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Recycling vom Bett aufs Dach

Einen ungewöhnlichen Recycling-Weg können künftig alte Matratzen nehmen. Eine Firma aus Norddeutschland hat ein Verfahren entwickelt, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wurde.

Mit einem neuen Verfahren lassen sich Weichschaum aus Matratzen ohne Qualitätsverlust wiederverwerten. Foto: © piko72/123RF.com
Mit einem neuen Verfahren lassen sich Weichschaum aus Matratzen ohne Qualitätsverlust wiederverwerten.

Vom Bett aufs Dach, diesen ungewöhnlichen Weg können zukünftig Schaumkerne alter Matratzen nehmen. Die Firma H & S Anlagentechnik aus Sulingen südlich von Bremen entwickelte ein Verfahren in einem Projekt, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert wurde. "Eine einzelne Matratze kann ganz unterschiedliche Materialien enthalten. Wenn sie dann in den Müll geworfen wird, ist ihre genaue Zusammensetzung häufig unbekannt. Deshalb können einzelne Teile bisher kaum wiederverwertet werden", erläutert DBU-Experte Dr. Michael Schwake. Aus diesem Grund werde der Großteil der nicht mehr benötigten Schlafunterlagen bis heute überwiegend verbrannt. In dem neuen Verfahren werde aus bestehendem Weichschaum aus Matratzen ein Material erzeugt, mit dem PUR-Hartschaum hergestellt werden könne, der dieselbe Qualität habe wie neuwertiges Material und Wärme nur wenig leite. "Deshalb eignet er sich etwa, um die Wände, das Dach oder die Decke eines Hauses zu dämmen", erklärt der Geschäftsführer von H & S Anlagentechnik, Rüdiger Schaffrath.

Im Rahmen des Projektes wurden unterschiedlich dicke Platten mit einem variierenden Anteil des recycelten Materials getestet. Selbst wenn bis zu 50 Prozent der Platte aus dem Recyclingstoff seien, habe sie dieselbe Qualität wie eine aus vollständig neuwertigem Stoff. Zusätzlich sei das recycelte Material um bis zu 30 Prozent kostengünstiger als neuwertiges. Mit dem innovativen Verfahren können auch Schäume verschiedener Hersteller mit unterschiedlicher Rezeptur gemeinsam recycelt werden. Vonseiten der Wertstoffindustrie gebe es bereits Interesse, das neue Verfahren zu nutzen, so Schwake.

Text: / handwerksblatt.de
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