Tipps und Tricks, wie sich Probleme in der Ausbildung bewältigen lassen!

Tipps und Tricks, wie sich Probleme in der Ausbildung bewältigen lassen! (Foto: © lightwise/123RF.com)

So meistern Ausbilder Konflikte in der Lehre

Eine Ausbildung läuft nicht immer reibungslos ab. Tipps und Tricks, wie sich Probleme bewältigen lassen, bieten ein neues Internet-Portal, ab Sommer 2013 auch ein Blended-Learning-Lehrgang.

Unpünktlich, unhöflich, unkonzentriert – viele Unternehmen klagen, dass immer mehr Auszubildende nicht mehr die Voraussetzungen mitbringen, die für den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung notwendig sind. Sich in die Abläufe eines Betriebs einzufügen und auf Kollegen oder Kunden einzugehen, fällt etlichen jungen Menschen heutzutage schwer. Ausbilder stellt dies vor eine besondere Herausforderung.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat im Rahmen des Ausbildungspakts die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) und ihr Gegenstück aus der Industrie – die DIHK-Bildungs-GmbH – damit beauftragt, die ausbildenden Betriebe bei dieser schwierigen Aufgabe zu unterstützen. Eine neu entwickelte Fortbildung und ein Internet-Portal sollen dabei helfen, die Herausforderungen im Ausbildungsalltag zu meistern.

Fortbildung umfasst vier Module

"Viele der Problemstellungen werden in den Ausbildereignungskursen zwar angeschnitten, aber nicht in der erforderlichen Tiefe behandelt", erklärt Martin Diart, Projektleiter bei der ZWH. Die Fortbildung umfasst vier Module. Vermittelt wird, wie Bewerbergruppen angesprochen und deren Potenziale erkannt werden, wie der Berufseinstieg erleichtert und die betriebliche Sozialisation gezielt unterstützt wird, wie man mit Vielfalt und Heterogenität der Auszubildenden kompetent umzugehen lernt und wie sie durch eine ganzheitliche Ausbildungsorganisation gefördert werden können.

Niederschwelliges Angebot

Ein Modul setzt sich aus zwei bis vier Lernbausteinen zusammen, die in durchschnittlich zehn bis 15 Stunden bewältigt werden können. Ergänzend kommen Vertiefungsseminare und Gesprächssimulationen hinzu. Die Ausbilder sollen sich das Wissen möglichst unkompliziert aneignen können. Als niederschwelliges Angebot eignet sich nach Diarts Einschätzung ein Blended-Learning-Konzept. Am Computer im Betrieb oder zu Hause können die Lernbausteine und Gesprächssimulationen abgerufen werden.

Vertieft werden kann das frisch erworbene Wissen dann in Präsenz-Seminaren. Sie sind nicht als Frontalunterricht, sondern als "Diskussion unter Gleichen" angelegt. Moderiert werden sie entweder von den Ausbildungsberatern der Kammern oder von externen Dozenten. Länger als drei Stunden sollen die Vertiefungsseminare nicht dauern. Mehrere Seminare können unter Umständen auch zu einem Tagesseminar zusammengefasst werden. "Die Teilnahme an den Vertiefungsseminaren soll freiwillig sein", betont der ZWH-Projektleiter.

Erprobungsphase dauert bis Mitte 2014

Das modulare Qualifizierungsangebot wird zunächst in 30 Industrie- und Handelskammern sowie in 20 Handwerkskammern erprobt. "Die Erfahrungen daraus fließen dann in die weitere Optimierung des Blended-Learning-Konzepts ein", erläutert Martin Diart. Zurzeit befindet sich der Lehrplan in der Abstimmungsphase. Unternehmen, Kammern und Forschungseinrichtungen sind daran beteiligt. ZWH-Projektleiter Diart rechnet damit, dass die Bausteine und Seminarkonzepte des ersten Moduls im Juni fertiggestellt sein wird. Bis zum Herbst dieses Jahres sollen dann alle Bausteine "ausgerollt" sein. Das Ende der Erprobungsphase datiert er auf Mitte des kommenden Jahres. Eine Prüfung ist nicht vorgesehen. "Wir sprechen mit den Kammern aber noch ab, ob sie ein Teilnahmezertifikat ausstellen können." In der Erprobungsphase soll der Lehrgang den Unternehmen kostenlos angeboten werden.

Schnelle Hilfe durch das Ausbilderhandbuch

Schon im Januar ist das Internet-Portal stark-fuer-ausbildung.de online gegangen. Wer schnelle Hilfe bei Problemen benötigt, dürfte im Ausbilderhandbuch fündig werden. Es besteht aus 33 Wissensbausteinen – beginnend bei A wie Aufmerksamkeitsdefizitstörung und aggressivem Verhalten über N wie negative Gruppendynamik und Null-Bock-Mentalität bis hin zu Z wie Zielvereinbarungen. Die wichtigsten Fragen werden kurz beantwortet. Je nach Situation kann der Ausbilder dank der Tipps selbst aktiv werden oder er wird auf weitere Unterstützungs- oder Beratungsangebote hingewiesen. Ein Ampelsymbol zeigt an, wann externe Hilfe gefragt ist – etwa bei Drogenmissbrauch, häuslicher Gewalt, ungewollter Schwangerschaft oder Verschuldung.

Neben dem Ausbilderhandbuch verlinkt das Internet-Portal auf Programme und Projekte, die Ausbilder bei ihrer Arbeit unterstützen können, und enthält Praxisbeispiele von Unternehmen. Letztere sind zahlenmäßig noch überschaubar, doch Martin Diart hofft auf weiteren Input. "Das Projekt ist offen. Es lebt von den Ideen und dem Austausch der Ausbilder untereinander."

Text: / handwerksblatt.de

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