Eine Schlüsselrolle beim Energiesparen spielten die privaten Haushalte: Auf sie entfalle rund ein Drittel des Gasverbrauchs, sagt Ministerin Mona Neubaur.

Eine Schlüsselrolle beim Energiesparen spielten die privaten Haushalte: Auf sie entfalle rund ein Drittel des Gasverbrauchs, sagt Ministerin Mona Neubaur. (Foto: © convisum/123RF.com)

Landesregierung und Handwerk rufen zum Energiesparen auf

Politik

Die NRW-Landesregierung und das Handwerk wollen Verbraucher motivieren, mehr Energie zu sparen. Dazu haben sie eine gemeinsame Erklärung mit Maßnahmen unterschrieben.

Energie ist noch kein knappes Gut geworden, aber angesichts der explodierenden Preise und der möglicherweise bevorstehenden Mangellage im Winter bereiten sich viele darauf vor, Energie einzusparen. Das gilt sowohl für die Wirtschaft als auch für private Verbraucher. Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) bezeichnet das Einsparen von Energie als "drängende Notwendigkeit". Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, ruft die Landesregierung gemeinsam mit den Spitzenorganisationen des NRW-Handwerks und den energie- und klimatechnischen Handwerken in einer Erklärung zum Energiesparen auf. Mit dem Hashtag "#NRWspartEnergie" wirbt sie für Anstrengungen zu mehr Energie- und Ressourceneffizienz.

"Die Gefahr einer echten Gasknappheit ist real, ihre möglichen Folgen schwerwiegend. Wir sind uns einig, dass es darauf ankommt, jetzt auf allen Ebenen zu handeln – mit kurz- und mit langfristig wirksamen Maßnahmen", heißt es in der Erklärung. Der Politik ist dabei sehr bewusst, dass das Handwerk bei allen Anstrengungen eine zentrale Rolle spielt: "Wir brauchen das Handwerk", so Neubaur. Die Landesregierung brauche den Schulterschluss "mit denen, die im Handwerk tagtäglich anpacken", um ihren Teil dazu beizutragen, notwendige Energieeinsparungen möglich zu machen. Es sei deswegen wichtig, dass die Politik die Rahmenbedingungen für das Handwerk verbessert.

Aufmerksamkeit für das Energiesparen erhöhen

ErklärungHier finden Sie die vollständige Erklärung von Handwerk und Landesregierung.Die Ministerin lenkt den Blick auf die Privatverbraucher: "Eine Schlüsselrolle spielen die privaten Haushalte: Auf sie entfällt rund ein Drittel des Gasverbrauchs. Deshalb wollen wir im Schulterschluss mit dem Handwerk die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger für das Energiesparen weiter erhöhen und es ihnen mit Tipps, Hinweisen und Beispielen so leicht wie möglich machen." Deshalb will sie die niedrigschwelligen Beratungsangebote der Betriebe ausbauen. Gleichzeitig will die Regierung zusammen mit den Organisationen des Handwerks eine Informationsinitiative auf den Weg bringen, um Verbraucher zu motivieren, mehr Energie und besonders Gas zu sparen.

"Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten – und dies am besten indem wir gleichzeitig einen Mehrwert für Klimaschutz und Ressourceneffizienz erreichen", sagt auch NRW-Handwerkspräsident Andreas Ehlert. Erforderlich sei "ein ganzes Bündel" an kurz- und langfristig wirkenden Maßnahmen. In der Erklärung als zentrale Herausforderung aufgeführt ist die Fachkräftesicherung im Handwerk. Um die zukünftigen Herausforderungen erfolgreich meistern zu können, seien entsprechende Fachkräfte notwendig, stellt Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags klar. Die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Fachkräfteoffensive soll deswegen zügig starten. "Energieeffizienz und Energiesparen braucht auch Profis bei der Umsetzung. Ohne Fachkräfte keine Klimaneutralität", sagt dazu Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Arbeitsministerium.

Rahmenbedingungen verbessern

Dezentrale Lösungen sollen in der Energieversorgung zur Versorgungssicherheit beitragen. "Sie und der daraus resultierende Wettbewerb machen das Versorgungssystem insgesamt stabiler, anpassungsfähiger und weniger fragil", so die Hoffnung der Unterzeichner der Erklärung. Die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren soll hier einen zusätzlichen Effekt bringen. Außerdem sollen rechtliche Rahmenbedingungen für mehr Energieeinsparung geprüft werden: "Wir sind offen dafür, auch rechtliche Rahmenbedingungen auf den Prüfstand zu stellen und abzuwägen, wenn diese der Vermeidung von Energieverbräuchen oder ressourcenschonenden Investitionsmaßnahmen im öffentlichen oder betrieblichen Kontext im Wege stehen." Förderungen sollen so gestaltet sein, dass sie "Planungssicherheit für Investitionen" bieten. Denkbar seien auch Prämien für das Energieeinsparen.

Unterzeichner der Erklärung

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Text: / handwerksblatt.de

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