Nervig: Manchmal läuft die Daten-Übertragung nur im Schneckentempo.

Nervig: Manchmal läuft die Datenübertragung nur im Schneckentempo. (Foto: © Jasmin Merdan/123RF.com)

Internet zu langsam? Preis mindern oder kündigen!

Betriebsführung

Bald können Kunden sich besser gegen falsche Versprechen ihres Internetanbieters wehren, wenn die Leistung geringer ist als vereinbart.

Auch Handwerker kennen das: "www" steht oft für "wir warten weiter", wenn sich eine Website mal wieder zu langsam aufbaut, weil die Internetverbindung lahmt. 

Eine Reform des Telekommunikationsgesetzes soll Kunden vom 1. Dezember 2021 an mehr Rechte geben: Sie können künftig den Preis schneller mindern oder fristlos kündigen, wenn die Bandbreite schlechter ist als vom Anbieter versprochen. Zwar können Betroffene auch jetzt schon diese Ansprüche geltend machen, sie müssen dabei aber große Hürden überwinden. Das Gesetz ist derzeit nämlich nicht konkret genug, es spricht von einer "erheblichen, kontinuierlichen oder regelmäßig wiederkehrenden Abweichung bei der Geschwindigkeit" bei Festnetz-Breitbandanschlüssen im Down- und Upload.

Genaue Voraussetzungen festgelegt

Was diese Formulierung genau bedeutet, hat jetzt die Bundesnetzagentur festgelegt. Sie liegt bei Festnetz-Breitbandanschlüssen jeweils vor, wenn:

  1. nicht an zwei Messtagen jeweils mindestens einmal 90 Prozent der vertraglich vereinbarten maximalen Geschwindigkeit erreicht werden,
  2. die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird oder
  3. die vertraglich vereinbarte minimale Geschwindigkeit an zwei Messtagen jeweils unterschritten wird, wobei
  4. 20 Messungen erfolgen müssen,
  5. diese Messungen an zwei unterschiedlichen Tagen vorgenommen werden müssen, und
  6. sich diese Messungen im gleichen Umfang auf die beiden Tage verteilen müssen, sodass zehn Messungen an einem Tag erfolgen müssen.

Jeder kann die Messung mittels einer App selber vornehmen. > Hier ist sie zu finden.  Laut einer EU-Vorschrift sind die Provider verpflichtet, ihren Kunden die vertraglichen Maximal-, Mittel- und Minimalwerte auf einem Produktblatt mitzuteilen.

Bis zum 5. Oktober 2021 können sich nun alle interessierten Kreise zu dem Vorhaben äußern. 

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Text: / handwerksblatt.de

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