Wer den frischen Geschmack des Sommers einfangen möchte, sollte jetzt die süßen Früchte in leckerere Marmeladen und Gelees umwandeln.

Wer den frischen Geschmack des Sommers einfangen möchte, sollte jetzt die süßen Früchte in leckerere Marmeladen und Gelees umwandeln. (Foto: © Alena Brozova/123RF.com)

Einkochen: Süße Früchtchen im Glas

Sommerglück: Beeren & Co. haben jetzt Hochsaison. Jetzt ist die richtige Zeit, einen Vorrat an Marmeladen und Gelees für den Herbst und Winter anzulegen. Darauf sollten Sie achten.

Himbeeren, Heidelbeeren, Kirschen oder Pfirsiche, bei dem Gang über den Markt zeigt sich jetzt der Sommer von seiner besonders fruchtigen Seite. Wer den frischen Geschmack des Sommers einfangen möchte, sollte jetzt die süßen Früchte in leckerere Marmeladen und Gelees umwandeln. Bei dem Wunsch nach Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und individuellem Geschmack greifen immer mehr Menschen auf die Zubereitung eigener süßer Aufstriche zurück.

Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Die in der eigenen Küche produzierten Produkte haben weniger Zucker, einen hohen Fruchtanteil und beim Ausprobieren der Rezepte ist der Geschmacksvielfalt kaum eine Grenze gesetzt. Zudem sind selbst gekochte Marmeladen ein schönes Mitbringsel und es macht einfach Spaß, in der Küche zu köcheln, zu experimentieren und gleich herrliche Geschmacksnuancen zu entdecken.

Bevor Sie anfangen

Wer die Früchte nicht nur auf dem Markt kaufen möchte, kann inzwischen auf eine Vielzahl verschiedener Bezugsquellen zurückgreifen. Natürlich ist der eigene Garten oder der von Freunden immer ein Quell, die Früchte der Saison in ihrem waschechten Aroma zu beziehen. Eine weitere Möglichkeit bieten die Obstbauern aus dem direkten Umfeld. Wer Wert auf frisches Obst ohne lange Transportwege legt, findet auf "Dein Bauernladen" gleich um die Ecke frisches Obst.

Direkt vom Baum oder Strauch gepflückt, landet das Obst direkt im Hofladen, ohne Hunderte Flugkilometer hinter sich gelassen zu haben. Einfach im Internet auf der Homepage die eigene Postleitzahl eingeben, schon ploppen die Standortfähnchen des nächstgelegenen Obstproduzenten auf. Oftmals ist auch das Pflücken der Früchte vom Feld möglich. Damit wird das "Marmeladekochen" einmal mehr zu einem ganzheitlichen Erlebnis. 

Gerade bei den ersten Einkochversuchen stellt "Mundraub" eine preiswerte und mindestens ebenso nachhaltige Variante des Obstbezugs dar. Wer knackige Äpfel und Birnen kostenlos vom Baum pflücken möchte, kann mithilfe einer interaktiven Karte erfahren, wo legal Obst, Nüsse und Beeren geerntet werden dürfen. Die Bäume und Sträucher sind zumeist im kommunalen Eigentum. Die Früchte können laut Betreiber daher bedenkenlos geerntet werden. Oder einfach vorab nachfragen. Aber auch Privatpersonen haben die Möglichkeit, ihre Obstbäume und Sträucher anzumelden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn die Ernte so üppig ausfällt, dass noch genug übrig bleibt für andere.

Marmelade, Konfitüre oder Gelee?

Der süße Aufstrich wird in drei Arten unterteilt. Das Wort Marmelade leitet sich von dem portugiesischen Wort "marmelo" ab und bedeutet Quitten, Marmelade ist aber nicht gleich Marmelade und wie sie sich von der Konfitüre und dem Gelee unterscheidet, das wurde sehr genau festgelegt. Eins vorweg: Alle drei Aufstriche sind süß und lecker. Jedoch wird bei der Marmelade nicht nur Wasser und Zucker verwendet, sondern auch Zitrusfrüchte. Der Fruchtanteil muss mindestens 20 Prozent betragen. Gelee dagegen wird aus Zucker und Fruchtsaft hergestellt und zeichnet sich durch eine festere Konsistenz aus. Beim Gelee gesellen sich meistens mehrere Fruchtsorten in einen Topf. Auch hier sind dem Ideenreichtum keine Grenzen gesetzt. Das französische Wort "la confiture" bedeutet Eingemachtes und steht Pate für die Bezeichnung Konfitüre. Sie besteht aus mindestens 35 Prozent Früchten. Ausgenommen sind Johannisbeeren, Quitten, Hagebutten, Sanddorn, Ingwer oder Passionsfrucht. Werden diese Früchte verwendet, darf der Fruchtanteil auch geringer ausfallen.

Los geht’s!

Die Früchte sind ausgewählt. Einmachgewürze wie Zimt, Gewürznelken, Vanille, Ingwer, Fenchelsamen sind ausgewählt. Fehlt nur noch der richtige Zucker. Unterschieden wird Gelierzucker 1:1, 2:1 und 3:1. Die Mischung entscheidet über die Haltbarkeit der Marmelade. Doch auch hier gilt die Devise: Je weniger Zucker, umso fruchtiger schmeckt der Aufstrich. Immer beliebter wird der Agavendicksaft. Unter Verwendung dieses Geliermittels bleibt der Aufstrich sogar zuckerfrei. Jedoch liegt die Haltbarkeit hier bei nur ein bis zwei Monaten. Wer gänzlich auf Zucker verzichten möchte, findet Alternativen im Internet bei "Zuckerersatz". Die Seite erklärt, welche zuckerfreien Alternativen zur Verfügung stehen. Zu den bekannten Zuckerersatzstoffen gehören Honig, Stevia oder Kokosblütenzucker. Neu in der Welt des Gelierens ist der Chiasamen. Auf "anstattdessen" erklärt Gabriele Nehls, wie das Zusammentreffen von Chiasamen und Früchten eine ideale Konsistenz für Fruchtsaufstriche ergibt.

Über die Nutzung der Hardware wie einen großen Topf, Gläser mit Schraubdeckeln bis hin zum Schaumlöffel oder Gelierprobe begleitet "Haushaltstipps" Newcomer in der Marmeladenszene bei ihren ersten Einkochschritten. Neben einem Grundrezept bietet das Portal viel Nützliches, damit die ersten Versuche gleich gelingen. Anfänger und Fortgeschritte finden ebenso auf "Marmelade einkochen" besonders schöne Rezeptideen. Ganz gleich, ob Erdbeer- oder Ananasmarmelade. In seinem Blog gibt Andreas Kroppen Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene. "In unserem Blog ist für jeden Geschmack das passende Rezept dabei." Ebenso sind Rezepte für Low-Carb-Marmeladen im Angebot. So können Freunde des süßen Brotaufstrichs "das Rad der Jahreszeit" ganz einfach anhalten.
 

Erdbeer-Orangenmarmelade

Zutaten
1000 g Erdbeeren
500 g Orangen
750 g Gelierzucker
4 TL Zitronensaft
2 Messerspitzen Zimt

Anleitung
Die Früchte mit samt dem Gelierzucker und dem Zitronensaft werden in einen Topf gegeben und bei mittlerer Hitze zum Kochen gebracht. Unter ständigem Rühren sollte alles etwa 3 Minuten kochen. Bevor ihr abfüllt, macht bitte die Gelierprobe: Dazu einen Teelöffel der Marmelade auf einen kalten Teller geben, damit diese schneller abkühlt. Wird die Marmelade fest, dann ist sie fertig, andernfalls muss diese noch etwas kochen. Vor dem Befüllen der Gläser diese heiß ausspülen.

Erdbeer-Ananasmarmelade – ein Hauch von karibischem Flair

Zutaten
1000 g Erdbeeren
500 g Ananas
4 TL Zitronensaft
750 g Gelierzucker

Anleitung
Die Zutaten wie Ananas (geschnitten und püriert), Erdbeeren (geschnitten und püriert), Gelierzucker und Zitronensaft werden in einen Topf gegeben und langsam zum Kochen gebracht. Das Ganze sollte dann etwa 5 Minuten bei mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren kochen. Prüft, ob die Marmelade beim Erkalten aushärtet, dazu gebt ihr 1 TL der Marmelade auf einen kalten Teller, dadurch kühlt diese sehr schnell ab. Die Marmelade sollte dann eine feste und wabbelige Konsistenz bekommen.

Wichtig ist es, die noch heiße Marmelade in die warm ausgespülten Gläser zu geben, so dass diese dann luftdicht abschließen können und sich ein Unterdruck bildet, damit die Marmelade eine längere Haltbarkeit bekommt. Die Gläser danach umdrehen, damit sich die Luft gut verteilt.

Quelle: Andreas Kroppen

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Text: / handwerksblatt.de