Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen, neue spannende innovative Entwicklungen.

Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen, neue spannende innovative Entwicklungen. (Foto: © liewei12/123RF.com)

Ausgefallene Ideen aus dem Handwerk

Ein drehbarer Kachelofen, ein höhenverstellbarer Herd und ein intelligentes Fenstersystem, das Energie spart. All diese Ideen stammen von Handwerksbetrieben in Deutschland und wurden jetzt ausgezeichnet.

Die Erfinderbetriebe wurden im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse in München für ihre innovativen Entwicklungen mit den begehrten Bundes- und Staatspreisen geehrt. Acht Aussteller der Internationalen Handwerksmesse erhielten den Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen, 21 wurden für besondere gestalterische und technische Handwerksleistungen mit dem Bayerischen Staatspreis geehrt.

Die Firma Rauh Fensterbau aus Zapfendorf gehört zu den Bundespreisträgern. Ihr intelligentes Fenstersystem senkt den Energieverbrauch und sorgt trotzdem für ausreichend Frischluft. Durch Lüftungsschlitze wird im Winter kalte Luft von unten in den Scheibenzwischenraum geleitet, dort durch Sonneneinstrahlung erwärmt und anschließend oben nach Bedarf ins Wohnungsinnere gelenkt. Gesteuert wird die Luftzufuhr durch einen mit dem Fenster kommunizierenden Raumcontroller, der neben der Temperatur auch Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt misst. Natürlich lassen sich die Fenster auch ganz normal öffnen und ein so genanntes Bypass-Ventil ermöglicht die Luftzufuhr, ohne dass diese durch den Scheibenzwischenraum geleitet wird.

Der Herdbutler feierte Weltpremiere

Das Hochwasserschutzsystem der Firma Expert-Bau Bad Liebenwerda aus Elsterwerda in Brandenburg wurde ebenfalls mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet. Im ungenutzten Zustand dienen die verwendeten Betonplatten als Rad- oder Wanderweg, droht Hochwasser, werden sie aufgerichtet und mit Füllholz abgedichtet. Vorteil des Systems ist, dass es in kurzer Zeit, mit wenig Personal und Technikaufwand eingesetzt werden kann.

Weltpremiere auf der Internationalen Handwerksmesse feierte der Herd-Butler der Schreinerei Manfred Philipp. Für seine Entwicklung erhielt der Handwerksbetrieb aus Neusorg den Bayerischen Staatspreis. Bei dem von Manfred Philipp entwickelten Herdsystem lässt sich das Kochfeld herausfahren und auf die gewünschte Höhe absenken. So sind die Herdplatten von drei Seiten zugänglich und auch mit dem Rollstuhl unterfahrbar. Nach dem Kochen lässt sich das System per Knopfdruck wieder in die Ausgangsposition zurückfahren.

Hängebrücken fielen ins Auge

Nicht nur der Jury fiel die Hängetreppe der Zeitform-Design GmbH auf der Internationalen Handwerksmesse ins Auge. Gehalten wird die Treppe durch Zugstangen, die bündelweise in der Decke befestigt werden, sowie eine Führungsstahlschiene, in der die Treppenstufen montiert sind. Hängebrücken standen bei der Idee des Unternehmens aus Mainleus in Oberfranken Pate. Die schwebend leicht wirkende Konstruktion wurde mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet.

Ein echter Hingucker ist auch die Entwicklung des Ofenateliers John Schmitz aus Peterskirchen. Sowohl die Ofenkonstruktion als Ganzes, als auch die daran hängend befestigte Feuerstelle können um 360 Grad gedreht werden. So kann der Ofen in unterschiedlichen Positionen platziert werden und bietet durch die drehbare Feuerstelle immer besten Blick auf das Flammenspiel. Ausgezeichnet wurde die Entwicklung mit dem Bayerischen Staatspreis.

Insgesamt wurden auf der Internationalen Handwerksmesse elf Aussteller mit dem Bayerischen Staatspreis im Bereich Gestaltung, zehn im Bereich Technik geehrt. Der Preis wird seit 1952 vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft vergeben. Der Bundespreis für hervorragende innovatorische Leistungen für das Handwerk wird seit 1989 vom Bundeswirtschaftsministerium verliehen. Beide Preise sind mit 5.000 Euro dotiert.

Text: / handwerksblatt.de

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