Deutschland hat laut Umweltbundesamt 2019 weniger Treibhausgase emittiert als im Vorjahr - aber das Klassenziel trotzdem nicht ganz erreicht.

Deutschland hat laut Umweltbundesamt 2019 weniger Treibhausgase emittiert als im Vorjahr - aber das Klassenziel trotzdem nicht ganz erreicht. (Foto: © lilkar/123RF.com)

Ausstoß von Treibhausgasen sinkt, aber nicht überall

Betriebsführung

Im Vergleich zum Vorjahr hat Deutschland 2019 mit 809,8 Millionen Tonnen etwa 46 Millionen Tonnen weniger CO2-Äquivalente ausgestoßen. Problematisch bleiben Gebäude und Verkehr.

Wie das Umweltbundesamt (UBA) an die Europäische Kommission berichtet hat, wurden 2019 in Deutschland 809,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das laut UBA einem Rückgang um 46 Millionen Tonnen oder 5,4 Prozent. Vergleicht man die Werte mit denen aus dem Jahr 1990, gingen sogar 35,1 Prozent weniger klimaschädliche Treibhausgase in die Luft.

Am meisten gespart hat die Energiewirtschaft: Hier wurden im Vergleich zum Vorjahr 49,6 Millionen Tonnen weniger Treibhausgase emittiert, was einem Rückgang von 16,6 Prozent entspricht. Als Gründe nennt das UBA unter anderem die Stilllegung emissionsintensiver Kohlekraftwerke zugunsten von Gaskraftwerken und die Erhöhung des Anteils von erneuerbaren Energien an der Stromproduktion. Auch die Industrie und die Landwirtschaft konnten ihre Treibhausgasemissionen leicht senken, um etwa 1,9 Millionen sowie 0,65 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Gebäude und Verkehr emittierten mehr Treibhausgase

Doch der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen ist nicht überall zurückgegangen. Private Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen haben 2019 für einen Anstieg der Emissionen gesorgt: um etwa sieben Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, was einem Plus von 9,4 Prozent entspricht. Auch der Verkehr hat 2019 ein Prozent mehr Treibhausgase ausgestoßen als 2018, und zwar 165,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente insgesamt.

Mit 444,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente in diesen sogenannten Nicht-Emissionshandelsbereichen könnte es laut UBA sein, dass Deutschland sein Budget aus der Lastenteilungsentscheidung überschreitet. Kann das Defizit in den Sektoren Verkehr und Gebäude im Jahr 2020 nicht ausgeglichen werden, müsste Deutschland Emissionsberechtigungen kaufen, um nicht gegen EU-Recht zu verstoßen.

Deutschland könnte für nicht erreichte Einsparungen zahlen müssen

In den Rechtsvorschriften zur Lastenteilung wurden für die Mitgliedsstaaten der EU verbindliche Jahresziele für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen für 2013 bis 2020 sowie 2021 bis 2030 festgelegt. Sie gelten für die Sektoren Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfall sowie Teile des Industriesektors, die allesamt nicht unter das EU-Emissionshandelssystem fallen. Die Berechnung nimmt die EU-Kommission vor, mit einer endgültigen Entscheidung rechnet das UBA nicht vor 2022, wenn die Emissionen für 2020 feststehen.

Quelle: UBA

Text: / handwerksblatt.de

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