Der Fiat Ducato im Landschaftspark Duisburg-Nord

Der Fiat Ducato im Landschaftspark Duisburg-Nord (Foto: © Lukas Grabowsky)

Fiat Ducato: Im Landschaftspark Duisburg

Mit den Bauten des einstigen Stahlwerks von Thyssen ist der Landschaftspark Duisburg-Nord ein faszinierendes Industriedenkmal. Auf unserer Profi-Tour-de-Ruhr haben wir hier den Fahrkomfort des Fiat Ducato getestet.

Ja, ich bin ein Kind des Ruhrgebiets. Jahrgang 1963, Vater Bergmann und ich habe selbst als Ferienjob untertage gearbeitet. Wir fahren auf den Landschaftspark Duisburg-Nord zu und die mächtigen Stahlbauten spülen Erinnerungen hoch. An den Ferienjob. An hell erleuchtete Himmel, wenn die Kokereien nächtens Gas abfackelten und Hochöfen glühten. An weiße Wäsche, die beim Trocknen im Freien einen Grauschleier bekam und drehende Räder des Förderturms, die Schichtwechsel anzeigten.

Einzigartiges Industriedenkmal

Der Landschaftspark Duisburg-Nord Foto: © Lukas Grabowsky
Der Landschaftspark Duisburg-Nord Foto: © Lukas Grabowsky

Vielerorts sind die Spuren verschwunden, etwa in Oberhausen. Wo einst die Zeche Jacobi samt Kokerei stand, ist heute ein Golfplatz. Gerade das macht den 180 Hektar großen Landschaftspark zu einem einzigartigen Industriedenkmal. Seit 1901 wurde hier Roheisen für die Stahlindustrie produziert. Die gigantische Anlage mit seinen drei in der Reihe stehenden Hochöfen, den Bunkeranlagen, Schrägaufzügen und Gießhallen lassen uns im großen Fiat Ducato ganz klein erscheinen.

 

Grip auf schwierigem Untergrund

Der Fiat Ducato im Landschaftspark Foto: © Lukas Grabowsky
Der Fiat Ducato im Landschaftspark Foto: © Lukas Grabowsky

Aber das heißt auch viel Platz, um mal so richtig den Fahrkomfort der italienischen Transporterikone auszutesten. Schnell haben wir einen Parkplatz gefunden, der mal nicht asphaltiert ist. Der Regen der Vortage hat Pfützen hinterlassen, das Granulat zeigt sich an manchen Stellen richtig schwierig. Rauf aufs Gas – und der Ducato hat sofort Grip. Hier macht sich innovative Traktionskontrolle bemerkbar: Trotz geringer Haftung geht es nach vorn und im Hinterkopf taucht das Bild schneebedeckter Straßen auf mit einem Ducato, der an Autos mit durchdrehenden Reifen souverän vorbeizieht.

ESP regelt sichert

Wir haben keinen Sportwagen, fahren aber dennoch enge Kurven und spüren, wie das ESP weiter eingreift. Das erinnert an eine alte Übung: Im Kreis fahren und versuchen, den Wagen mit modernem ESP zum Umkippen bringen – was das ESP zu verhindern wusste. Das System hilft bei plötzlichen Ausweichmanövern, wenn mal ein Kind auf die Straße springt oder ein Fahrzeug rückwärts ausparkt, ohne auf den Verkehr zu achten. Der schlaue Helfer kontrolliert permanent Seitenbeschleunigung, Tempo, Bodenhaftung und Lenkausschlag. Wenn es kritisch wird, greift es dann ein, reguliert Motordrehmoment oder bremst, bis der Wagen wieder optimal auf der Straße liegt.

Eine Großstadtoase

Der Fiat Ducato im Landschaftspark Foto: © Lukas Grabowsky
Der Fiat Ducato im Landschaftspark Foto: © Lukas Grabowsky

Wir drehen eine Runde, lassen das Regenwasser aus den Pfützen spritzen. Doch genug der Tests, schließlich sind wir immer noch einem Park, offen für Besucher. Davon kommen jedes Jahr rund eine Million und die britische Zeitschrift "The Guardian" hat das Areal, auf dem bis 1981 Thyssen Stahl produzierte, zu einer der zehn schönsten Großstadtoasen der Welt gewählt. 250 Events finden hier jährlich statt.

Industriegeschichte atmen

Besucher können hier klettern, tauchen, wandern oder Hochofen 5 erklimmen, um von dort die Aussicht zu genießen. Und ja, Industriegeschichte atmen geht auch, wenn die Besucher den Weg vom Erz bis zum Roheisen im Hüttenwerk nachgehen wollen. Doch der Blick auf die Uhr sagt uns, mit der Ruhrpott-Nostalgie Schluss zu machen und das nächste Ziel anzusteuern. Das liegt nicht weit und verbindet den Asphalt mit dem Logistikweg Wasser – auf zum größten europäischen Binnenhafen hier in Duisburg…

Text: / handwerksblatt.de

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