Der Förderstopp von E-Autos zur gewerblichen Nutzung und neue Fördersätzen für effiziente Gebäude sorgen für Verunsicherung im Handwerk.

Der Förderstopp von E-Autos zur gewerblichen Nutzung und neue Fördersätzen für effiziente Gebäude sorgen für Verunsicherung im Handwerk. (Foto: © Gennadi Jurastow/123RF.com)

Klima und Mobilität: ZDH fordert verlässliche Förderpolitik

Politik

Die kürzlich geänderten Förderbedingungen für Gebäudesanierung und Elektroautos verunsichere die Betriebe des Handwerks, so der ZDH. Der Verband fordert mehr Planbarkeit in der Förderpolitik.

Das Handwerk reagiert mit Unverständnis auf die von der Bundesregierung geänderte Förderung für effiziente Gebäude und den aus seiner Sicht überraschenden Förderstopp von Elektroautos zur gewerblichen Nutzung. "Die kurzfristigen Änderungen der Gebäudeförderung bedeutet für Handwerksbetriebe und Auftraggeber eine erhebliche Verunsicherung", kritisiert Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Damit werde "ohne Not" das Vertrauen in für die Energiewende wichtige Förderangebote beschädigt.

Kunden, die planen, einen Handwerksbetrieb vor Beginn der Heizperiode mit einer Sanierung zu beauftragen müssten nun mit neuen Fördersätzen kalkulieren. Die geplanten Änderung der Förderung von Elektroautos führten ebenfalls zu Verunsicherungen. Schwannecke: "Der Umweltbonus fördert zurzeit gezielt und unbürokratisch die Anschaffung von gewerblich genutzten Pkw und leichten Transportern mit alternativen Antrieben. Dieses erfolgreiche Förderinstrument ermöglicht damit gerade in kleinen und mittleren Betrieben eine klimaneutrale Modernisierung der Fuhrparks."

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Handwerk nicht weiter belasten

Holger Schwannecke Foto: © ZDH / Boris TrenkelHolger Schwannecke Foto: © ZDH / Boris Trenkel

Handwerksfahrzeuge mit elektrischem Antrieb seien derzeit noch deutlich teurer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die Umstellung des Fuhrparks werde dadurch gerade für kleine Betriebe schwierig, dennoch sei das Interesse an der Elektromobilität gewachsen – auch wegen der Förderanreize. "Der nun überraschend angekündigte Förderstopp von E-Autos zur gewerblichen Nutzung ab Mitte 2023 droht dieses Engagement und damit die Mobilität der Handwerksbetriebe gerade in den Innenstädten jäh auszubremsen", erklärt Schwannecke.

Er sieht einen klaren Widerspruch zwischen den jetzt vorgelegten Reformplänen und dem Klimapaket, das auch eine schnelle Modernisierung von gewerblichen Flotten vorsieht. Dem Handwerk als Umsetzer der Klima- und Energiewende dürften keine weiteren Steine in den Weg gelegt werden. Die Fachkräftelücke, Materialengpässe, Lieferkettenstörungen und Energiepreissteigerungen seien Belastung genug. Schwannecke fordert deshalb die Rückendeckung der Politik für die Betriebe des Handwerks.

Mehr Planbarkeit für KMU gefordert

"Dazu gehört auch Verlässlichkeit und Planbarkeit in der Förderpolitik." Der Umweltbonus müsse weiter für die Fuhrparkmodernisierung von KMU zur Verfügung stehen und die Bundesförderung für effiziente Gebäude auf Kontinuität ausgerichtet werden. "Das schafft enorm wichtiges Vertrauen in diesen unsicheren Zeiten", so der ZDH-Generalsekretär.

Quelle: ZDH

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Text: / handwerksblatt.de

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