Steigende Ausbildungszahlen: Dachdecker setzen auf Innovation
Das Dachdeckerhandwerk verzeichnet einen deutlichen Zuwachs an Auszubildenden. Der Beruf punktet mit guten Verdienstmöglichkeiten, moderner Technik und einer klaren Ausrichtung auf Klimaschutz und Zukunftssicherheit.
Das Dachdeckerhandwerk verzeichnet im laufenden Jahr eine deutliche Zunahme bei den Auszubildenden. Im ersten Lehrjahr stieg die Zahl um 10,8 Prozent, über alle drei Lehrjahre hinweg um 4,1 Prozent. Insgesamt entschieden sich 3.440 junge Menschen im ersten Lehrjahr für den Beruf, darunter 407 Frauen – 17 mehr als im Vorjahr. Insgesamt befinden sich aktuell 8.939 Auszubildende in der Ausbildung.
Beruf mit Zukunftsperspektive und Schwerpunkt Klimaanpassung
"Dass wir im ersten Lehrjahr 3.440 junge Menschen für unser Handwerk begeistern konnten, ist ein toller Erfolg. Insgesamt sind nun 8.939 Auszubildende dabei, die Zukunft des Bauens aktiv mitzugestalten", betont Rolf Fuhrmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks.
Die Ausbildung umfasst ein breites Aufgabenspektrum wie energetische Sanierung, Montage von Photovoltaikanlagen, Ausbau von Dachgeschossen und Sanierung von Dachfenstern. Die Auszubildenden lernen sowohl traditionelle Handwerkstechniken als auch den Einsatz moderner Technologien und nachhaltiger Lösungen.
Der Anstieg ist auf gezielte Maßnahmen zur Nachwuchsförderung zurückzuführen, darunter Teilnahme an Ausbildungsmessen, Veranstaltungen wie dem Girls’Day sowie Kooperationen mit Schulen und Kindertagesstätten. Social-Media-Kampagnen und Medienpräsenz erhöhen zudem die Attraktivität des Berufs. Die Ausbildungsvergütung befindet sich auf einem hohen Niveau: Ab Oktober 2026 beträgt diese im dritten Lehrjahr 1.460 Euro. "Damit gehören wir zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen", so Fuhrmann.
Klimaanpassung und Digitalisierung als zentrale Themen
ZVDH-Vizepräsident Jan Voges. Foto: © ZVDH/Jan VogesDas Dachdeckerhandwerk ist Vorreiter bei erneuerbaren Energien. "Viele junge Menschen wollen sinnstiftend arbeiten und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Bei uns finden sie die passende Plattform", erklärt Jan Voges, Vizepräsident des Zentralverbands und Verantwortlicher für Berufsbildung.
Seit 2024 gibt es eine zusätzliche, freiwillige Ausbildungswoche in der überbetrieblichen Ausbildung, die sich mit Planung und Montage von Photovoltaikanlagen befasst. Diese Maßnahme stellt sicher, dass Auszubildende frühzeitig auf die Anforderungen der Energiewende vorbereitet werden.
Klimaanpassung: Dachdeckerhandwerk als Schlüsselberuf
Im Abschlussbericht des Bundesinstituts für Berufsbildung wird das Dachdeckerhandwerk als einer von nur drei Ausbildungsberufen genannt, welche maßgeblich zur Klimaanpassung beitragen. "Dies ist das Ergebnis unserer intensiven fachlichen und politischen Arbeit und ein starkes Signal für die Positionierung des Handwerks als Klimaberuf mit Systemrelevanz", erläutert Voges.
Der Einsatz von Drohnen, digitales Baustellenmanagement und Künstliche Intelligenz unterstreichen die Innovationsbereitschaft der Branche. Voges betont: "Wir reagieren schnell auf neue Entwicklungen und setzen sie um. Das macht uns für junge Menschen besonders attraktiv."
Die Ausbildungsvergütungen im Dachdeckerhandwerk
Seit 01.10.2025:
- Ausbildungsjahr: 1.000,00 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.150,00 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.400,00 Euro
Ab 01.10.2026:
- Ausbildungsjahr: 1.050,00 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.200,00 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.460,00 Euro
Quelle: Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH)
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Text:
Jürgen Ulbrich /
handwerksblatt.de
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