Foto: © Daniel Gansen
HWK Trier | April 2026
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Uhrmachermeister Peter-Jesko Buse in seiner Mainzer Werkstatt. Er restauriert komplizierte Luxusuhren und historische Zeitmesser. (Foto: © Peter-Jesko Buse)
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Betriebe, die einen guten Ruf haben, sind für Online-Betrüger besonders interessant. Der renommierte Uhrmachermeister Peter-Jesko Buse aus Mainz wehrte sich gegen Kriminelle, die seinen Online-Shop gefälscht haben.
Uhrmachermeister Peter-Jesko Buse aus Mainz erlebt gerade, wie schnell ein guter Name im Internet missbraucht werden kann. Der 83-Jährige restauriert seit rund 60 Jahren komplizierte Luxusuhren und historische Zeitmesser. Seine Vorliebe gilt dabei alten Flieger- und Militäruhren. Fehlende Teile wie Unruhwellen, Zahnräder oder Hebel fertigt er bei Bedarf von Hand nach, weil passende Originalteile für derart alte Uhren am Markt kaum noch erhältlich sind. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Aufarbeitung hochwertiger Gehäuse von Armband- und Taschenuhren. Für ihn ist das kein bloßer Job: "Warum sollte ich aufhören? Solange ich fit bin, tue ich, was ich am meisten liebe," betont er. Seine Kunden kommen aus aller Welt und schätzen seine hohe Expertise.
Ende Februar 2026 gab es aber überraschend Ärger, den er so in seinem gesamten Geschäftsleben noch nicht erlebt hat. Ein angeblicher Kunde meldete sich und fragte nach einer bestellten Omega Speedmaster, für die er bereits 800 Euro überwiesen hatte. Der Uhrmacher war völlig überfragt, denn von diesem Verkauf wusste er nichts.
Er schaute daraufhin im Internet nach und fand eine fremde Website, die seiner verblüffend ähnelte. "Die war sehr professionell gefälscht, sie enthielt meine Adresse und sogar meine Umsatzsteuer-ID, die die Betrüger aus dem Impressum meiner echten Website übernommen haben", erklärt Buse. Der fremde Internetauftritt wirkte auf den ersten Blick seriös, weil er keine unrealistischen Schnäppchen versprach und ein scheinbar korrektes Impressum nutzte.
Anders als das Original stellte der Fake-Shop aber problematischen Bedingungen: Bezahlt werden sollte nur per Vorkasse oder Überweisung. Sichere Zahlungsarten wie Kreditkarte oder PayPal fehlten, ebenso ein Käuferschutz. Das sind laut der Verbraucherzentrale typische Warnsignale. Der fremde Shop bot außerdem auch Uhren an, die der Handwerker gar nicht verkauft, wie etwa Apple Watches und andere Sportuhren.
Gerade Buses handwerklicher Anspruch macht deutlich, wie unfair es ist, dass die Betrüger ausgerechnet seinen Namen nutzten. Für ihn ist der Fall nicht nur sehr unerfreulich, sondern er gefährdet auch seinen guten Ruf als Handwerksmeister. "Andere Leute so zu begaunern, ist doch unanständig", macht er seinem Ärger Luft. Der Fake-Shop hat den Uhrmacher mittlerweile viel Zeit und noch mehr Nerven gekostet.
Immer mehr Geschädigte meldeten sich bei dem Mainzer. Nach seiner Schätzung sind es mittlerweile rund 80 betrogene Kunden, die zwischen 800 und 6.000 Euro gezahlt haben. Manche davon wollten sogar ihn persönlich in Regress nehmen – was rechtlich allerdings nicht möglich ist. "Einige von ihnen konnten wir aber noch vor dem Kauf warnen, weil sie vorher die echte Telefonnummer recherchiert und gleich bei uns angerufen haben", erklärt Buse. So konnte er zumindest ein paar Interessenten vor einem Verlust schützen.
Er hat direkt Strafanzeige erstattet, weil Fake-Shops illegal sind – nämlich Betrug nach § 263 StGB. Doch leider hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren nach zwei Wochen eingestellt, weil sie den Täter nicht ermitteln konnte. Denn solche Shops werden oft aus dem Ausland betrieben, mit falschen Identitäten und verschleierten Zahlungswegen.
Die Mainzer Polizei bestätigt, dass die Masche zurzeit weit verbreitet ist. Selbst wenn eine Website verschwindet, taucht sie schnell unter neuem Namen wieder auf. "Man kann sich nicht richtig wehren, das ist das Problem," bedauert Buse.
Immerhin: Auf eigene Initiative konnte der Handwerker erreichen, dass die betrügerische Website abgeschaltet wurde. Dafür hat er mit seiner Mitarbeiterin selbst Nachforschungen angestellt. "Wir haben recherchiert und die Denic angeschrieben, bei der der Fake-Shop registriert war", erklärt Buses Angestellte Bouchra Chbouki. Die Denic (Deutsches Network Information Center) ist die zentrale Verwaltungs- und Registrierungsstelle für alle Internetadressen mit der Endung ".de". Hier hatten sie Erfolg: Die Fake-Seite ist nicht mehr erreichbar. (Weitere Tipps für Erste Hilfe bei Fake-Shops siehe im Infokasten unten.)
Die echte Website von Uhrmacher Peter-Jesko Buse lautet übrigens nach wie vor fliegeruhren-buse.de; die betrügerische Adresse nutzte nur seine Vornamen: peterjeskouhren.de.
Der Fall zeigt, dass auch kleine und mittelständische Betriebe schnell Ziel von Online-Betrug werden können. Wer einen guten Namen hat, ist für Betrüger besonders interessant. Deshalb sollten Handwerksbetriebe ihre Online-Daten regelmäßig prüfen und Kunden aktiv auf die echte Website hinweisen. Für Kunden gilt: Bei Internetauftritt, Telefonnummer und Zahlungsart immer genau hinschauen! Wer unsicher ist, sollte lieber direkt im Betrieb anrufen, bevor er bestellt.
Auch hier gilt, dass Aufklärung der wirksamste Schutz bleibt. Buses Anliegen: "Ich möchte andere Handwerker und ihre Kunden warnen, damit sie nicht ebenfalls Opfer solcher Betrüger werden." Und er möchte sich wieder mehr seinen geliebten Uhren widmen, anstatt Cyberkriminelle zu jagen.
Wurde Ihr Webshop gefälscht, ist schnelles Handeln entscheidend, um den Ruf Ihres Unternehmens zu schützen und Schaden abzuwenden.
Sichern Sie alle Details der gefälschten Seite, bevor diese vom Netz geht oder verändert wird:
Screenshots: Erstellen Sie Aufnahmen der Startseite, des Impressums (oft mit Ihren echten Daten missbraucht), der AGB und der Produktseiten.
Technische Daten: Notieren Sie die URL und ermitteln Sie über eine Whois-Abfrage den Domain-Registrar und Hosting-Anbieter.
Strafanzeige: Erstatten Sie umgehend Anzeige wegen Betruges und Identitätsdiebstahls bei der Polizei (persönlich oder über eine Onlinewache). Dies schützt Sie auch vor möglichen Regressansprüchen getäuschter Kunden.
Anwalt einschalten: Ein auf IT-Recht spezialisierter Anwalt kann eine Abmahnung erwirken oder eine einstweilige Verfügung beantragen, um die Seite schnellstmöglich offline zu nehmen.
Hosting-Provider kontaktieren: Senden Sie eine Missbrauchsmeldung an den Hoster der Fake-Seite und fordern Sie die sofortige Löschung.
Registrar informieren: Melden Sie die Markenrechtsverletzung dem Domain-Registrar (etwa Denic für .de-Domains).
Eigene Kunden informieren: Warnen Sie auf Ihrer echten Webseite, via Newsletter und auf Social Media vor der Fälschung. Geben Sie klare Merkmale an, woran Kunden das Original erkennen (etwa Zahlungsarten, korrekte URL).
Warnmeldungen: Melden Sie die gefälschte Seite als Phishing oder Web-Fälschung, damit sie aus den Suchergebnissen entfernt und in Browsern als gefährlich markiert wird. Optional können Sie sie auch WatchlistInternet oder bei der Verbraucherzentrale melden.
Informieren Sie genutzte Zahlungsdienstleister (etwa PayPal oder Wero), falls die Betrüger versuchen, Konten unter Ihrem Namen oder mit Ihren Daten zu eröffnen.
Nutzen Sie Tools wie Google Alerts, um informiert zu bleiben, falls weitere gefälschte Seiten auftauchen. Setzen Sie einen Alert zu Ihrem Shop-Namen mehrere Alerts mit unterschiedlichen Stichworten und Varianten zu Ihrem Geschäft. Implementieren Sie Schutzmaßnahmen wie Wasserzeichen auf Bildern oder Tools zur Markenüberwachung.
Quelle: digital-sicher.nrw
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