Damit es dem Star unter der Alien-Maske nicht zu kuschelig wird, ist das Kostüm im Inneren so konstruiert, dass der Körper kaum berührt und dadurch ein Hitzestau verhindert wird.

Damit es dem Star unter der Alien-Maske nicht zu kuschelig wird, ist das Kostüm im Inneren so konstruiert, dass der Körper kaum berührt und dadurch ein Hitzestau verhindert wird. (Foto: © ProSieben/Marc Rehbeck)

Deutscher Fernsehpreis für Maskenbauerin und Gewandmeisterin

Auszeichnung. Eine Maskenbauerin und eine Gewandmeisterin wurden für ihre Kostüme bei "The Masked Singers" mit dem Deutschen Fernsehpreis 2020 ausgezeichnet. Jetzt starteten sie erneut mit spektakulären Outfits in die 3. Staffel.

Es ist ein Rätsel. Eine fluffig-weiße Grinsekatze mit den schönsten blauen Augen der Welt. Ein Alien mit großen, goldenen Trompetenohren. Ein durchtrainierter Frosch mit Waschbrettbauch und knallroten Boxershorts. Auch in der 3. Staffel von "The Masked Singer" rufen die Figuren der Gewandmeisterin Alexandra Brandner und der Maskenbauerin Marianne Meinl nicht nur bei Moderator Matthias Opdenhövel Beifallsstürme hervor.

Extra bling: 5.000, einzeln von Hand aufgebrachte, Swarovski- Steine auf Maske und Kostüm lassen den Frosch glänzen. Foto: © ProSieben/Marc RehbeckExtra bling: 5.000, einzeln von Hand aufgebrachte, Swarovski- Steine auf Maske und Kostüm lassen den Frosch glänzen. Foto: © ProSieben/Marc Rehbeck

"Ich bin schon wieder blitzverliebt. Ein Ballett-Nilpferd im Tütü. Ein Alien mit Trötenohren und eine Biene mit Wimpern von hier bis Neuseeland. Wer kann da schon widerstehen?" Zehn Kostüme und Masken mussten die Zauberinnern der Kostümwelt wieder einmal in Windeseile herstellen. Jetzt können die Zuschauer bis Ende November mitraten, welcher Prominente wohl unter welchem der herrlichen Kostüme steckt.

Aus Zeichnungen werden Märchenkostüme

Alexandra Brandner (l.) und Marianne Meinl arbeiten Hand in Hand. Die Entwicklung eines Kostüms ist nur im ständigen Austausch miteinander umsetzbar. Foto: © ProSieben/Marc RehbeckAlexandra Brandner (l.) und Marianne Meinl arbeiten Hand in Hand. Die Entwicklung eines Kostüms ist nur im ständigen Austausch miteinander umsetzbar. Foto: © ProSieben/Marc Rehbeck

Die Entwürfe der ProSieben-Show stammen erneut aus Los Angeles. Etwa neun Wochen haben die Handwerkerinnen Zeit, aus den zweidimensionalen Zeichnungen erfindungsreich ein dreidimensionales Märchenkostüm zu kreieren.

"Für einen Gewandmeister und eine Maskenbauerin eigentlich das Schlimmste, was überhaupt passieren kann", erzählt Alexandra Brandner lachend dem Deutschen Handwerksblatt von dem 16-Stunden-Tag für das Team Brandner/Meinl. In zwei Abteilungen arbeiten sie und ihre Mitarbeiter fieberhaft an den neuen Figuren. Holz, Metall, Stoffe, aus einem Sammelsurium an Materialien entstehen die eigenwilligen Charaktere unter strengster Geheimhaltung.

Prominente Undercover-Sänger

Bodygards begleiten die prominenten Undercover-Sänger auf Schritt und Tritt und schützen sie vor der Außenwelt vor neugierigen Blicken. "Bis zu ihrem Aufritt tragen sie bis zu ihrer Verwandlung ein undurchsichtiges Visier und schwarze Hoodies mit der Aufschrift 'Don‘t talk to me'", erzählt ProSieben-Chef Daniel Rosemann.

Einzig drei winzig kleine Tipps bekommen die Kreativen: "Uns wird lediglich mitgeteilt, wie groß der Prominente ist, welche Schuhgröße er hat und welche Kopfweite. Das war’s!" Ein Hinweis, ob es sich um einen männlichen oder weiblichen Kandidaten handelt? Fehlanzeige! Die Handwerkerinnen wissen zu diesem Zeitpunkt genauso wenig, wie der Zuschauer später zu Hause.

Luft zum Singen

Richtig kuschelig: Das Alien-Kostüm besteht zum größten Teil aus Fell. Foto: © ProSieben/Marc RehbeckRichtig kuschelig: Das Alien-Kostüm besteht zum größten Teil aus Fell. Foto: © ProSieben/Marc Rehbeck

Die einzelnen Teile der Kostüme entstehen oftmals in reiner Handarbeit. Werden bestickt oder beklebt. Die Materialien kommen aus der ganzen Welt. Nach der Vorlage der Gewandmeisterin erhalten zahlreiche Stoffen in einer Druckerei in Deutschland ihr individuelles Aussehen. Neben den anspruchsvollen Kostümen stellen die Masken noch einmal eine ganze andere Herausforderung dar. "Es darf kein Stückchen Haut zu sehen sein", sagt Marianne Meinl. Die Masken müssen zwar genügend Atemlöcher zum Singen haben. Denn alles in der Show wird live vorgetragen. Wo aber der Mund in jedem einzelnen Kostüm genau sitzt, das tüftelt das eingeschweißte Team Meinl- Brandner in vielen Stunden minutiös aus.

Wertvolle Erfahrungen mit jedem neuen Kostüm

Auf die Frage, welches bislang die größte Herausforderung war, antworten beide sofort: "Der Roboter". Anders als bei den voluminösen Köpfen war die Maske der 2. Staffel sehr nah an der menschlichen Anatomie. Die Kieferbewegung musste beachtet werden. Das Material war steif. Statik, Gleichgewicht und Elektronik sollten stimmen. Der Schall und Hall im Kopf musste funktionieren. Mit jedem Kostüm sammeln die Expertinnen wertvolle Erfahrungen. So entwickelten sie nach zwei warmen Sommern ein Ventilationssystem, das jetzt in jeder Maske eingebaut wird.

Alles unter einen Hut gebracht, werden Maske und Kostüm am Tag X abgegeben. Ohne Anprobe, ohne Nachbesserung. "Sie müssen einfach passen", beschreibt Marianne Meindl den kreativen Blindflug vor jeder Show. "Es ist wurscht, wer drinsteckt", sagt sie, dass die lange Berufserfahrung und Mitwirkung an hochkarätigen Film- und Theaterproduktionen weltweit helfen, dass am Ende jedes Kostüm schlussendlich eine Maßanfertigung ist.

Beide sind übrigens auch für "The Masked Singer" Belgien zuständig. Mit einer Leidenschaft für ihr Handwerk, ihre Tradition und feinste Handarbeit fügt Alexandra Brandner an: "Marianne und ich sind sozusagen eine Person. Wir sind mit unserem Beruf eins. Etwas anderes können wir uns nicht vorstellen."

So geht es weiter bei "The Masked Singer"Halbfinale: Montag, 16. November, um 20:15 Uhr; Finale: Dienstag, 24. November, um 20:15 Uhr.

Text: / handwerksblatt.de

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