Die App "NABU Insektensommer“ hilft, viele heimische Insekten zu identifizieren und zu melden. Und wer mehr wissen will: 457 Insekten stellt die App im Porträt vor.

Die App "NABU Insektensommer" hilft, viele heimische Insekten zu identifizieren und zu melden. Und wer mehr wissen will: 457 Insekten stellt die App im Porträt vor. (Foto: © NABU/Helge May)

Ein scharfes Auge für Sechsbeiner

Die Zahl der Sechsbeiner in der Tierwelt ist in den vergangenen 30 Jahren drastisch zurückgegangen. Der Insektensommer und die Zählaktionen helfen, einen Überblick über die Lage zu bekommen – und jeder kann mitmachen.

Sie war nicht zu übersehen: Eine fast drei Zentimeter groß, schwarz anmutende Biene bahnte sich ihren Weg in die gelbe Blüte eines Lerchensporns. Viel näher musste ich nicht herangehen – es war eine seltene blaue Holzbiene. Sie ist die größte wildlebende Bienenart, die aus Südeuropa kommend hierzulande eine neue Heimat findet und sich immer weiter nach Norden vorarbeitet. Sie braucht Totholz, weil sie darin ihre Nester baut, und ist selbst im Flug unverkennbar.

Nur eine von mehr als einer Million Insektenarten

Die blaue Holzbiene ist nur eine von mehr als einer Million Insektenarten, die es auf der Erde gibt. Weil ihr Bestand stark zurückgegangen ist, finden die Sechsbeiner immer mehr Aufmerksamkeit. Vier Jahre ist es her, dass ehrenamtliche Forscher aus Krefeld das Insektensterben nachweisen konnten. Denn die Zahl der Biomasse, wie die in Netzen gefangenen Insekten zusammengefasst werden, ging von 1990 bis 2017 um drei Viertel zurück. Die Forscher hatten in diesem Zeitraum Netze an 60 Standorten vorwiegend im Rheinland aufgestellt.

Insektenzählaktion des NABU

Zum Erhalt der Insekten kann jeder beitragen, der Wildblumen ansiedelt – im Blumenkasten auf der Fensterbank, auf dem Balkon und natürlich im eigenen Garten. Aber man kann auch die Arbeit der Naturschützer unterstützen, indem jeder die Insekten zählt – und anschließend seine Beobachtungen meldet. Zwei Mal unternimmt der NABU jeden Sommer eine solche Insektenzählaktion, die erste ist just zu Ende gegangen. Wer sie verpasst hat, kann in der zweiten Aktion des Insektensommers 2021 mitmachen: Sie läuft vom 6. bis 15. August.

Sie kostet eine Stunde Zeit, in der die Teilnehmer ihren Balkon, Blumenkasten oder ihren Garten beobachten und mitzählen, wie viel Insekten in dieser Stunde auftauchen. Wer einen Garten hat, sollte um seinen Standort einen Zehn-Meter-Kreis ziehen. Jede Larve, jeder Käfer, jeder Schmetterling zählt. Anschließend muss jeder nur seine Beobachtung entweder auf der entsprechenden Nabu-App oder online hochladen!

Infos unter: nabu.de

Text: / handwerksblatt.de