt man sehr bequem. Ganz hinten wird es allerdings spürbar enger. Hier fühlen sich Erwachsene bestenfalls auf der Kurzstrecke wohl, doch wird der Zugang in den Fond durch eine um 18 Zentimeter verschiebbare Rückbank erleichtert.

Sollte hingegen die volle Bestuhlung nicht benötigt werden, lassen sich die Sitze der dritten Reihe mit wenigen Handgriffen komplett im Fahrzeugboden versenken. Dann erhöht sich das Ladevolumen von recht übersichtlichen 332 auf üppige 865 Liter. Und wer das hintere Mobiliar komplett umgeklappt, erhält ein maximales Fassungsvermögen von insgesamt 1.909 Litern.

Die Heckklappe öffnet und schließt ab der mittleren Ausstattungsstufe Executive elektrisch, bei der Topvariante mit der Bezeichnung Luxury lässt sie sich sogar ganz lässig mittels einfachem Fuß-Kick bedienen. Zudem eignet sich der Highlander Hybrid durchaus auch schon mal als Zugfahrzeug und nimmt bis zu 2.000 Kilo an seinen Haken. Zugegeben, das ist nicht übermäßig viel, doch für für einen Hybriden recht ordentlich.

Großes Multimedia und reichlich Assistenzsysteme

Im Toyota dominiert ein großes Multimediasystem. Foto: © Toyota Im Toyota dominiert ein großes Multimediasystem. Foto: © Toyota

Der Innenraum ist mit ansprechenden Materialien feudal eingerichtet. Dreh- und Angelpunkt ist das Infotainment mit seinem 12,3 Zoll großen Touchscreen. Neben einer Smartphone-Integration mittels Apple Carplay und Android Auto beinhaltet das Multimedia ab der zweiten Ausstattungsstufe Executive (49.454 Euro) auch ein Navigationssystem. Lederpolster für die Sitze sind hier ebenfalls serienmäßig.

Wesentlich mehr Annehmlichkeiten bietet die Topversion Luxury. Für einen Grundpreis von 53.353 Euro gibt es unter anderem ein Head-up-Display, belüftete und beheizbare Sitze, oder etwa einem kamerabasierten Innenspiegel, der dem Fahrer selbst bei dachhoher Beladung einen barrierefreien Blick nach hinten gewährt. Ebenso zählen eine induktive Handy-Ladestation sowie eine 360-Grad-Heckkamera beim Topmodell dazu.

Die Sicherheitsausstattung fällt dagegen schon bei der Basisversion äußerst umfangreich aus. Angefangen beim adaptiven Abstandstempomat, über den Spurhalter bis hin zum Notbremsassistenten, der auch Fußgänger und Radfahrer erkennt, bringt der Highlander bereits schon reichlich Fahrerassistenten ab Werk mit.

Text: / handwerksblatt.de

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