Brot backen, Brillen anpassen, Autos reparieren, Fenster austauschen - die wenigsten Handwerkertätigkeiten funktionieren im Homeoffice.

Brot backen, Brillen anpassen, Autos reparieren, Fenster austauschen - die wenigsten Handwerkertätigkeiten funktionieren im Homeoffice. (Foto: © Alexey Poprotsky/123RF.com)

HWK Köln fordert: Handwerker bevorzugt impfen

Betriebsführung

Handwerker können nicht im Homeoffice Brot backen oder Heizungen reparieren. Die Handwerkskammer zu Köln plädiert deshalb dafür, Handwerkerinnen und Handwerker bevorzugt zu impfen.

Wegen der aktuell hohen Corona-Infektionszahlen haben die Länderchefs und die Kanzlerin beschlossen, dass Beschäftigte ein Recht auf Homeoffice erhalten sollen – soweit das möglich ist. Gelten soll dies zunächst befristet bis zum 15. März 2021. Handwerker können in der Regel aber schlecht von zu Hause aus arbeiten. 

Garrelt Duin, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, plädiert deshalb an die Verantwortlichen in der Politik, die Realität des Handwerks nicht aus dem Blick zu verlieren: "Wer sich in theoretischen Diskussionen übers Homeoffice verliert, verkennt, dass kaum ein Handwerksbetrieb diese Möglichkeit praktisch in Anspruch nehmen kann: Wenn die Heizung ausfällt, nützt eine Videokonferenz herzlich wenig – und das Brot kann der Bäcker auch nicht am heimischen Ofen backen."

Handwerker bei der Impfung priorisieren

Auf diese Tätigkeiten könne auch im verlängerten Lockdown nicht verzichtet werden. Duin: "Spätestens bei der Priorisierung weiterer Impfungen muss die Politik nun erkennen, wer systemrelevante Tätigkeiten ausführt – und deshalb bevorzugt behandelt werden sollte: Unsere Handwerkerinnen und Handwerker stehen jeden Tag ihre Frau und ihren Mann, auch im Sinne des Gemeinwohls." Dies müsse durch eine frühere Impfung als bei denen, die sicher zu Hause arbeiten, auch belohnt werden. 

Duin fordert darüber hinaus, dass die Corona-Hilfen jetzt wie angekündigt nachgebessert werden. Das müsse schnell geschehen. Viele Betriebe hätten mittlerweile ihre Rücklagen aufgezehrt und sind in ihrer Existenz bedroht. Deshalb darf es jetzt nicht mehr bei leeren Versprechungen bleiben. "Bürokratische Hürden müssen jetzt endlich aus dem Weg geräumt werden!"

Quelle: HWK zu Köln

Text: / handwerksblatt.de

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